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29.09.2016

Leinen los: Blohm+Voss geht an CMS-Mandantin Lürssen

Die neuen Besitzer der Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss kommen aus der Heimat. Die Bremer Lürssen-Gruppe übernimmt die Werft vom derzeitigen Eigentümer, dem britischen Investor Star Capital. Jetzt muss das Kartellamt den Deal noch absegnen. Der Traditionsname, den jeder Hamburg-Tourist kennt, soll auf jeden Fall erhalten bleiben.

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Christoph Zarth

Lürssen ist in zwei Schiffsbausegmenten unterwegs: Das Bremer Familienunternehmen baut sowohl Luxusjachten als auch Schiffe für die Marine. In diesem Bereich haben Lürssen und Blohm+Voss, die teils auch Konkurrenten waren, zusammengearbeitet. Bei Blohm+Voss in Hamburg arbeiten etwa 1000 Beschäftigte. Mit den Werftarbeitern, die von Lürssen dazu kommen, wird die Gruppe dann auf 1.800 Mitarbeiter in fünf norddeutschen Städten anwachsen.

Lürssen will mit dem Zukauf sein Leistungsspektrum für Reparatur, Wartung und Neubau von Jachten, Marine- und kommerziellen Schiffen abrunden.

Blohm+Voss hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Anfang 2012 kaufte die britische Investmentgesellschaft Star Capital den zivilen Teil der Blohm+Voss-Gruppe von ThyssenKrupp. Lürssen wollte die Werft damals auch schon übernehmen, kam aber letztlich nicht zum Zug. Die Maschinenbausparte ging 2013 an die SKF-Gruppe, Blohm+Voss Oil Tools wurde an Forum Energy Technologies verkauft. Im Frühjahr dieses Jahres fand noch eine umfangreiche Neustrukturierung statt, bei der Blohm+Voss Repair und der Werftenteil verschmolzen wurden.

Berater Lürssen-Gruppe
CMS Hasche Sigle (Hamburg): Christoph Zarth, Dr. Jost Kienzle (beide Maritimes Wirtschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt
Clyde & Co (London): Paul Rosen (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Hogan Lovells (Düsseldorf): Martin Sura (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Julian Lemor

Julian Lemor

Berater Star Capital
Mayer Brown (Frankfurt): Dr. Julian Lemor (Federführung), Birgit Hübscher-Alt (beide Corporate), Dr. Ingo Kleutgens, Volker Junge (beide Steuerrecht), Dr. Jens Schmidt (Brüssel), Warsha Kalé (London; beide Wettbewerbs- und Kartellrecht), Elmar Günther (Immobilienrecht); Associates: Miriam Gyun-Mie Meixner, Michael Gläsner, Tina Hoffmann (alle Corporate), Matthias Füssel (Arbeitsrecht)

Hintergrund: CMS hat Lürssen hier ein weiteres Mal beraten. Zarth, seit 2015 Partner bei CMS, und Kienzle standen dem Familienunternehmen bereits zur Seite, als es 2012 die Norderwerft aus der Insolvenzmasse der Sietas Werften kaufte. Zu Beginn führte Clyde & Co-Counsel Rosen beim aktuellen Deal die Verhandlungen dem Vernehmen nach von London aus, während CMS dann mit zunehmendem Fortschritt der Verhandlungen im deutschrechtlichen Teil präsenter wurde.

Lemor und Hübscher-Alt waren Anfang des Jahres samt Team von King & Wood Mallesons zu Mayer Brown gewechselt. Star Capital gehörte schon zu King & Wood-Zeiten zu den regelmäßigen Mandanten des Duos. Sie begleiteten den Investor zum Beispiel bei allen Aktivitäten rund um Blohm+Voss, so auch bei der Umstrukturierung Anfang des Jahres, die in die Wechselzeit zu Mayer Brown fiel. Da beispielsweise die steuerlichen Aspekte der Neustrukturierung einen großen Teil der Beratung einnahmen, führte Steuerrechtspartner Martin Hill von King & Wood aus weiter.

Beim Verkauf nun deckte Mayer Brown alle Beratungsaspekte ab, für das Kartellrecht zog man Kollegen aus Brüssel und London hinzu.

King & Wood ist nach den Weggängen von Lemor und Hübscher-Alt allerdings weiter für Star Capital tätig. Michiel Huizinga, Corporate-Partner aus Frankfurt, beriet den Investor jüngst bei der Mehrheitsübernahme an dem Stuttgarter IT-Infrastruktur-Dienstleister Globalways. (Christiane Schiffer)

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