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08.06.2016

E.on’s Kernspaltung: Inhouseteams und Linklaters begleiten Umstrukturierung

E.on hat auf der Hauptversammlung in Essen erneut schlechte Zahlen vorgelegt: Für 2015 verbuchte der Energieriese einen Nettoverlust von fast sieben Milliarden Euro – nach bereits 3,2 Milliarden Euro Verlust im Vorjahr. Die Zustimmung zum wichtigsten Tagesordnungspunkt – der Abspaltung von Uniper  gilt trotzdem als reine Formsache. Im Vorfeld der Hauptversammlung wurden keine Gegenanträge gestellt.

Michael Moser

Michael Moser

Operativ arbeiten E.on und Uniper schon seit Jahresbeginn komplett getrennt, die Hauptversammlung macht jetzt den Weg zur juristischen Trennung frei. Für jeweils zehn E.on-Papiere bekommen die Aktionäre einen Uniper-Anteilsschein. Später will E.on die restlichen Aktien an der Börse platzieren. Mit den beiden Geschäftsmodellen sollen neue Investoren für den mit über 26 Milliarden Euro verschuldeten Konzern angelockt werden.

Ein 188 Seiten starker Spaltungsbericht führte aus, wie die neue E.on-Welt aussehen wird: So verbleiben etwa die deutschen Atomkraftwerke in der neuen E.on, obwohl sich die eigentlich auf die erneuerbaren Energien konzentrieren soll. Der Auslagerung der Ewigkeitshaftung fürs Atom hatte die Politik zuvor einen Riegel vorgeschoben, E.on musste seine Aufspaltungspläne anpassen.

Für die Kernenergie des Konzerns in Schweden ist aber Uniper zuständig, ebenso für die restlichen konventionellen Kraftwerke. Beobachter halten die Aufteilung für einen Geburtsfehler, weil die neue „grüne“ E.on damit für Fonds, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind, unattraktiv wird.

Uniper als Erbin des „Altgeschäfts“ hat bereits ein Sparprogramm und den Verkauf von Firmenbeteiligungen angekündigt. Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro sollen abgestoßen werden. Erst ab 2018 erwartet die neue Gesellschaft eine Belebung des Marktes für konventionelle Stromerzeugung. Als einer der ersten Schritte wird sie Kreditzusagen mehrerer Banken von über rund 2,5 Milliarden Euro nutzen, um alte Kredite der E.on-Mutter abzulösen. Für 2016 haben beide Unternehmen Dividenden versprochen.

Neben dem Beschluss über die Aufspaltung standen heute auch die Neuwahl von Aufsichtsräten sowie ein neues Vergütungssystem auf der Tagesordnung.

Ralph Wollburg

Ralph Wollburg

Berater E.on
Inhouse Recht (E.on; Düsseldorf): Karl-Heinz Feldmann, Dr. Christoph Radke, Dr. Michael Moser (Projekt Transaction), Dr. Dermot Fleischmann (Federführung), Dr. Friederike Müller, Dr. Cora Hartan, Felix Fischer, Michael Knorr, Peter Kraft, Heinrich Montag, Andrea Dose (beide Steuerrecht), Dr. Laurenz Voss, Cornelia Kallen, Dr. Mathias Kaufmann, Vera Fritz (alle Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Uniper; Düsseldorf): Dr. Patrick Wolff, Jörn Becker, Dr. Sascha Fehlemann, Giuseppe Sferrazza, Dr. Christian Ronge, Jan-Philipp Jaeger, Frank Kolan (Steuerrecht)
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Ralph Wollburg, Staffan Illert (beide Federführung), Dr. Rüdiger Thiele, Dr. Jochen Laufersweiler (Frankfurt; alle Corporate), Thomas Schulz (Corporate/Energy), Dr. Markus Appel (Öffentliches Recht; beide Berlin), Roger Barron, Ian Hunter (beide London), Elisabet Lundgren (Stockholm), Ulli Janssen (Frankfurt; alle Corporate); Associates: Claudia Schneider, Mirko König, Dr. Martin Borning (Corporate/Energy; Berlin), Karin Hribar, Rebecca Hägele, Dr. Andreas Zenner, Nima Naderi (Stockholm), Dr. Eva Hennen, Dr. Fabian Rösner, Christoph Rieckmann (alle Corporate), Dr. Jens Hollinderbäumer (Corporate/Energy, Berlin), Dr. Robert Mai, Dr. Sebastian Biller (beide Corporatet, Frankfurt)
CMS Hasche Sigle (Köln): Prof. Dr. Björn Gaul, Dr. Daniel Ludwig, Dr. Nina Hartmann; Associate: Saskia Jessen (alle Arbeitsrecht)
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Prof. Dr. Thomas Roedder, Dr. Bernhard Liekenbrock (beide Steuerrecht)

Berater E.on Kernkraft u.a.
Latham & Watkins (Düsseldorf): Dr. Harald Selzner, Dr. Martin Neuhaus (beide Federführung), Joachim Grittmann (Frankfurt; alle Corporate), Dr. Jörn Kowalewski (Restrukturierung; Hamburg),Dr. Thomas Fox (Steuerrecht; München); Associates: Dr. Nils Röver, Dr. Tim Odendahl, Dr. Benedikt Vogt, Kristina Marx (Frankfurt; alle Corporate), Dr. Ulrich Klockenbrink, Dr. Janina Kessler (beide Restrukturierung; Hamburg)

Hintergrund: Linklaters berät den Konzern bei seinen Plänen zur Abspaltung des konventionellen Stromerzeugungsgeschäfts seit Ende 2014. CMS beriet gesondert zu arbeitsrechtlichen, Flick Gocke zu steuerrechtlichen Fragen des Carve-outs. Im Zusammenhang mit einem fünf Milliarden Euro schweren Konsortialkredit war zudem Allen & Overy mandatiert. Latham hingegen war im Vorfeld für die E.on Kernkraft sowie weitere Konzerngesellschaften tätig, die sich mit Blick auf die geplante Spaltung beraten ließen.

Aufseiten von E.on begleitete der bisherige Leiter für Investor Relations, Dr. Marc Spieker, das Umstrukturierungsprojekt. Für die Steuerung der juristischen Themen und der Finanzierungsstruktur holte E.on Dr. Michael Moser, den früheren Rechtschef für M&A-Projekte, aus Brasilien zurück.

Zudem zeichneten Dr. Patrick Wolff aus der Rechtsabteilung und Frank Kolan aus der Steuerabteilung für das Projekt verantwortlich. Wolff übernimmt in der neuen Einheit die Position des Chefjustiziars und Chief Compliance Officers. Er leitet damit eine Abteilung mit rund 100 Berufsträgern. Erst vor wenigen Wochen war Dr. Gabriele Haas als Leiterin des Compliance-Bereichs von RWE zu Uniper gestoßen. (Ulrike Barth)

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