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25.09.2016

Rendite negativ: Clifford Chance unterstützt Deutsche Bahn bei Nullkupon-Anleihe

Für den Kapitalmarkt hat eine Zeitenwende begonnen: Erst fielen die Zinsen für neue Bundesanleihen unter null, wenig später zog das erste Unternehmen hierzulande nach. Die Deutsche Bahn emittierte im Juli eine Anleihe über 350 Millionen Euro mit einer Rendite von minus 0,006 Prozent. Begleitet wurde sie von einem Konsortium aus Bayerischer Landesbank und Raiffeisenbank International (RBI).

Sebastian Maerker

Sebastian Maerker

Das neue Papier der Deutschen Bahn hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Begeben hat es die Deutsche Bahn Finance in Amsterdam, die ein langfristiges Kapitalbeschaffungsprogramm über 20 Milliarden Euro betreut. Nach Aussage von Beteiligten handelt es sich bei der Emission um die erste in Euro begebene Unternehmensanleihe mit einer negativen Rendite.

Die RBI gehörte beispielsweise zum Bankenkonsortium, mit dem Österreichs staatliche Bad Bank KA Finanz im letzten Sommer eine Anleihe in Höhe von einer Milliarde Euro platzierte. Die BayernLB hatte bereits frühere Anleiheprogramme der Deutschen Bahn flankiert. So lancierte das Verkehrsunternehmen 2010 eine zwölfjährige Benchmarkanleihe mit einem Zinskupon von 3,375 Prozent. Ihre Schuldpapiere sind begehrt, denn sie sind durch eine Garantieerklärung der DB AG abgesichert. Entsprechend war auch der jetzt platzierte Corporate-Bond mit Negativzinsen deutlich überzeichnet. Auch die Europäische Zentralbank, die mittlerweile nicht nur Staats- sondern auch Unternehmensanleihen aufkauft, setzt nach Angaben der Deutschen Bundesbank auf Wertpapiere der Deutschen Bahn.

Berater Deutschen Bahn
Inhouse Recht (Berlin): keine Nennungen

Berater Bankenkonsortium
Clifford Chance: Sebastian Maerker (Bank- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Jurgen van der Meer (Kapitalmarktrecht; Amsterdam); Associates: Dr. Peter Becker (Bank- und Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Ellen van Gessel (Kapitalmarktrecht; Amsterdam)

Hintergrund: Die Hauptabteilung Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht bei der Deutschen Bann verantwortet Dr. Alexander Wismeth, der seit mehr als einem Jahrzehnt für das Unternehmen tätig ist. Das Clifford-Team, das von den Banken mandatiert wurde, agierte hier gewissermaßen als ‚Transaction Counsel‘, da es schon seit einigen Jahren die Anleiheemissionen der Bahn flankiert und die Deutsche Bahn auf externe Berater verzichtete. Die Beratung zum niederländischen Recht übernahmen Clifford-Juristen aus Amsterdam.

Das Frankfurter Duo Maerker und Becker, das jüngst auch die kleine Anleihe des FC Schalke 04 begleitete, stand vor einem halben Jahr beispielsweise aufseiten der Banken, als ein Drei-Milliarden-Euro-Anleihepaket von Vonovia emittiert wurde. Auch diese wurde über eine niederländische Konzernfinanzierungstochter begeben. Vonovia selbst setzte dabei auf ein Team um Managing Associate Dr. Alexander Schlee von Linklaters. (Sonja Behrens)

 

 

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