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08.09.2016

E.on-Spin-off: Uniper strebt mit Linklaters und Allen & Overy an die Börse

Am 12. September soll es soweit sein. Dann will der E.on-Spin-off Uniper am regulierten Markt in Frankfurt an die Börse gehen. Bereits am Freitag dieser Woche soll die Abspaltung ins Handelsregister eingetragen werden. Der IPO wird von einem Bankenkonsortium unter der Führung von Morgan Stanley und J.P. Morgan begleitet.

Herbert Harrer

Herbert Harrer

Im Zuge der Abspaltung und des Börsengangs verteilt E.on zunächst rund 53 Prozent der Uniper-Anteilsscheine an seine Aktionäre. Die übrigen 47 Prozent verbleiben aus steuerlichen Gründen bis Anfang 2018 bei E.on. Die Verteilung der Aktien erfolgt nach der Eintragung ins Handelsregister. Dann erhält jeder E.on-Aktionär für jeweils zehn gehaltene E.on-Anteilsscheine eine Uniper-Aktie zusätzlich, was rund 195 Millionen Uniper-Aktien ergibt. Der Kurs wird im Rahmen einer Eröffnungsauktion kurz nach Handelsbeginn ermittelt. Analysten zufolge liegt der Unternehmenswert von Uniper zwischen 4 und 5,5 Milliarden Euro, was einem Kurs von 11 bis 15 Euro entsprechen würde.

Innerhalb von 90 Tagen nach dem IPO hat E.on sich verpflichtet, keine Uniper-Aktien zu kaufen. E.on und Uniper schließen in diesem Zeitraum auch eine Kapitalerhöhung aus. Medienberichten zufolge plant E.on aber später eine zwei Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Risikoaufschlags auf die Atommüll-Rückstellungen.

Unter der seit Jahresbeginn operativ tätigen Uniper hat E.on seine konventionellen Gas-, Wasser- und Kohlekraftwerke sowie den Energiehandel ausgegliedert. Die erneuerbaren Energien, der Vertrieb und das Netzgeschäft verbleiben bei E.on. Uniper mit Sitz in Düsseldorf beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter. Während der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen bei einem Umsatz von 34 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 1,5 Milliarden Euro betrug, schrieb das Unternehmen in dieser Zeit einen Nettoverlust von 3,9 Milliarden Euro. Der Verlust ist insbesondere auf die hohen Abschreibungen für die Kraftwerke zurückzuführen. 

Berater E.on und Uniper
Linklaters
(Frankfurt): Dr. Herbert Harrer (Federführung), Dr. Marco Carbonare, Peter Waltz (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Ralph Wollburg, Staffan Illert (beide Düsseldorf), Ulli Janssen (alle Corporate); Associates: Dr. Alexander Schlee (Federführung), Dr. Alexander Fritzsche, Martin Rojahn, Charles Eypper (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Robert Mai, Sebastian Pooschke (Berlin), Claudia Schneider, Dr. Eva Hennen (beide Düsseldorf; alle Corporate)
Inhouse Recht (E.on; Essen): Karl-Heinz Feldmann (Leiter Recht), Dr. Michael Moser (Gesamtverantwortung), Dr. Christoph Radke, Dr. Dermot Fleischmann, Dr. Friederike Müller
Inhouse Recht (Uniper; Düsseldorf): Dr. Patrick Wolff (Leiter Recht), Jörn Becker, Dr. Sascha Fehlemann, Dr. Christian Ronge

Berater Banken
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler (Kapitalmarktrecht), Dr. Hans Diekmann (Corporate; Düsseldorf), Dr. Olaf Otting (Öffentliches Recht); Associate: David Rath (Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Morgan Stanley; Frankfurt): Dr. Cornelia Ernst
Inhouse Recht (J.P. Morgan; Frankfurt): Florian Weigel

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Hintergrund: Linklaters berät E.on seit Ende 2014 bei seinen Plänen zur Abspaltung des konventionellen Stromerzeugungsgeschäfts. Im Zusammenhang mit einem fünf Milliarden Euro schweren Konsortialkredit war auch schon Allen & Overy mandatiert. Beide Sozietäten wurden auch beim IPO von Covestro im vergangenen Jahr hinzugezogen. Dabei war Linklaters ebenfalls schon bei der Abspaltung der Sparte Material Science von Bayer mandatiert, die dann in Covestro umbenannt und an die Börse gebracht wurde. Allen & Overy wurde damals für Finanzierungsfragen im Zuge der Abspaltung von dem Konzern mandatiert.

Allen & Overy-Partner Seiler berät bei Börsengängen häufig die Bankenseite und hat hervorragende Kontakte zu verschiedenen Geldinstituten. So verwundert es nicht, dass J.P. Morgan und Morgan Stanley auch in diesem Fall auf ihn setzen. 

Ob die gleichen Berater auch bei der laut Medienberichten geplanten zwei Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung von E.on zur Finanzierung des Risikoaufschlags auf die Atommüll-Rückstellungen mandatiert sein werden, ist noch offen. Nachdem Seiler, wie kürzlich bekannt wurde, aber in absehbarer Zeit zu Latham & Watkins wechseln wird, ist davon auszugehen, dass das Mandat dann auch an die US-Kanzlei gehen würde.

Für die Abschlussprüfung im Rahmen des Börsengangs wurde PricewaterhouseCoopers beauftragt. (Claudia Otto)

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