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06.07.2016

Refinanzierung: FC Schalke begibt mit Clifford-Hilfe Anleihe

Der FC Schalke 04 hat sich über die Ausgabe von zwei Anleihen 50 Millionen Euro besorgt. Die Equinet Bank begleitete die Emission der Papiere, die eine fünf- beziehungsweise siebenjährige Laufzeit haben. 

Sebastian Maerker

Sebastian Maerker

Die Emission ist in zwei Tranchen gestückelt: Ein Zeichnungsvolumen von 34 Millionen Euro erzielte das bis 2023 laufende Papier mit einem Zinssatz von 5 Prozent, auf 16 Millionen Euro kam die bis 2021 laufende und mit 4,25 Prozent verzinste Tranche. Knapp eine Woche vor Ende der geplanten Zeichnungsfrist wurde das Angebot bereits beendet, das Nachfragevolumen hatte zu dem Zeitpunkt schon bei rund 101 Millionen Euro gelegen. Ab Donnerstag werden die Papiere an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Mit der Emission will der Club eine früher begebene Anleihe, die 2019 fällig wird, ablösen und legte dafür ein Umtauschangebot vor. Der FC Schalke hat sich schon mehrfach über den Kapitalmarkt finanziert – nicht immer indes mit guten Erfahrungen. Bereits 2002 nutzte er das seinerzeit für die Bundesliga neue Finanzierungsinstrument, vor allem um seine damals neue Arena zu refinanzieren. 2010 kam es dann zu einem Streit um die Ablösung der vom Londoner Finanzinvestor Stephen Schechter vermittelten Anleihe, die den Club vor große finanzielle Probleme stellte.

Inzwischen sieht es wirtschaftlich für den FC Schalke weit besser aus. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte er gar mit 264,5 Millionen Euro den höchsten Umsatz seiner Vereinsgeschichte. Zuletzt machte sich der Verein zudem daran, ein neues Geschäftsfeld zu erschließen: Als erster deutscher Verein stieg er in den sogenannten eSport ein, indem er ein Team aus der League of Legends engagierte, dem wichtigsten Computerspiel mit eigener professioneller Ligastruktur. Nur wenige Wochen später weitete der vom russischen Energiekonzern Gazprom gesponserte Verein mit der Vorstellung seines eigenen Fifa-Teams sein Engagement im digitalen Sport aus.

Casper Luig

Casper Luig

Berater Schalke 04
Clifford Chance (Frankfurt): Sebastian Maerker (Federführung); Associate: Dr. Peter Becker (beide Banking & Capital Markets) – zur Anleihe
Schmidt von der Osten & Huber (Essen): Dr. Caspar Luig (M&A/Sportrecht), Dr. Eric Barg (Arbeitsrecht) – zum eSport

Hintergrund: Sebastian Maerker hatte bereits die Begebung der letzten Fan-Anleihe 2012 für den Traditionsclub vorbereitet. Der Kapitalmarktrechtler betreut regelmäßig Anleiheemissionen im Sport und fungierte zusammen mit Associate Becker gleichzeitig als Berater der Equinet Bank.

Eric Barg

Eric Barg

Die Sozietät Schmidt von der Osten & Huber unterstützte den FC Schalke 04 bei der Verpflichtung der eSport-Spieler. Mit deren Übernahme sicherte sich der Fußballclub nicht nur die erfahrenen Spieler, sondern auch deren Startplatz in der europäischen League Championship Series (CLS). Die Sport-, Marken – und Vermarktungsrechte übernahm er vom bisherigen Inhaber Jacob Toft-Andersen, der als Manager weiter verpflichtet wurde. Die Mandatsbeziehung zwischen Schalke und Schmidt von der Osten besteht bereits seit vielen Jahren, nicht nur für Spieler-Transfers, sondern auch bei Streitigkeiten mit Managern und Vereinsfunktionären. Hier lag die Federführung gemeinsam bei Caspar Luig und Eric Barg. (Sonja Behrens, Rene Bender)

 

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