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15.04.2016

Restrukturierung: Deutsch-britische Teams bringen H.C. Starck neue Kredite

Der Spezialchemiehersteller H.C. Starck, belastet durch 700 Millionen Euro Verbindlichkeiten, hat mit angepassten Zinsen und Laufzeiten seine Finanzierung verlängert. Dies ist das Ergebnis sogenannter Amend & Extend-Verhandlungen, die der Konzern mit den Geldgebern abgeschlossen hat.

Lars Westpfahl

Lars Westpfahl

Die Schuldenlast stammt zum großen Teil noch aus dem Verkauf von H.C. Starck vor zehn Jahren. Die ehemalige Bayer-Tochter war damals von den Private-Equity-Fonds Advent und Carlyle für 1,2 Milliarden Euro erworben worden. Der Umsatz mit Spezialpulvern und Hightech-Metallen betrug zuletzt 786 Millionen Euro.

Für die Refinanzierung war zeitweilig auch ein Scheme of Arrangement nach englischem Recht als Lösungsalternative im Gespräch, um die vielschichtigen Interessen der Geldgeber in den Griff zu bekommen. Ein solches Scheme lässt Verhandlungen mit einzelnen Gläubigergruppen zu.

Berater H.C. Starck
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Lars Westpfahl, Richard Tett, Sean Lacey (beide London; alle Federführung; alle Bank-/Finanzrecht; Restrukturierung); Associates: Dr. Marvin Knapp, Sebastian Siepmann, Jan-Philip Wilde (alle Bank-/Finanzrecht; Restrukturierung)
Milbank Tweed Hadley & McCloy (München): Dr. Rolf Füger, Dr. Matthias Schell (beide Federführung), Corinna Rehn, Carsten Hohmann (alle Steuerrecht)

Berater H.C. Starck-Geschäftsführung
Noerr (Frankfurt): Dr. Thomas Hoffmann (Federführung; Restrukturierung), Dr. Ingo Theusinger (Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Dr. Christian Pelz (Strafrecht; München), Dr. Madlen Kotte (Insolvenzrecht), Isabel Giancristofano (Restrukturierung, London)

Berater Senior Kreditgeber
Linklaters (Frankfurt): Yen Sum (London), Kolja von Bismarck (beide Federführung), Anette Kurdian, Nick Le Masurier (beide London; alle Banking); Associates: Sabine Vorwerk, Andreas Steiger, Patrick Schulz (alle Restrukturierung), Przemyslaw Lipin, Fabian Neumeier, Sercan Özer Demiral (Banking) – aus dem Markt bekannt

Philip Hertz

Philip Hertz

Berater Second-Lien-Gläubiger
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Stefan Sax (Restrukturierung), Philip Hertz, Emma Folds (beide Finance; beide London), Oda Lehmkuhl (Restrukturierung), Harald Amer (Restrukturierung; München); Associates: Melissa Coakley, Christopher Poel, David Robson (alle Finance; London)

Berater Mezzanine-Gläubiger
White & Case (Frankfurt): Dr. Tom Schorling (Banking), Ian Wallace (London), Riaz Janjuah (beide Restrukturierung/Insolvenz; Hamburg); Associate: Bela Knof (Restrukturierung/Insolvenz; London)

Berater Commerzbank als Agent/Sicherheitenagent
Latham & Watkins (Frankfurt): Alexandra Hagelüken (Federführung; Bank-/Finanzrecht), Frank Grell, Dr. Jörn Kowalewski; Associate: Ulrich Klockenbrink (alle Restrukturierung; alle Hamburg)

Hintergrund: Für viele der beteiligten Kanzleien ist die enge Verzahnung der Restrukturierungs- und Banking-Praxen in London und Frankfurt beziehungsweise Hamburg Standard. Das liegt unter anderem an der Häufigkeit von Unternehmensfinanzierungen nach englischem Recht, aber auch an den Restrukturierungsinstrumenten, die der Standort London bietet.

Das Freshfields-Team mit Westpfahl und Tett war unter anderem 2012 bei der Refinanzierung der Deutschen Annington (jetzt Vonovia) im Einsatz. Linklaters-Partner von Bismarck arbeitete zuletzt etwa in den Vergleichsverhandlungen bei der Petroplus-Insolvenz mit Partnern aus dem Londoner Büro zusammen. Und sowohl White & Case als auch Clifford Chance sind mit deutsch-britischen Teams nicht nur bei der Starck-Kreditverlängerung tätig: Das Clifford-Gespann Sax/Hertz berät parallel bei der Restrukturierung von Scholz Recycling auf Unternehmensseite, während White & Case dort im Tandem Schorling/Wallace die wesentlichen Kreditgeber vertritt.

Latham profitierte in dem Commerzbank-Mandat von der Einbindung der früheren Clifford-Partnerin Alexandra Hagelüken, die im vergangenen November gewechselt war. Schon vor knapp zehn Jahren, als Bayer H.C. Starck verkaufte, war Latham mit Dr. Christina Ungeheuer für die damalige Dresdner Bank, deren Rechtsnachfolgerin die Commerzbank heute ist, aktiv. Ungeheuer hat Latham im Januar 2016 verlassen und sich selbstständig gemacht.

Milbank war schon 2006 involviert, als  Advent und Carlyle bei H.C. Starck einstiegen und stehen dem Unternehmen seitdem regelmäßig in steuerlichen Fragen zur Seite. (Markus Lembeck)

 

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