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25.12.2015

Werbevermarktung: Springer und Viacom verbünden sich mit Morrison & Foerster

Die Medienkonzerne Axel Springer und Viacom International Media Networks wollen die Werbung auf ihren Fernsehsendern künftig gemeinsam vermarkten. Dafür beteiligt sich Viacom mit 49 Prozent an der Thads.Media Vermarktungsgesellschaft, einer Tochter des Springer-TV-Senders N24. Das zu gründende Gemeinschaftsunternehmen soll die Werbung im Online-Videoangebot von Viacom sowie in sämtlichen TV-Sendern beider Konzerne in Deutschland vermarkten. Neben N24 sind dies Comedy Central, Nickelodeon, Viva und MTV.

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Christoph Wagner

Derzeit wird der TV-Werbemarkt in Deutschland maßgeblich von einem Duopol beherrscht: Auf die beiden großen Vermarkter SevenOne Media (ProSieben, Sat.1, Kabel 1) und IP Deutschland (RTL, Vox, N-TV) entfallen knapp 80 Prozent der TV-Werbegelder. Mit dem Gemeinschaftsunternehmen wollen Springer und Viacom die Marktmacht ihrer kleineren Sendern bündeln und dabei auch von Springers starker Stellung bei der Vermarktung von Printwerbung profitieren. 

Viacom und Media Impact, der Vermarkter von Springer und der Funke-Mediengruppe, arbeiten bereits seit Anfang 2014 zusammen. Die Transaktion musste in vier Ländern, darunter in Deutschland und Österreich, bei den Kartellbehörden angemeldet werden. Deren Zustimmung steht noch aus. Zum Volumen machten die Beteiligten keine Angaben. 

Berater Viacom International Media Networks Northern Europe
Inhouse Recht (Berlin): Michael Keidel (Leiter Recht), Eva-Maria Broich (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt
Morrison & Foerster (Berlin): Dr. Christoph Wagner (Federführung/M&A), Hanno Timner (Arbeitsrecht), Jeffrey Jaeckel (Kartellrecht; Washington); Associates: Dr. Felix Helmstaedter (M&A/Wettbewerbsrecht), Johannes Hieronymi, Dr. Jan Eckert, Dr. Sebastian Schwalme, Dr. Anna Wolschner, Isaac Young (New York; alle M&A), Dr. Jens Hackl (beide Wettbewerbsrecht), Jannis Werner (Commercial)
Kliemt & Vollstädt (Berlin): Dr. Jessica Jacobi (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt
Dr. Witzel & Partner (Frankfurt): Dr. David Witzel, Dr. Friedrich Hey (beide Steuerrecht) 

Berater Springer
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Roland Pühler (Leiter Gesellschafts- und Kartellrecht), Florian von Götz, Dr. Michael Höltmann, Dr. Bernd Linke, Philipp Thomale 
Inhouse Steuern (Berlin): Claudia Daub, Markus Biebersdorf
Hengeler Mueller (Berlin): Dr. Jens Wenzel (Corporate) – aus dem Markt bekannt
Freshfields Bruckhaus Deringer (Berlin): Dr. Frank Röhling (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Springer hat den Deal maßgeblich inhouse gestemmt und lediglich punktuell Hengeler und Freshfields hinzugezogen. Die Konstellation ist bereits erprobt: Als Springer kürzlich in den USA bei Business Insider und TMG einstieg, war ebenfalls Freshfields-Partner Röhling für die Fusionskontrolle zuständig, während Hengeler zu Corporate-Fragen beriet. Im US-Recht setzte Springer auf Sullivan & Cromwell. In Deutschland gehört auch Milbank Tweed Hadley & McCloy zu den Stammberaterinnen von Springer. Springer-Inhousejurist Höltmann, der in den aktuellen Viacom-Deal involviert war, war als Freshfields-Associate für ein Secondment zu dem Medienkonzern gewechselt und ist inzwischen regulär bei Springer.

Viacom International ist in den USA eine Stammmandantin von Morrison & Foerster. Der Deal mit Springer kam jedoch über die deutsche Praxis zustande. Wagner berät den Konzern seit Langem, unter anderem als Notar. Auch Kliemt & Vollstädt im Arbeitsrecht sowie Dr. Witzel & Kollegen im Steuerrecht sind langjährige Beraterinnen des Konzerns in Deutschland. (Marc Chmielewski)

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