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04.05.2016

Funkmasten verkauft: Telefónica Deutschland setzt auf CMS und Kümmerlein

Telefónica Deutschland hat rund 2.350 Mobilfunkmasten an ihre junge spanische Schwesterfirma Telxius Telecom verkauft. Die Transaktion zur Netzinfrastruktur hat einen Wert von 587 Millionen Euro und ist mit einem Lease-back-Vertrag verbunden.

Oliver Thurn

Oliver Thurn

Die 2.350 Mobilfunkmasten sind freistehend und somit hochpreisig. Telefónica Deutschland wird interimsweise noch die Servicewartung abdecken, hat die Masten selbst aber langfristig zurückgemietet, um die Übertragungstechnik weiter zu nutzen. Denn die Sende- und Empfangstechnik, die auf den Masten montiert ist, ist in die aktuelle Transaktion nicht eingeschlossen.

Telefónica Deutschland setzt damit ihren Konsolidierungskurs nach der milliardenschwere Übernahme von E-Plus fort. Bereits 2015 hatte sie ihre Mobilfunkstandorte reduziert und rund 7.700 Masten an die Deutsche Telekom abgegeben, überwiegend sogenannte Dachantennen. Auch verkaufte sie rund 300 ihrer Shops und die Marke Yourfone an die Wettbewerberin Drillisch.

Bis 2018 sollen bei Telefónica Deutschland insgesamt 1.600 Stellen abgebaut werden. Im März platzierte das Unternehmen einen Konsortialkredit über 750 Millionen Euro. Als arrangierende Banken standen die BNP Paribas, die Commerzbank und die UniCredit bereit.

Telxius Telecom wurde erst im Februar gegründet, als Tochter der spanischen börsennotierten Muttergesellschaft Telefónica. Sie ist als weltweite Gesellschaft angelegt, um die Assets vor allem aus dem passiven Netzinfrastrukturbereich zu bündeln. Genutzt werden die Masten, Kabel und dergleichen auch von anderen Telefongesellschaften.

Berater Telxius Telecom
Inhouse Recht (Telefónica; Madrid): Keine Nennungen

Berater Telefónica Deutschland
Inhouse Recht (München): Marcel Ritter (General Counsel), Julie-Ann Schreier (Kapitalmarktrecht), Peter Kettenring (Corproate Structure)
CMS Hasche Sigle (München): Dr. Oliver Thurn, Dr. Martin Kuhn, Dr. Martin Kolbinger (beide Federführung), Dr. Stefan Höß (Immobilienrecht), Philipp Melzer (Kapitalmarktrecht), Dr. Anne Meckbach; Associates: Dr. Astrid Roesener, Dr. Tobias Kallmaier (alle Corporate), Dr. Matthias Windorfer (Immobilienrecht)
Kümmerlein (Essen): Dr. Joachim Gores, Sebastian Heidtkamp; Associate: Andreas Müller

Joachim Gores

Joachim Gores

Hintergrund: CMS-Corporate-Partner Oliver Thurn pflegt seit Jahren enge Beziehungen zu Telefónica Deutschland. So begleitete er seine Mandantin gemeinsam mit dem Kapitalmarktrechtler Dr. Andreas Zanner 2012 schon auf das Börsenparkett. Später unterstützte die Kanzlei auch die Begebung von großvolumigen Anleihen. Im letzten Frühjahr betreute CMS eine kombinierte Transaktion aus Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen, mittels der 300 Millionen Euro bei institutionellen Investoren aufgenommen wurden. Hier waren neben Thurn die beiden Corporate-Anwälte Kuhn und Kolbinger eingebunden.

Bei der Veräußerung von Funkmasten, die überwiegend auf Dächern stehen, setzte Telefónica auf die Essener Kanzlei Kümmerlein. Da diese langjährige Beziehungen zur E-Plus hatte, war sie mit dem Großteil der Assets schon vertraut. Bei dem aktuellen Deal beriet Kümmerlein vor allem zum Lease-back- und Interims-Service-Vertrag.

Für die personellen Restrukturierungsmaßnahmen wurde seinerzeit schon Baker & McKenzie mandatiert. Gleichzeitig baute das Mobilfunkunternehmen intern ein Arbeitsrechtsteam auf, das seit Februar 2015 unter der Leitung von Florian Götz steht.

Telxius Telecom wurde dem Vernehmen nach nicht von externen Beratern vertreten, sondern von der großen Rechtsabteilung der Telefónica-Holdinggesellschaft. (Sonja Behrens)

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