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11.04.2016

Gut bewacht: Konica Minolta geht mit Gleiss bei Mobotix an Bord

Das japanische Büroelektronikunternehmen Konica Minolta hat rund 65 Prozent der Mobotix-Aktien erworben und dafür schätzungsweise 110 Millionen Euro bezahlt. Die verkauften Anteile an dem rheinland-pfälzischen Kamera- und Softwarehersteller gehörten bislang der Gründerfamilie und einem Family Office.

Michael Burian

Michael Burian

Mobotix, die netzwerkbasierte Videoüberwachungsanlagen anbietet, erzielte mit etwa 400 Mitarbeitern zuletzt einen Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro. Bislang war die Familienholding von Mobotix-Gründer Dr. Ralf Hinke mit einer guten Hälfte der Anteile der größte Einzelaktionär, der Unternehmer Martin Putsch hielt mit seiner Beteiligungsfirma etwa zehn Prozent. Ein weiteres Aktienpaket befindet sich seit 2007 im freien Handel, seit 2013 wieder im Entry Standard der Frankfurter Börse.

Konica Minolta beschäftigt weltweit rund 42.000 Mitarbeiter. Der an der Tokioter Börse notierte Konzern, der hierzulande auch schon das Münchner Unternehmen Instrument Systems erworben hat, erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 8,3 Milliarden US-Dollar.

Berater Konica Minolta
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Adrian Bingel, Dr. Michael Burian (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Stefan Mayer (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Iris Benedikt-Buckenleib (Kartellrecht; München); Associates: Maike Sauter, Lucie Haller von Hallerstein, Dr. Carolin van Straelen (München; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Hannah Bug, Dr. Martin Hossenfelder (beide IP/IT), Dr. Rut Steinhauser (Arbeitsrecht; alle Berlin), Dr. Eva Koch (Öffentliches Recht; Düsseldorf), Dr. Ocka Stumm ( Steuerrecht; Frankfurt)
Hibiya-Nakata (Tokio): Nobuo Nakata; Associate: Kensuke Kobayashi 

Frank Regelin

Frank Regelin

Berater Ralf Hinkel Holding 
Norton Rose Fulbright (Frankfurt): Dr. Frank Regelin (Corporate; Federführung), Tino Duttiné (Steuerrecht), Christian Filippitsch (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Christoph Naumann (Corporate; Co-Federführung), Dr. Christoph Ritzer (IP/IT), Dr. Anja Lingscheid (Arbeitsrecht), Maria de Lasala Lobera (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Oliver Polster, Klaus von Döhren (beide Gesellschaftsrecht/M&A/Kapitalmarktrecht)

Berater MP Beteiligungsgesellschaft/Putsch Holding
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Peter Weyland, Dr. Daniela Favoccia; Associate: Annika Clauss (alle M&A)
Inhouse Recht (Stuttgart): Dr. Andreas Kadletz (General Counsel)

Hintergrund: Gleiss-Partner Burian, der seit seinem Japan-Secondment häufig Transaktionen mit asiatischem Bezug betreut, stand Konica Minolta schon zur Seite, als sie Instrument Systems kaufte. Mit der japanischen Kanzlei Hibiya-Nakata hatten er und Partner Bingel bereits im letzten Herbst zusammengearbeitet, als die japanische Firma Topcon mit Gleiss ein öffentliches Übernahmeangebot für die Mehrheit an der ebenfalls im Entry Standard der Deutschen Börse notierten Ifa Systems unterbreitet hatte. 

Die M&A-Boutique Hibiya-Nakata betreut Inbound- sowie Outbound-Transaktionen. Corporate-Anwalt Nobuo Nakata, der früher bei Freshfields Bruckhaus Deringer tätig war, baute ab 2006 für Allen & Overy das Transaktionsgeschäft in Tokio auf, bevor er 2012 seine eigene Sozietät gründete. 

Norton Rose berät Mobotix beziehungsweise ihren Gründer schon seit vielen Jahren. Der federführende Partner Regelin ist auch regelmäßig an der Seite von Adler Real Estate zu sehen – sei es bei der Begebung einer 300-Millionen-Euro-Anleihe nach New Yorker Recht, bei der Übernahme der Wettbewerberin Westgrund oder ihrem Einstieg bei Conwert. Bei der aktuellen Transaktion teilte sich Regelin die Federführung mit dem jungen of Counsel Naumann.

Die MP Beteiligungsgesellschaft, die gut 10 Prozent der Mobotix-Anteile verkaufte, ist eine Art Family Office für alle Beteiligungen der Familie Putsch. Sie ist auch bei der Biotechnologie-Firma Brain involviert, die als erstes Unternehmen in diesem Jahr den Schritt auf das Frankfurter Parkett wagte. Auch dabei wurde die Recaro-Unternehmerfamilie von Hengeler Mueller-Partnern beraten. Die aktuelle Transaktion betreute nach Marktinformationen maßgeblich Senior Associate Annika Clauss.

Während die Käuferin auf das japanische Finanzinstitut Nomura vertraute, hatte der bisherige Hauptaktionär nach JUVE-Informationen die Investmentbank Morgan Stanley an seiner Seite. (Sonja Behrens)

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