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24.03.2016

Logistikgeschäft: Rhenus setzt auch bei ALS-Zukauf auf Kümmerlein

Die Rhenus-Gruppe hat den familiengeführten Logistikdienstleister Allgemeine Land- und Seespedition (ALS) erworben. Damit gewinnt sie in Nordrhein-Westfalen 31 Lagerhallen, 7 Krananlagen und ein Freilager für Stahlprodukte hinzu.  Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Joachim Gores

Joachim Gores

Die 1988 gegründete ALS mit Standorten im Duisburger Hafen und Bottrop verfügt über insgesamt 107.000 Quadratmeter Betriebsfläche, die vor allem von der Stahl- und Chemieindustrie genutzt werden. Neben Lagerverwaltung, Umschlagslogistik und Speditionsleistungen übernimmt ALS auch zoll- und steuertechnische Fragen.

Die Duisburger Unternehmerfamilie Zappe hielt zuletzt 25 Prozent der ALS-Anteile, machte aber Anfang des Jahres von einem Vorkaufsrecht Gebrauch und übernahm die restlichen 75 Prozent von der Logistikgruppe Imperial, bevor sie sämtliche Geschäftsanteile an Rhenus weiterverkaufte.

Rhenus beschäftigt mehr als 25.000 Mitarbeiter an 460 Standorten. Der Logistikdienstleiter, der zuletzt einen Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Euro erzielte, befindet sich auf Expansionskurs. Im letzten Jahr übernahm er beispielsweise die Luftfrachtabwicklung am Amsterdamer Flughafen Schiphol und baute die Geschäftsfelder Bahn und Binnenschifffahrt aus. Einzige Gesellschafterin der Kommanditgesellschaft ist die Rhenus Verwaltungs SE, hinter der wiederum die westfälische Familienholding Rethmann steht. Neben Rhenus gehören der Unternehmerfamilie auch die größere Remondis-Gruppe sowie die deutlich kleinere Saria-Gruppe.

Berater Rhenus-Gruppe
Kümmerlein (Essen): Dr. Joachim Gores (M&A); Dr. Torsten Uhlig (Kartellrecht)

Ina-Maria Böning

Ina-Maria Böning

Berater Verkäufer
Grüter (Duisburg): Dr. Ina-Maria Böning (M&A), Andreas Felsch (Kartellrecht)

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung zwischen Kümmerlein und Rhenus besteht seit fast 15 Jahren. Die Kanzlei wird vor allem für den Ausbau der Sparten Recycling und Stoffstromlogistik hinzugezogen und unterstützte kürzlich auch den Erwerb des Textilrecyclers Respect Textil. Dabei hatte Kümmerlein-Partner Gores auch die Immobilienrechtlerin Diana Bock und den Transaktionsrechtler Dr. Martin Gisewski einbezogen; der ehemalige Associate von Freshfields Bruckhaus Deringer war Anfang des Jahre zum Partner ernannt worden.

Inhouse bei Rhenus betreut die Transaktionen maßgeblich Thorsten Laugwitz, der die Bereiche Unternehmensentwicklung und M&A leitet und Prokurist der Rhenus Verwaltungsgesellschaft ist. Notariell beurkundet hat den Deal nach JUVE-Informationen Ludger Bunse.

Grüter berät regelmäßig Mittelständler im Duisburger Raum und unterstützte jüngst auch den Verkauf der insolventen Papierfabrik Walsum an den internationalen Investor Green Elephant. Die Familiengesellschafter der ASL gehören schon länger zur Mandantschaft, M&A-Anwältin Böning hat für die Ausübung des Vorkaufsrechts und den Verkauf die Federführung übernommen. (Sonja Behrens)

 

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