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19.09.2016

Adieu Pipette: Gerresheimer verkauft Laborsparte an Freshfields-Mandantin OEP

Reagenzgläser passen nicht zur Geschäftsstrategie. Deshalb verkauft der Düsseldorfer Verpackungshersteller Gerresheimer seine Laborglassparte. Käufer ist Duran, eine Beteiligungsgruppe des Investors One Equity Partners (OEP). Gerresheimer hat die Sparte in dem Joint Venture Kimble Chase zusammengefasst, das sie gemeinsam mit dem amerikanischen Unternehmen Chase Scientific Glas gegründet hatte.

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Arend von Riegen

Kimble Chase hat seinen Verwaltungssitz in Tennessee und stellt dort auch Spezialprodukte für Labors und wissenschaftliche Einrichtungen her, etwa Reagenzgläser, Pipetten und Messzylinder. Außerdem fertigt Kimble Chase in Meiningen, New York, Queretaro (Mexiko) und Peking. Das Unternehmen startete 2007 als Joint Venture von Gerresheimer und Chase Scientific Glass, die beide damit ihre Laborglassparten zusammenführten. Gerresheimer hält 51, Chase 49 Prozent der Anteile. Der Kaufpreis für den Investor OEP, der sämtliche Anteile beider Joint-Venture-Partner übernimmt, beträgt umgerechnet 116 Millionen Euro, die in bar gezahlt werden.

Gerresheimer begründet den Verkauf mit der Konzentration auf ihr Kerngeschäft, das in der Herstellung von pharmazeutischen Verpackungen und Produkten zur Verabreichung von Medikamenten liegt.

Berater One Equity Partners/Duran
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Arend von Riegen (Federführung), Timothy Wilkins (New York; beide Corporate/M&A), Howard Klein (Arbeitsrecht), Robert Scarborough (Steuerrecht; beide New York), Bruce McCulloch (Kartellrecht; Washington); Associates: Florian Sippe, Jieyu Zhang (beide Frankfurt), Frédérique Couture-Carrier, Shaun Levor, Milena Jurca (alle New York; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Bryan Brooks, Mia White, Carlu Franceschini (alle IP), Alec Nealon (Arbeitsrecht), David Mitchell (beide Steuerrecht; alle New York), Meredith Mommers (Kartellrecht; Washington)

Berater Kimble Chase
McDermott Will & Emery (New York):Tom Sauermilch (Gesellschaftsrecht), Christian Krohs (Kartellrecht; Düsseldorf), Steffen Woitz (gewerblicher Rechtsschutz; München), Dr. Thomas Gennert (Arbeitsrecht; Düsseldorf)
Hermanns Wagner Brück: Johannes Brück, Corinna Neunzig (beide Kartellrecht)

Berater Banken
Shearman & Sterling (Frankfurt): Winfried Carli (Federführung), Dr. Matthias Weissinger (beide Finanzierung, Dr. Anders Kraft (Steuern) sowie Associate Andreas Breu (Frankfurt-Finance)

Hintergrund: Die Beziehung zwischen Freshfields und dem US-Investor OPE reicht lange zurück. Erstmals war ein Team um von Riegen 2009 für den Investor unterwegs, als dieser die Mehrheit am österreichischen Verpackungshersteller Constantia Packaging übernahm. Konsequenterweise beauftragte OPE dann auch wieder von Riegen, als man Anfang 2015 den inzwischen in Constantia Flexibles umbenannten Hersteller an das französische Investmenthaus Wendel verkaufte. Freshfields deckte bei der Transaktion alle rechtlichen Aspekte ab.

Allerdings arbeitete OPE in der Vergangenheit auch mit Hengeler Mueller und Latham & Watkins zusammen. Einer der wichtigen Ansprechpartner der Mandantin dort, Dirk Oberbracht, hat Latham jedoch im Juni verlassen, um für Gibson Dunn in Frankfurt zu eröffnen.

McDermott hatte den Mitgesellschafter Gerresheimer bereits bei der Joint-Venture-Gründung beraten, nun hat sie als Lead-Counsel die wesentlichen Transaktionsaspekte des Deals verantwortet.
Hermanns Wagner Brück koordiniert für die Verkäufer die kartellrechtliche Beratung und die Anmeldungen in mehreren Ländern. In Deutschland übernimmt Hermanns Wagner Brück die Anmeldung selbst. (Christiane Schiffer)

 

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