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30.06.2016

Fernbusse: Flixbus kauft mit Hogan Lovells britischen Wettbewerber

Flixbus wird mit dem Kauf des kontinentaleuropäischen Geschäfts von Megabus zum größten Fernbusanbieter in Europa. Das Münchner Unternehmen übernimmt die Busnetze des britischen Wettbewerbers zu einem nicht bekannten Kaufpreis. Megabus gehört bisher zu Stagecoach, einem der größten Verkehrsunternehmen Großbritanniens.

Nikolas Zirngibl

Nikolas Zirngibl

Megabus transportiert Fahrgäste in Deutschland, Italien, Frankreich, Niederlande, Belgien und Spanien sowie im Linienverkehr nach Großbritannien. Bereits zum 1. Juli werden die Megabus-Linien an Flixbus übergehen, die das Geschäft in ihr bestehendes internationales Netz integrieren will. Das Megabus-Netz in Großbritannien bleibt im Besitz von Stagecoach.

Flixbus wurde 2013 nach der Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes gegründet, inzwischen hat das ehemalige Start-up nach eigenen Angaben pro Jahr 20 Millionen Kunden im In- und Ausland. Im hart umkämpften Fernbusmarkt sind neben Flixbus, die im vergangenen Jahr mit MeinFernbus fusionierten, unter anderem die Deutsche Bahn und die Deutsche Post unterwegs. Flixbus besitzt selbst keine eigene Flotte, sondern arbeitet mit Busunternehmen zusammen. Dieses Modell wird nach einer Übergangszeit auch auf die Megabus-Linien übertragen. Der nicht genannte Kaufpreis wird nach Mitteilung von Stagecoach gestundet und soll bis Ende 2017 beglichen sein.

Berater Flixbus (Flixmobility)
Hogan Lovells (München): Dr. Nikolas Zirngibl (Federführung), Peter Huber (beide Corporate/M&A), Dr. Christoph Wünschmann (Kartellrecht), Dr. Martin Pflüger (IP), Dr. Kerstin Neighbour (Frankfurt), Jean-Marc Albiol (beide Arbeitsrecht; Paris), Keith Woodhouse (M&A; London); Associates: Christian Ritz (Kartellrecht), Marion Fischer (Gewerblicher Rechtsschutz), Alexandre Abitbol (Arbeitsrecht; Paris), Fraser Galloway (M&A; London)
Inhouse Recht
(München): Katrin Moder (Legal Counsel), Henry Ogunrinde (Legal Counsel)

Ralf Thaeter

Ralf Thaeter

Berater Stagecoach
Herbert Smith Freehills: Dr. Ralph Thaeter (Corporate/M&A; Berlin), Dr. Michael Dietrich (Kartellrecht; Düsseldorf), Kai Liebrich (Finanzierung), Moritz Kunz (Arbeitsrecht; beide Frankfurt); Associates: Genevieve Baker (Corporate/M&A; Berlin), Maximilian Zedtwitz von Arnim (Kartellrecht), Adrian Juhnke (Finanzierung), Dr. Simone Gregori, Dr. Tobias Brinkmann (beide Arbeitsrecht; alle Frankfurt)

Hintergrund: Bei der Transaktion standen sich Beraterteams gegenüber, die ihre Mandanten gut kennen. Das Hogan Lovells-Team um Zirngibl hat Flixbus bereits bei dem Zusammenschluss mit MeinFernbus Ende 2104 beraten. Die Kanzlei war auch mit dabei, als Flixbus im März seine Expansion nach Osteuropa besiegelte. Damals hatten Zirngibl und Huber dem Vernehmen nach die Corporate Governance betreut. Die Joint-Venture-Gründung mit dem österreichischen Busunternehmer Blaguss beriet der langjährige gesellschaftsrechtliche Berater von Flixbus, Thomas Gemmeke von Baker Tilly Roelfs. 

Auch Herbert Smith hat ihren Mandanten schon früher in Transaktionen begleitet und war wie Hogan Lovells mit Teams aus den internationalen Büros unterwegs, wo vor allem der erhöhte Bedarf an arbeitsrechtlicher und kartellrechtlicher Beratung abgedeckt wurde. Aufseiten von Herbert Smith waren zudem die beiden Londoner M&A-Partner Ben Ward und Bob Moore eng eingebunden.

Obwohl der Deal am vergangenen Freitag in London zum Abschluss gebracht wurde, hatte das Brexit-Votum zumindest juristisch keine Auswirkungen auf die Beratung und die Verträge, vor allem, weil es um die Auslösung des kontinentalen Geschäfts von Megabus ging. (Christiane Schiffer)

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