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26.09.2016

Pannenhilfe: ATU-Werkstätten gehen an Latham-Mandantin Mobivia

Die gebeutelte Werkstattkette ATU geht an einen französischen Wettbewerber. Mobivia will ATU bis zum Jahresende von den Investoren Centerbridge und Goldman Sachs übernehmen. Bedingung: Die ATU-Geschäftsführung muss sich mit den Vermietern darauf einigen, die Mieten für die Werkstätten langfristig zu senken.

Gregor Klenk

Gregor Klenk

Mobivia ist mit 11.000 Mitarbeitern und 1,76 Millarden Euro Umsatz eine der größten Werkstattketten in Europa. Bislang ist das Unternehmen noch nicht in Deutschland vertreten, über ATU will man nun auch in den attraktiven Markt expandieren. ATU erwirtschaftete zuletzt rund eine Milliarde Euro Umsatz und betreibt mehr als 600 Werkstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ende 2013 musste sich das Unternehmen einer umfangreichen Restrukturierung unterziehen. Mit Hilfe eines komplexen internationalen Debt-Equity-Swap wechselte ATU von KKR in den Besitz von Centerbridge, Babson Capital und Goldman Sachs. Alle waren schon Anleihegläubiger der Werkstattkette.

Mit der Restrukturierung ließen sich die Schulden um rund 600 Millionen Euro senken, die Zinslast ging um 90 Prozent zurück. Hayfin Capital brachte damals als neuer Finanzierer 75 Millionen Euro mit. Die Mietkonditionen, auf die es nun entscheidend ankommt, waren auch vor zwei Jahren schon ein Thema.

Berater Mobivia
Latham & Watkins: Gregor Klenk (Frankfurt), Denis Criton (Paris; beide Federführung), Dr. Roland Maaß (Frankfurt; alle Corporate/M&A), Stefan Süß (München), Dr. Tobias Klass (Hamburg; beide Steuerrecht), Dr. Stefan Wirsch ( Corporate/M&A; Frankfurt), Etienne Gentil (Bank- und Finanzrecht; Paris); Associates: Dr. Albrecht Brodhun (München), Alina Gansen (Frankfurt), Maximilian Holm (München; alle Corporate/M&A), Louise Bellanger  (Bank- und Finanzrecht; Paris), Christian Roschmann (Steuerrecht; München)
CMS Reich-Rohrwig Hainz (Wien): Bernt Elsner, Associate: Dieter Zandler
CMS Bureau Francis Lefebvre (Paris): Claire Vannini, Associates: Sabrina Ledda-Noel, Marine Devulder
PwC Legal – aus dem Markt bekannt

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt

Berater Centerbridge
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Prof. Dr. Gerhard Schmidt, Tobias Geerling (M&A)

Berater Goldman Sachs/Babson Capital
Sullivan & Cromwell: Dr. Max Birke (Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Berater ATU
Kirkland & Ellis (München):  Dr. Leo Plank, Dr. Bernd Meyer-Löwy (beide Restrukturierung), Wolfgang Nardi (Debt Finance; alle Federführung), Dr. Björn Holland (Corporate), Christine Kaniak (Debt Finance), Dr. Wolfram Prusko (Restrukturierung); Associates: Rositsa Nacheva (Debt Finance),  Dr. Josef Parzinger, Maximilian Heufelder (beide Restrukturierung)
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Andreas Spahlinger, Dr. Matthias Tresselt (beide Restrukturierung) – aus dem Markt bekannt

Berater Hayfin
Latham & Watkins (Hamburg): Frank Grell – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Centerbridge hat in diesem Fall erneut Weil Gotshal als M&A-Counsel mandatiert. Managing-Partner Schmidt pflegt bereits seit einigen Jahren ein gutes Verhältnis zu dem Investor. Die umfangreiche Restrukturierung führte seinerzeit Görg für die Anleihegläubiger rund um Centerbridge. Kirkland & Ellis, Hengeler Mueller und Noerr haben damals ATU beraten.

Die französischen Käufer haben ein  deutsch-französisches Team von Latham & Watkins hinzugezogen. Für das Kartellrecht soll CMS verantwortlich zeichnen, PwC Legal führt die Due Dilligence durch.

Das Management von ATU hat erneut Kirkland & Ellis als Berater hinzu gezogen. Die Kanzlei war vom Unternehmen auch schon mit der Beratung zu den damaligen finanziellen Sanierungsmaßnahmen betraut worden. Auch die Noerr-Partner Prof. Dr. Christian Pleister und Dr. Nikolai Warneke sind nach JUVE-Informationen erneut punktuell zu Beratungen hinzu gezogen worden.

Gleiss Lutz betreut für die Gesellschaft dem Vernehmen nach ebenfalls die noch laufenden Umstrukturierungsmaßnahmen.

Nach JUVE-Informationen haben Latham-Anwälte intern abgeschottet auch den Finanzierer Hayfin beraten. (Christiane Schiffer)

Aktualisierung am 27.09.2016