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25.04.2016

Milliarden-Deal: CVC erwirbt mit Latham Mehrheit an Sportwettenanbieter Tipico

Der Finanzinvestor CVC Capital Partners hat 60 Prozent an dem Sportwettenanbieter Tipico übernommen. Der Kaufpreis lag bei rund 1,5 Milliarden Euro. Die Firmengründer, Privateigentümer um den bisherigen Tipico-Vorstandschef Jan Bolz, behalten 40 Prozent der Anteile.

Oliver Felsenstein

Oliver Felsenstein

Tipico wurde vor einem knappen Jahr zum Verkauf gestellt, Angebote konnten bis Ende April eingereicht werden. Bevor CVC den Zuschlag bekam, lieferten sich verschiedene Private-Equity-Firmen und strategische Investoren ein Bieterrennen. Neben verschiedenen Interessenten aus China, unter ihnen der Finanzinvestor Xio Group, hatten auch Advent und Centerbridge sowie die Deutsche Telekom für den Sportwetten-Anbieter geboten. Letztere ist an der Sportwetten GmbH (DSW) beteiligt, die den österreichischen Sportwettenanbieter Tipp3 betreibt, und hätte sich mit Tipico auch eine bessere Ausgangssituation bei der Versteigerung der Internet-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga erkauft.

Am Ende machten Centerbridge und CVC das Rennen um Tipico zwischen sich aus. Der erfolgreiche Finanzinvestor CVC kennt sich bereits in der Branche aus, er hält eine Mehrheitsbeteiligung an Sky Bet.

Tipico beschäftigt derzeit 5.000 Mitarbeiter und ist in fünf Ländern aktiv. Der Anbieter von Sportwetten und digitalen Casinospielen gehört in der Fußball-Bundesliga zu den wichtigen Sponsoren, unter anderem bei Bayern München und dem Hamburger SV.

Berater CVC
Latham & Watkins (Frankfurt): Oliver Felsenstein (Private Equity), Stefan Süß (Steuerrecht; München), Dr. Finn Zeidler (Compliance), Susanne Decker, Dr. Leif Schrader (beide Private Equity), Dr. Tobias Leder (Arbeitsrecht; München), Thies Deike (Commercial); Associates: Dr. Sebastian Pauls (München), Alina Gansen, Sylvia Semkowicz, Christoph Clausen, Marion Schuster (München; alle Private Equity), Juliane Hack (Compliance), Christoph Seidler (Arbeitsrecht; München), Stephan Kress (Commercial), Axel Schiemann (Regulatory)
Melchers (Heidelberg): Dr. Jörg Hofmann, Dr. Matthias Spitz, Jessica Maier, Dr. Andreas Decker (Frankfurt)
WH Partners (Malta): Ruth Galea (Federführung; Corporate), Olga Finkel, James Scicluna (beide Glücksspielrecht); Associates: Robert Zammit, Angele Attard-Chetcuti (beide Regulierung) Graziella Grech, Robert Skalina (beide Corporate)
Freshfields Bruckhaus Deringer (Köln): Dr. Juliane Hilf (Öffentliches Wirtschaftsrecht/Regulierung; Federführung), Dr. Georg Roderburg (Steuerrecht), Alex Mitchell, Sean Pierce (Finance), Rod Carlton (Kartellrecht); Associates: Dr. Daniel Wörheide (Öffentliches Wirtschaftsrecht/Regulierung), Thomas Richter (Steuerrecht), Leon Daoud, Patrick Wildin (Bank- und Finanzrecht), Christoph Hinrichsen (Kartellrecht)

