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25.01.2016

Zulieferindustrie: Eastern Horizon kauft mit Reed Smith ES Automobilguss

Die Prevent-Gruppe baut ihr Portfolio in der Automobilzulieferindustrie weiter aus. Über ihre niederländische Beteiligungsgesellschaft Eastern Horizon hat sie die ES Automobilguss erworben. Diese stellt Differentialgehäuse für Konzerne wie VW, Opel und Nissan her.

Rolf Hünermann

Rolf Hünermann

Die Gießerei der heutigen ES Automobilguss blickt auf eine mittlerweile 400-jährige Geschichte zurück und beschäftigt heute 320 Mitarbeiter in ihrem Hauptwerk im sächsischen Schönheide. Weitere Standorte sind Leipzig, Chemnitz und Hof. Mit der Übernahme erweitert die Prevent-Gruppe ihre Leistungspalette um eine Schlüsselkomponente für Getriebe. Als M&A-Berater stand ihr VTB Capital zur Seite.

Die Prevent-Gruppe, die weltweit rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist im Bereich der Zulieferindustrie für die Herstellung von Autositzen bekannt. Weitere Schwerpunkte sind Kleidung und Möbel. In Deutschland vereint sie unter einem Dach mehrere Marken wie Apparel, Neo Facture und Asa Group. Diese unterhalten Standorte in Wolfsburg, München, Hagen, Ingolstadt und Berlin.

Berater Prevent-Gruppe
Reed Smith (Frankfurt): Rolf Hünermann, Dr. Octávio de Sousa (beide Federführung, Corporate/M&A), Dirk-Peter Flor (Finanzierung), Thomas Gierath (Steuerrecht; München), Dr. Marc Spielberger (Arbeitsrecht; München); Associates Maximilian Santüns (Corporate/M&A), Marc Bäumer (Finanzierung)
Inhouse Recht (Wolfsburg): Dr. Christian Becker (General Counsel)

Berater VTB
Latham & Watkins (Hamburg): Torsten Volkholz, Ragnar Johannesen (Moskau,beide Federführung); Associate: Dr. Hendrik Hauke (alle Finance)
Inhouse  Recht (Frankfurt):  Kai Scholz (Head of Legal)

Berater ES Automobilguss
Böhret Sehmsdorf & Partner (Dresden): Dr. Christian Sehmsdorf – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Reed Smith-Partner Hünermann ist nicht das erste Mal für die Prevent-Gruppe im Einsatz. Erst Anfang letzten Jahres stand er an ihrer Seite,  damals erwarb das Unternehmen den deutschen Sitzspezialisten Keiper. Hünermann arbeitete seinerzeit noch unter der Flagge von Willkie Farr & Gallagher, im Sommer eröffnete er dann mit sechs weiteren Partnern den Frankfurter Standort für Reed Smith.

Prevent hatte in der Vergangenheit auch mit anderen Kanzleien zusammengearbeitet. Bei Zukäufen setzte sie auf die Hamburger Kanzlei BRL Boege Rohde Luebbehuesen, auf ein Team von FPS Fritze Wicke Seelig und die Wiener Kanzlei Engelhart.

Die russische VTB-Bank ist ein langjähriger Mandant von Latham & Watkins. Dies war der erste abgeschlossene M&A-Deal von VTB Capital in Deutschland, dem Investmentarm des Finanzinstituts. Der hiesige VTB-Chefjurist Scholz, ehemals bei Mayer Brown als Associate tätig, wechselte im Frühjahr 2014 von der Öl- und Gasfördertochter RWE Dea zur Bank. Neben ihm war auch der Wiener Kollege Eike Neumann, Head of Structuring Financing, eng in die Transaktion eingebunden.

Die Dresdner Sozietät Böhret Sehmsdorf ist seit zwanzig Jahren am Markt und mit rund zehn Berufsträgern multidisziplinär aufgestellt. Sie operierte lange Jahre mit einem dritten Namenspartner an Bord, dem  Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Ronald Lindstedt. Soweit bekannt, ist jener weiter als Geschäftsleiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft TRC Treurat in Chemnitz tätig. (Eva Flick)

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