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17.12.2015

Spartentausch: Boehringer und Sanofi vereinbaren mit Freshfields und Weil Milliarden-Deal

Boehringer Ingelheim verkauft seine OTC-Sparte mit nicht rezeptpflichtigen Arzneimitteln an Sanofi und übernimmt im Gegenzug deren Veterinärsparte Merial. Die Milliardentransaktion soll bis Ende 2016 abgeschlossen werden. Vor einer Einigung über den Kauf stehen als nächste Schritte Beratungen mit den Arbeitnehmervertretungen sowie die kartellrechtliche Prüfung an.

Martin Schwarz

Martin Schwarz

Die beiden Pharmakonzerne haben eine Vereinbarung über exklusive Verhandlungen zu einem strategischen Tausch der Geschäftsbereiche unterzeichnet. Nicht Teil der Transaktion soll das chinesische Geschäft zur Selbstmedikation von Boehringer sein.

Durch den Kauf von Merial würde Boehringer zum zweitgrößten Hersteller für Tiergesundheitsprodukte mit einem erwarteten Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro. 2014 hatte Boehringer rund 1,13 Milliarden Euro Umsatz in diesem Segment gemacht. Mit der Transaktion würde der zentrale Produktions- und Entwicklungsstandort für Tiermedikamente des deutschen Unternehmens Lyon.

An Sanofi soll neben der Sparte mit rezeptfreien Medikamenten zusätzlich eine Barzahlung in Höhe von rund 4,7 Milliarden Euro fließen. Das Geld will das französische Unternehmen in den Rückkauf von Aktien stecken. Sanofi würde ihren Umsatz im Bereich Arzneimittel zur Selbstmedikation von zuletzt 3,3 Milliarden Euro auf einen erwarteten Umsatz von 5,1 Milliarden Euro steigern. Die führenden Marken der Boehringer-Sparte sind der Krampflöser Buscopan, das Abführmittel Dulcolax, das Multivitaminpräparat Pharmaton sowie das Hustenmittel Mucosolvan.

Berater Boehringer Ingelheim
Inhouse Recht (Ingelheim): Dr. Martin Schwarz (General Counsel), Clemens Grupp, Dr. Thomas Roth, Dr. Philipp von Hülsen (Kartellrecht)
Freshfields Bruckhaus Deringer: Jennifer Betlehem (Federführung; London), Jochen Dieselhorst (Federführung Carve-out; Hamburg), Thomas Janssens (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Christian Ruoff (Steuerrecht; Hamburg)

Michael Aiello

Michael Aiello

Berater Sanofi
Weil Gotshal & Manges (New York): Michael Aiello (Federführung), Shayla Harlev (beide Federführung; Boston), Claude Serra (Paris), Yannick Piette (alle Corporate; beide Paris), John Scribner (Kartellrecht; Washington), Jared Rusman (Steuer; Dallas), Paul Wessel (Arbeitsrecht), Michael Epstein (Technology & IP); Associates: Maxwell Copelan, Mariel Cruz, Maryam Naghavi, Kevin Kitson (alle Corporate), Brianne Kucerik (Kartellrecht; Washington), Ryan Roberts (Steuerrecht; Dallas), Jennifer Britz (Arbeitsrecht), Thomas Goslin (Umweltrecht; Washington), Eric Leventhal, Lauren Springer (beide Technology & IP)

Hintergrund: Boehringer beauftragte für den Spartentausch ein Freshfields-Team mit Anwälten aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Die Kanzlei hatte in ähnlicher Zusammensetzung in der Vergangenheit bereits Novartis bei einem Spartentausch mit GlaxoSmithKline beraten. So übernahm Novartis das Geschäft mit Krebsmedikamenten von GlaxoSmithKline, welche im Gegenzug die Impfstoffsparte kaufte.

Sanofi wählte für die Transaktion ihre Stammberaterin Weil Gotshal. Unter der Federführung des New Yorker Partners Aiello hatte Sanofi bereits mehrere Transaktionen gestemmt. Darunter waren zuletzt der Kauf der amerikanischen Biotechnologiefirma Genzyme, und des Consumer-Health-Care-Unternehmens Chattem. Aiello beriet auch jüngst die Investmentholding Joh. A. Benckiser, hinter der die Familie Reimann steht, beim Kauf der US-Kaffeekapselproduzentin Keurig Green Mountain. (Christina Geimer)

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