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt

Berater Tipico
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Prof. Dr. Gerhard Schmidt, Stephan Grauke, Dr. Volkmar Bruckner, Dr. Barbara Jagersberger (alle Corporate), Tobias Geerling (Steuerrecht; alle drei München); Associates: Dr. Michael Lamsa (Corporate), Dr. Andreas Vath, Manuel Fringer, Anna Loibl, Vanessa Schmieding (München), Micha Gersdorf (alle Corporate), Ludger Kempf, Matthias Full, Jörg Fischer (alle Steuerrecht; München), Mareike Pfeiffer, Dr. Johannes Allmendinger (beide Arbeitsrecht), Dr. Konstantin Hoppe (Litigation; München), Thomas Zimmermann, Dustin Scheuer (beide Finance; München)
Würtenberger Winstel Kern Pawlik (Stuttgart): Dr. Marc Winstel (Corporate/M&A), Dr. Hannes Kern, Dr. Thomas Würtenberger (Regulierung/Konzessionen)
Redeker Sellner Dahs (Bonn): Dr. Ronald Reichert – aus dem Markt bekannt

Berater Tipico Management
Austmann & Partner (Düsseldorf): Thomas Austmann, Dr. Nina Böttger

Berater Centerbridge
Clifford Chance: Dr. Anselm Raddatz (Düsseldorf), Dr. Jörg Rhiel (Frankfurt); Associates: Dr. Robert John (Frankfurt; alle Corporate/Private Equity) – aus dem Markt bekannt
Brandl & Talos (Wien): Thomas Talos (Regulatory), Roman Rericha (Gesellschaftsrecht); Nicholas Aquilina (Rechtsanwaltsanwärter; Regulatory)
Dr. Bauer & Partner (München): Jens Becker (Regulatory)
White & Case (Frankfurt): Gernot Wagner, Dr. Hendrik Röhricht (beide Private Equity), Vanessa Schürmann, Rebecca Emory (beide Kapitalmarktrecht)

Berater Xio Group
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt) Dr. Markus Paul – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Weil Gotshal begleitete Tipico bereits bei einem Beteiligungsprogramm, bevor die Kanzlei nun auch mit der rechtlichen Beratung des Verkaufsprozesses betraut wurde. An ihrer Seite waren für die speziellen regulatorischen und vor allem konzesssionsrechtlichen Fragen die Tipico-Stammberater von Würtenberger und Redeker aktiv. Erst in der vergangenen Woche hatte Tipico mit den beiden Kanzleien einen wichtigen Sieg vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden erzielt. In dem Verfahren war eine vom Land Hessen vorgesehene Beschränkung von lediglich 20 Konzessionen für Sportwetten gekippt worden.

Lathams Team für CVC wurde von dem Frankfurter Partner Felsenstein geleitet, der erst im vergangenen Jahr von Clifford zu der US-Kanzlei gewechselt war. Der Investor setzte hierzulande in der Vergangenheit häufiger auf Freshfields, arbeitete aber auch bereits mit Hengeler Mueller zusammen. Die auf Glücksspielrecht spezialisierte Kanzlei Melchers war in der Due Diligence für diesen Teil zuständig, Freshfields beriet neben einer regulatorischen Analyse auch zu steuer-, finanz- und kartellrechtlichen Fragen. Die Kanzlei war parallel auch für andere Bieter im Rennen wie etwa den chinesischen Finanzinvestor Xio. 

Centerbridge wurde von einem Clifford-Team unter Federführung des Düsseldorfer Partners Raddatz beraten. Auch der ehemalige Freshfields-Partner war erst im vergangenen Jahr in die Kanzlei gewechselt und steht für den Wiederaufbaukurs bei Clifford nach einigen personellen Verlusten, unter anderem dem Weggang von Felsenstein. Bei der Senvion-Übernahme vertraute Centerbridge hierzulande zuletzt auf Weil Gotshal, bei der komplexen ATU-Sanierung stand Görg an der Seite des US-Fonds, beim Apcoa-Engagement war es Kirkland & Ellis. An der Seite von Clifford war Brandl & Talos für die glücksspielrechtlichen Aspekte, insbesondere die speziellen regulatorischen und konzessionsrechtlichen Fragen, zuständig. Die beratenden Banken vertrauten hingegen auf White & Case. (Ulrike Barth)

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