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05.04.2016

Gelandet: 4K Invest stemmt Kauf von Adria Airways mit Inhousejuristen

Die slowenische Fluggesellschaft Adria Airways wurde privatisiert: Neuer Mehrheitseigner ist mit 96 Prozent der deutsch-luxemburgische Investmentfonds 4K. Die restlichen Anteile der sanierungsbedürftigen Airline befinden sich in Streubesitz und sollen später erworben werden.

Steve Röper

Steve Röper

Adria Airways, Mitglied in der Luftfahrtkooperation Star-Alliance, schreibt rote Zahlen. Sie gehörte bislang der slowenischen Republik, ihrer Beteiligungsgesellschaft Slovenian Sovereign Holding (SSH), sowie der Bank Assets Management Company (BAMC). Vor dem Mehrheitsverkauf wurde die Fluglinie rekapitalisiert mit einer Einlage des Staates in Höhe von 3,1 Millionen Euro, sowie einem Zuschuss von 4K Invest über eine Million Euro. Adria Airways, mit Hauptsitz in Ljubljana, beschäftigt rund 410 Mitarbeiter im Charter- und Linienflugverkehr. 

Die Fluggesellschaft ist eines von fünfzehn Unternehmen, das die slowenische Republik 2013 zum Verkauf stellte, mehr als die Hälfte ist nun privatisiert. Zudem möchte die Regierung in diesem Jahr noch bei 30 weiteren Firmen Anteile anbieten. Die 75 Prozent an Sloweniens größter Bank, der Nova Ljubljanska Banka (NLB), die die Republik noch hält, sollen über einen Börsengang versilbert werden.

Die Beteiligungsgesellschaft 4K ist in Luxemburg registriert und auf Sanierungsfälle spezialisiert. Adria Airways übernahm der Investor über die neu gegründete Münchner Tochter AA International Aviation Holding. Im vergangenen Jahr erwarb 4K unter anderem die finnische Kaufhauskette Anttila, die rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, sowie den deutschen Garnhersteller TWD Fibres von der Daun-Gruppe. 

Berater 4K Invest International
Inhouse Recht (München): Steve Röper (General Counsel)
Gleiss Lutz (München): Dr. Petra Linsmeier, Dr. Iris Benedikt-Buckenleib (beide Kartellrecht)
Schönherr (Ljubljana): Eva Škufca (Kartellrecht), Vid Kobe, Petra Smolnikar; Associates: Jurij Lampic, Matija Rencelj (alle Corporate)

Berater Verkäuferkonsortium
Karanović & Nikolić (Ljubljana): Marko Ketler, Jaka Simončič

Hintergrund: 4K stemmt die Transaktionsverhandlungen intern mit General Counsel Röper und der zehnköpfigen M&A-Abteilung. In der Regel zieht die Beteiligungsgesellschaft nur für die Fusionskontrolle externe Kanzleien hinzu. Für kartellrechtliche Anmeldungen arbeitet Röper seit Jahren regelmäßig mit Gleiss Lutz-Partnerin Linsmeier zusammen. Sie unterstützte ihn beispielsweise schon, als er noch für die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft BluO tätig war und für jene den Gasversorger Goldgas erwarb. Seit 2013 ist Röper bei 4K und steuert dort die gesamte rechtliche Seite der Investments.

Auch zwischen Gleiss und Schönherr bestehen seit vielen Jahren Beziehungen. Seit Januar 2009 werden die ehemaligen Gleiss Lutz-Büros in Prag und Warschau von Schönherr geführt.

KPMG unterstützte den Verkaufsprozess aufseiten der Staatsholding als Finanzberater. Die Sozietät Karanović & Nikolić ist mit mehr als 100 Juristen als eine der größeren Full-Service-Kanzleien in Südosteuropa. Auch mit ihren weiteren Büros, unter anderem in Kroatien, Mazedonien und Serbien berät die Sozietät viele Großunternehmen, Banken und Regierungseinrichtungen. Zuletzt musste sie personelle Verluste hinnehmen. In Belgrad bildete sich das Spin-off Mihaj Ilic & Milanovic, eine Litigation-Boutique. Und in Bosnien spaltete sich im Februar ein mehrköpfiges Team ab, um die Kanzlei Dimitrijevic & Partners zu gründen. (Sonja Behrens)

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