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08.12.2015

Kaffeekapseln: Familie Reimann investiert mit Weil Gotshal Milliarden in den USA

Die Investmentholding Joh. A. Benckiser (JAB Holding), hinter der die Familie Reimann steht, möchte in den USA kräftig zukaufen: Zusammen mit kleineren Investoren bietet sie insgesamt 13,9 Milliarden US Dollar für Keurig Green Mountain, eine bekannte Rösterei und Kaffeekapselproduzentin. Der Deal soll im ersten Quartal 2016 geschlossen werden und unterliegt noch der Zustimmung der entsprechenden Behörden und Aktionäre.

Michael Aiello

Michael Aiello

Die im Nasdaq notierte Getränkefirma Keurig Green Mountain entstand, als der Kaffeeröster Green Mountain 2006 den Kaffeemaschinenhersteller Keurig übernahm. Seit 2014 ist Coca Cola mit an Bord. Sie hält inzwischen rund 17 Prozent an dem Hersteller der sogenannten K-Cups und kündigte an, mit dem Kaffeeimperium der Reimanns auch zukünftig zusammenarbeiten zu wollen.

Zu dem Käuferkonsortium gehören mit Mondelēz International sowie Gesellschaften von DT Capital Partners auch Firmen, mit denen die JAB Holding bereits beim Kaffeeriesen Jacobs Douwe Egberts zusammenarbeitet. Sie bieten zusammen 92 US Dollar pro Aktie von Keurig Green Mountain, das liegt knapp 78 Prozent über dem Börsenschlusspreis vom letzten Freitag. Bank of America Merrll Lynch und Credit Suisse erstellten die Wertgutachten. Das Management von Keurig Green Mountain hat der Übernahme bereits zugestimmt und soll auch zukünftig an Bord bleiben.

Berater JAB Holding Co
Weil Gotshal & Manges (New York): Michael Aiello (Federführung), Matthew Gilroy, Sachin Kohli (beide M&A), Daniel Dokos, Damian Ridealg (beide Finanzierung), Steven Newborn, Eric Hochstadt (Kartellrecht), Paul Wessel (Arbeitsrecht), Jeffrey Osterman (Technolgie/IP), Randi Singer (Cyber Security), Annemargaret Connolly (Umweltrecht), Kenneth Heitner (Steuerrecht), John Neuwirth (Securities Litigation), Elizabeth Weiswasser (Litigation), David Herman (Real Estate), Gary Friedman (Arbeitsrecht/Litigation), John O’Loughlin (Regulierung), Thomas Goslin (Umweltrecht); Associates: Adam Templeton, Ariel Simon, Christopher Burwell, Adam Borenstein, Clayton Collett (alle M&A); Banks Bruce, Paul Overmyer, Jacqueline Diaz (alle Banking & Finance), Brianne Kucerik, Rob Meyer, Joseph Adamson (Kartellrecht), Paula Han, Madeline Lewis (Arbeitsrecht), Emilie Williams, Mary Lentowski, Lauren Springer (Technologie/IP), Tristan Evans-Wilent (Steuerrecht), Amanda Pooler, Gary Coad (beide Litigation), Elisabeth Sperle (Cyber Security), Leslie Smith, Cynthia Resnick (Real Estate), Daniella Adler (Arbeitsrecht/Litigation).

Berater Coca-Cola Company
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (New York): Martha McGarry , Thomas Greenberg (beide Federführung) – aus dem Markt bekannt

Berater Keurig
Sidley Austin (Chicago): Tom Cole,  Beth Flaming (beide Federführung) –  aus dem Markt bekannt

Berater Mondelez Interantional 
Clifford Chance: Sarah Jones, Rob Crothers  (beide Federführung) –  aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Michael Aiello leitet die weltweite Corporatepraxis von Weil Gotshal, die rund 600 Juristen umfasst. Seine Sozietät war aufseiten der Banken, als JAB im letzten Mai das Kaffeegeschäft von dem US-Lebensmittelkonzern Mondelez übernahm. Damals setzte JAB auf ihre vertraute Beraterin Skadden Arps, die hier wiederum Coca Cola berät. Die New Yorker Skadden-Partner Martha McGarry und Thomas Greenberg stehen regelmäßig auf Seiten der Cola-Produzentin und verhalfen ihr 2014 auch zur Beteiligung an Keurig. Das Clifford-Duo Jones und Crothers wiederum wird häufig von Mondolez International mandatiert, so wie auch im letzten Jahr bei der Gründung des Kaffeekonzerns mit D.E. Master Blenders.

Als der ebenfalls von der Familie Reimann kontrollierte US-Parfümhersteller Coty in diesem Sommer den Bieterkampf um dem Shampoo-Hersteller Wella und 43 Schönheitsmarken gewann, war auch ein großes Team von Skadden an der Seite von Coty zu sehen. Von der Kölner Sozietät Oppenhoff war nach JUVE-Informationen Dr. Harald Gesell mit der Dokumentation zur Willensbildung für die Gesellschafter betraut. Die Kanzlei, insbesondere der Gesellschaftsrechtler Georg Maier-Reimer, pflegen seit Jahren eine enge Beziehung zur Unternehmerfamilie. Unterstützend waren Steuerrechtler und Kartellrechtler von McDermott Will & Emery tätig. Helmut Bermann, Berliner Partner von Freshfields Bruckhaus Deringer, übernahm seinerzeit mit seinem Londoner Kollegen Alex Potter die fusionskontrollrechtliche Abklärung außerhalb den USA. Jones Day wiederum beriet die Wella-Verkäuferin Procter & Gamble, zusammen mit der Steuerrechtspraxis von Cadwalader Wickersham & Taft. (Sonja Behrens)

 

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