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22.03.2016

Schiffsbau: Pöllath und Schindler beraten Abeking auf dem Kurs zur SE

Die Lemwerder Werft Abeking & Rasmussen hat sich im März für die Rechtsform einer Societas Europaea (SE) entschieden. Damit ist es für die Firma einfacher, in anderen EU-Ländern Schiffe zu bauen oder zu warten. Für die Umwandlung wählte das niedersächsische Unternehmen ein grenzüberschreitendes Verschmelzungsverfahren.

Eva Nase

Eva Nase

Der juristische Weg zur SE über eine österreichische Aktiengesellschaft war nötig, weil Abeking & Rasmussen aktuell keine Tochtergesellschaft führte, die sich für die Umwandlung eignete. In Zukunft kann das Unternehmen bei Projekten in südeuropäischen EU-Ländern auf lokale Projektgesellschaften verzichten. Für den Finanzvorstand Dr. Erich Bischoff vereinfacht das solche Aufträge und spart Kosten. Außerhalb der EU sei die Rechtsform der SE außerdem bekannter als die deutsche Aktiengesellschaft.

Die traditionsreiche Werft in der Nähe von Bremen baut Yachten sowie Schiffe von bis zu 125 Meter Länge. Diese sind im Einsatz bei Militär, Küstenwachen und Spezialeinsätzen, etwa zum Transport von Personal zu Offshorewindkraftanlagen oder von Lotsen. Dazu unterhält das Unternehmen fünf Hallen und beschäftigt rund 430 Mitarbeiter. Der Umsatz schwankt je nach Abrechnung der Projekte, die Werft geht dabei nach Handelsgesetzbuch vor. Bischoff bezifferte die durchschnittliche Bauleistung auf 140 bis 160 Millionen Euro.

Berater Abeking & Rasmussen
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Eva Nase (Federführung); Associate: Dr. Tobias Sawada (beide Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht)
Schindler (Wien): Dr. Clemens Schindler (Federführung; Gesellschaftsrecht); Associates: Katharina Schindler (Gesellschaftsrecht), Martina Gatterer (Steuerrecht)

Hintergrund: Abeking & Rasmussen begann 2014, Wege zur Umwandlung in eine SE zu sondieren. Pöllath und Schindler setzten sich in einem Pitch mit ihrem konkreten Konzept durch, die Werft über ein österreichisches Konstrukt in eine SE umzuwandeln.

Pöllath-Partnerin Nase sowie Clemens und Katharina Schindler konnten dabei auf frühere gemeinsame Beratungen von Mandanten zu diesem Thema verweisen. Dazu zählte auch der Sportartikler Puma, der 2011 auf ähnlichem Wege die Rechtsform der SE angenommen hatte. Damals war Clemens Schindler bei Wolf Theiss tätig und begleitete zudem in mehreren Ländern das Arbeitnehmerbeteiligungsverfahren. (Raphael Arnold)

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