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28.07.2016

FinTech: Number26 erhält mit KPMG Law die Vollbanklizenz

Das FinTech-Start-up Number26 hat von der Europäischen Zentralbank eine Vollbanklizenz erhalten. Bislang arbeitete das Berliner Unternehmen für seine Banking-App mit Wirecard zusammen, von der es sich bis Jahresende trennen wird. Wenige Wochen zuvor gelang es Number26, insgesamt 40 Millionen US-Dollar in einer B-Finanzierungsrunde einzusammeln. Als Lead-Investor stieg Horizon Ventures ein. Auch Valar Ventures, Earlybird und die Zalando-Gründer gaben Geld.

Matthias Henke

Matthias Henke

Number26, das künftig unter der Marke N26 firmieren wird, war im Januar 2015 gestartet und bietet mittlerweile seine Bankingdienste in acht europäischen Ländern an. Als einer der ersten Anbieter entwickelte es eine App, die Überweisungen per Smartphone ermöglicht und den Nutzer per Push-Nachrichten über Kontobewegungen informiert. Nach eigenen Angaben verfügt das Start-up über 140 Mitarbeiter und einen Stamm von 200.000 Kunden.

Mitentscheidend für den Schritt zur Vollbank war frisches Kapital, das Number26 in einer Finanzierungsrunde kürzlich einsammelte: Als Lead-Investor stiegt Horizon Ventures ein, der Fonds des Hongkonger Multimilliardärs Li Ka-Shing, der bereits in Facebook oder Skype investierte. Ka-Shing ist in Deutschland aber auch zu 40 Prozent an der Drogeriemarktkette Rossmann beteiligt.

Hinter Valar Ventures steckt unter anderem der PayPal-Mitbegründer Peter Thiel. Earlybird beteiligte sich an dieser Runde, war aber bereits in der Seed-Finanzierungsrunde eingestiegen. Seit 2014 ebenfalls beteiligt ist der Medienkonzern Axel Springer mit seinem Accelerator Plug & Play.

Berater Banklizenz

Berater Number26
KPMG Law (Düsseldorf): Dr. Matthias Henke (Federführung), Dr. Ulrich Keunecke (Leipzig), Hans Kaiser (alle Bank- und Gesellschaftsrecht), Maik Ringel (Datenschutz; Leipzig)
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Robert Kilian (General Counsel; Federführung), Anke Ulrich, Georgi Ambarzumjan

Berater B-Finanzierungsrunde

Berater Number26:
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Robert Kilian (General Counsel)
Osborne Clarke (Berlin): Christian Musfeldt (Venture Capital)

Berater Horizon Ventures:
Hengeler Mueller: Dr. Simon Link (Corporate; München), Dr. Christian Schmies (Bank- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Berater Earlybird
Raue (Berlin): Prof. Dr. Andreas Nelle (Venture Capital)

Berater Battery Ventures
Inhouse Recht (Boston/Tel Aviv): Lizette Perez-Deisboeck, Julie McCann
White & Case (Frankfurt): Dr. Stefan Koch (Private Equity), Dr. Bodo Bender (Steuerrecht)

Berater Valar Ventures
Gunderson Dettmer (Silicon Valley): Nick Harley, Daniel Green

Hintergrund: Das Inhouse-Team von Number26 war sowohl bei der Finanzierungsrunde als auch bei der Beantragung der Banklizenz stark eingebunden. General Counsel dort ist seit einem Jahr Dr. Robert Kilian. Er war zuvor mehrere Jahre als Gesellschaftsrechtler bei Hengeler Mueller in Berlin tätig und leitet mittlerweile ein fünfköpfiges Team bei Number26. Osborne Clarke beriet das FinTech-Unternehmen bereits in früheren Finanzierungsrunden.

In dem rund neun Monate dauernden Prozess zur Erteilung der Vollbanklizenz stand KPMG Law dem Number26-Inhouseteam zur Seite. Der federführende Düsseldorfer Partner Matthias Henke ist ein erfahrener Regulierungsexperte und kam vor fünf Jahren von der BaFin zu KPMG Law. Im vergangenen Jahr begleitete Henke den deutschen Markteintritt der islamkonformen KT Bank gemeinsam mit Norton Rose. Die Verbindung zu Number26 kam über das KPMG-Netzwerk in Berlin zustande.

In der Finanzierungsrunde sammelte das FinTech-Unternehmen viel Geld ausländischer Investoren ein, entsprechend international sind die Berater. Erneut stand die auf VC spezialisierte Silicon-Valley-Kanzlei Gunderson aufseiten von Valar. Battery steuerte das Investment im Wesentlichen mit ihrer Inhouse-Abteilung. Die Frankfurter White & Case-Partner Stefan Koch und Bodo Bender berieten zu gesellschafts- und steuerrechtlichen Aspekten. Battery investiert in Softwarelösungen, e-Commerce und IT-Start-ups in den USA, Kanada, Israel und Europa. Bereits Ende vergangenen Jahres war White & Case beim Verkauf der Trust Group für den Investor gesellschafts- und steuerrechtlich tätig.

Der Lead Investor aus Hongkong setzte auf Hengeler Mueller. Wie die Kanzlei ins Mandat kam, ist nicht bekannt. Partner Christian Schmies ist Co-Leiter der kanzeliinternen Fintech-Praxis-Gruppe. (Eva Lienemann)

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