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25.03.2016

Alstom-Triebwagen: Hessische Landesbahn beschafft mit Ashurst

Die Hessische Landesbahn (HLB) hat bei Alstom 30 neue Elektrotriebwagen im Wert von 160 Millionen Euro bestellt. Mit den Wagen des Typs Coradia Continental will die Privatbahn ab Dezember 2018 zwei Linien des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) bedienen.

Derk Opitz

Derk Opitz

Die landeseigene HLB erwirbt die Züge über eine Leasing-Konstruktion mit der Deutsche Anlagen-Leasing in Mainz. Die 18 Jahre laufende Finanzierung besorgten die Bayern LB, die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Crédit Agricole.

Die HLB gewann die Ausschreibung für die zwei Linien zwischen Südhessen, Rheinland-Pfalz und Bayern im Oktober. Es handelt sich um die RMV-Linien 75 (Wiesbaden – Mainz – Darmstadt – Aschaffenburg) und 55 (Frankfurt – Maintal – Hanau – Aschaffenburg – Laufach). Der Betreibervertrag läuft 15 Jahre und endet im Dezember 2033. Das Frankfurter Bahnunternehmen erzielte 2014 einen Umsatz von 158 Millionen Euro und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter.

Die Deutsche Anlagen-Leasing (DAL) wies mit 240 Mitarbeitern 2014 ein Neugeschäft von 1,34 Milliarden Euro aus, davon 393 Millionen im Geschäftsbereich Transport.

Der französische Zughersteller Alstom bezifferte seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf 6,16 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit 32.000 Mitarbeiter. Allein in Deutschland zählt der Konzern rund 3.000 Mitarbeiter an sechs Standorten.

Berater Hessische Landesbahn
Inhouse Recht (Frankfurt): Ina Nicolai – aus dem Markt bekannt

Berater Alstom
Inhouse Recht (Salzgitter): Anita Wirth

Berater Deutsche Anlagen-Leasing
Inhouse Recht (Mainz): Frank Momberg – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Ashurst (Frankfurt): Derk Opitz (Federführung; Finance), Andreas Vogel (Transport), Hassan Javanshir (Paris; Finance); Associates: Annabelle Sachs (Finance), Holger Mlynek (Transport), Thomas Ehrecke (Paris; Finance)
Inhouse Recht (Bayern LB; München): Karl-Heinz Kronawitter – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Crédit Agricole; Frankfurt): Dr. Oliver Braun – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Helaba; Frankfurt): Peter Miller – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: HLB und DAL wickelten die Leasingvereinbarung intern ab. Bei der DAL ist nach dem plötzlichen Tod von Inhouse-Jurist Frank Momberg der Senior-Projektmanager Bernd Lapp für den Zug-Deal zuständig.

Ashurst-Partner Opitz baute mit dieser Transaktion seine Expertise in der Finanzierung von Schienenfahrzeugen aus. Zusammen mit dem Transportspezialisten Vogel beriet er die Crédit Agricole bereits im Juli 2014 bei einer Finanzierung von Triebwagen des Schweizer Herstellers Stadler. Die zehn Elektrotriebzüge gingen damals an Cantus, einen in Kassel ansässigen Regionalbahn-Betreiber. Cantus ist eine gemeinsame Tochter der HLB und einer Tochtergesellschaft der Hochbahn, den Verkehrsbetrieben der Hansestadt Hamburg. (Raphael Arnold)

 

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