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11.03.2016

Verkauf aus Treuhand: Italienische Cifin übernimmt Elumatec mit White & Case

Der Maschinenbauer Elumatec ist zweieinhalb Jahre nach seinem Insolvenzantrag beim Amtsgericht Pforzheim an die italienische Cifin-Holding verkauft worden. Dadurch entsteht eine Unternehmensgruppe mit rund 1.200 Mitarbeitern und einem Umsatz von 225 Millionen Euro; vor allem Maschinen und Anlagen für die Profilbearbeitung werden dort hergestellt.

Andreas Stilcken

Andreas Stilcken

Zur Sanierung von Elumatec war Anfang 2014 eine Aktiengesellschaft an die Stelle der insolventen GmbH getreten. Die Aktien wurden bis zum Verkauf von der Cornelius Treuhand gehalten. Aufsichtsratsvorsitzender war Tobias Hoefer, der zuvor als GmbH-Insolvenzverwalter bestellt worden war.

Im Verlauf der treuhänderischen Weiterführung ist der Wert des Unternehmens nach Angaben der Beteiligten deutlich gestiegen. Die Gläubiger können dem Vernehmen nach mit hohen Quoten für ihre Forderungen rechnen.

Berater Cifin
White & Case: Andreas Stilcken (M&A; Frankfurt), Ferigo Foscari (M&A), Iacopo Canino (Finance; beide Mailand), Riaz Janjuah (Restrukturierung; Hamburg), Dr. Markus Stephanblome (M&A), Rostyslav Telyatnykov (Real Estate; beide Frankfurt); Associates: Ksenia Tyunik (Kartellrecht; Moskau), Dr. Sylvia Lorenz (IP, Hamburg), Alexia Mordacq (Finance; Mailand), Andreas Kössel (Arbeitsrecht), Dr. Jan Eichstädt, Christine Schneemann (beide M&A; alle Frankfurt).

Insolvenzverwaltung Elumatec GmbH
Hoefer Schmidt-Thieme (Mannheim): Tobias Hoefer (Insolvenzverwaltung)

Berater Cornelius Treuhand
Wellensiek: Alfred Hagebusch (Frankfurt), Dr. Markus Stadler (München)

Hintergrund: Hoefer Schmidt-Thieme mit Hauptsitz in Mannheim ist als kleine, hoch angesehene Verwalterkanzlei in den vergangenen Jahren häufig für produzierende Unternehmen im Südwesten bestellt worden. Zu den bekannten Fällen Hoefers zählt die Insolvenz des ehemaligen Hedgefonds-Managers Helmut Kiener.

Die Einrichtung einer Treuhand in Krisenszenarien wird gelegentlich von einigen Beratern kritisiert, weil sie diese Konstruktion als zu wenig dynamisch empfinden. Hier war sie als Lösung offenbar gut gewählt, da durch die Einschaltung der von Wellensiek-Partner Hagebusch überwachten Beteiligungsgesellschaft der Unternehmenswert gesteigert und rund 700 Arbeitsplätze gerettet werden konnten. Wellensiek steuerte auch den Transaktionsprozess.

White & Case-Partner Stilcken begleitet häufiger internationale Investoren bei Transaktionen in Deutschland. So beriet er zuletzt unter anderem den US-Konzern J.M. Huber beim Erwerb des Spezialchemieherstellers Martinswerk und die luxemburgische Palero Invest beim Verkauf des Elektromotorenherstellers Heidrive. Ein deutsch-italienisches White & Case-Team mit Stilcken und Foscari kam bereits 2014 zum Einsatz, als Industria Macchine Automatiche (IMA) die Mehrheit an Oystar kaufte. (Markus Lembeck)

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