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03.03.2016

Kettler: Gläubiger billigen Restrukturierungsplan von Aderhold

Bei dem bekannten Freizeitgerätehersteller Kettler könnte bald Ruhe einkehren: Die Gläubiger haben den intensiv verhandelten Insolvenzplan einstimmig gebilligt. Das Insolvenzverfahren, im Juni 2015 beim Amtsgericht Arnsberg als Insolvenz in Eigenverwaltung begonnen, könnte Ende des Monats abgeschlossen werden.

Thorsten Prigge

Thorsten Prigge

Die Fortführung des sauerländischen Unternehmens unter der Regie von Dr. Karin Kettler ermöglichte Presseberichten zufolge eine Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die eine Höhe von 30 Millionen Euro haben soll. Eine neue Hausbank – dem Vernehmen nach aus dem Sparkassensektor – übernimmt die Finanzierung. Auch die Unternehmenserbin selbst dürfte einen finanziellen Beitrag leisten. Rund 200 Stellen sollen abgebaut werden, die vergleichsweise kleine, im Saarland angesiedelte Fahrradsparte hatte bereits im November einen Käufer gefunden.

Der US-Investor Carlyle, der als Großgläubiger und Übernahmeinteressent im Insolvenzverfahren eine große Präsenz entfaltet hatte, gehörte am Schluss nicht mehr zum Gläubigerkreis. Einem weiteren Medienbericht zufolge wurde Carlyle, dessen Forderungen sich auf zwölf Millionen Euro belaufen haben sollen, mit Mitteln einer nicht von der Insolvenz betroffenen Kettler-Grundstücksgesellschaft zu 100 Prozent abgefunden.

Berater Kettler
Aderhold: Thorsten Prigge (Federführung), Sven Degenhardt, Dr. Susanne Szameitat (alle Insolvenzrecht/Restrukturierung; alle Düsseldorf), Dr. Matthias Wiese, Dr. Thorsten Siepe, Dr. Gunther Lehleiter (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Christian Hoppe (Bankrecht; alle Dortmund), Patrick Klawa, Hubertus Frhr. von Erffa (beide Insolvenzrecht/Restrukturierung), Dirk Laskawy (Arbeitsrecht; alle Leipzig); Associates: Agnes Belke, Dr. Barbara Wenker (beide M&A; beide Düsseldorf), Friedrich Vosberg (Erbrecht/Insolvenzrecht), Franziska Zönnchen (Gesellschaftsrecht), Peggy Lomb (Arbeitsrecht; alle Leipzig)

Frank  Grell

Frank Grell

Berater Karin Kettler
Freshfields Bruckhaus Deringer (Köln): Dr. Oliver von Rosenberg, Dr. Franz Aleth; Associate: Nils Derksen (alle Gesellschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Sachwaltung Kettler
White & Case (Dortmund): Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger (Sachwalter), Dr. Astrid Lauterwein, Jens Brömmelmeier (beide Berlin); Associate: Dr. Yassin Dimassi (München)

Berater Carlyle
Latham & Watkins (Hamburg): Frank Grell (Federführung); Associates: Dr. Frederik Staudacher, Dr. Janina Kessler, Dr. Daniel Splittgerber (alle Insolvenzrecht/Restrukturierung)

Hintergrund: Für Aderhold stellt die Kettler-Restrukturierung ein Parademandat dar, bei dem auch Christian Krause aus der Aderhold Unternehmensberatung als Chief Restructuring Officer (CRO) für Kettler aktiv war. Den Aderhold-Sanierern werden gute Kontakte zu nordrhein-westfälischen Landesbehörden sowie zum Sparkassensektor bescheinigt. Beides kam hier zum Tragen. Außerdem zog das Team der Düsseldorfer Insolvenzexperten Anwälte aus Dortmund und Leipzig hinzu, um auch die gesellschafts- und arbeitsrechtlichen Aspekte des Sanierungsplans zu bearbeiten.

Oliver von Rosenberg

Oliver von Rosenberg

Beim Verkauf der Kettler-Fahrradsparte hatte Aderhold ebenfalls beraten, den Käufer ZEG begleitete Heuking Kühn Lüer Wojtek mit einem Köln-Düsseldorfer Team. Freshfields als Beraterin der Unternehmenserbin und Gesellschafterin Karin Kettler kam soweit bekannt erst zu einem späten Zeitpunkt im Verlauf der Sanierungsverhandlungen hinzu.

Carlyle ist ein Stammmandant von Latham. Die vorrangig in Hamburg angesiedelte Restrukturierungspraxis der Kanzlei berät allerdings nicht nur Investoren und Kreditgeber, sondern auch kriselnde Unternehmen. 2014/15 setzte der Maschinenbauer Rena in seiner Eigenverwaltungs-Insolvenz auf ein Latham-Team um Dr. Jörg Kowalewski. (Markus Lembeck)

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