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13.09.2016

Spezialchemie: Evonik finanziert den Milliarden-Zukauf mit Hilfe von White & Case

Evonik hat 1,9 Milliarden Euro am Fremdkapitalmarkt eingesammelt: Der Spezialchemiekonzern platzierte über seine belgische Finanzierungstochter Anleihen in drei Tranchen. Die Emission wurde maßgeblich von Barclays, BNP Paribas, Deutscher Bank, Hongkong & Shanghai Banking Corporation (HSBC), J.P. Morgan und der Société Générale begleitet.

Jochen Artzinger-Bolten

Jochen Artzinger-Bolten

Die Anleiheemission ist der letzte Baustein zur Finanzierung der 3,5 Milliarden Euro schweren Übernahme des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products. Ausgegeben wurden eine Nullkupon-Anleihe über 650 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 4,5 Jahren, ein achtjähriges Wertpapier über 750 Millionen Euro, das einen Zinskupon von 0,375 Prozent aufweist, sowie eine Anleihe über zwölf Jahre, die immerhin 0,75 Prozent pro Jahr an Zuwachs anbietet.

Platziert wurden die Anleihen laut Unternehmensmitteilung bei Fondsmanagern, Versicherungen, Pensionsfonds und Banken. Knapp 20 passive Bookrunner und zwei Co-Lead Banken aus dem Kernbankenkreis von Evonik unterstützten die Maßnahme, die begebenen Bonds waren mehrfach überzeichnet.

Der US-Zukauf der sogenannten Performance Materials Division ist der bislang größte Erwerb in der Evonik-Geschichte. Dafür wurden bereits unternehmenseigene Mittel in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro bereitgestellt.

Berater Evonik Industries
White & Case (Frankfurt): Jochen Artzinger-Bolten (Kapitalmarktrecht), Raymond Simon (Steuerrecht; New York); Associate: Georg Esser (Kapitalmarktrecht) 
Inhouse Recht (Essen): Dr. Steffen Lindenthal, Melanie Minnerop (beide Finanzierungen) – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Linklaters (Frankfurt): Dr. Gabriele Röhl, Peter Waltz (beide Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Matthias von Tiesenhausen (Director) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Das große Syndikat auf Bankenseite wurde nach JUVE-Informationen von Linklaters beraten, die technische Abwicklung oblag der Deutschen Bank und dort insbesondere von Tiesenhausen. Schon bei der Brückenfinanzierung, die Barclays und J.P. Morgan stellten, war Linklaters aufseiten der Banken zu sehen. Damals lag die Federführung bei den Akquisitionsfinanzierungsspezialisten Marc Trinkaus und Julian Zaich.

White & Case-Partner Artzinger-Bolte berät die Emittentin Evonik bereits seit rund drei Jahren, als ein fünf Milliarden schweres Emissionsprogramm aufgelegt wurde. Seinerzeit dürfte er bei dem Essener Konzern schon bekannt gewesen sein – er hatte 2009 eine Anleihe über 750 Millionen Euro auf Bankenseite begleitet.

Der milliardenschwere US-Zukauf selbst wurde von Dr. Melanie Flessner, Leiterin M&A Legal bei Evonik, zentral koordiniert und von McDermott Will & Emery rechtlich unterstützt. Bei Finanzierungsfragen ist in der Rechtsabteilung Steffen Lindenthal zuständig, der seinerzeit schon den Börsengang unterstützte. Für die ersten Finanzierungsbausteine hatte er die Allen & Overy-Partner Dr. Walter Uebelhoer und Dr. Hans-Christoph Ihrig an seiner Seite. (Sonja Behrens)

Ein ausführlicher Bericht zu dem US-Zukauf von Evonik erschien im JUVE Rechtsmarkt 07/2016 und kann hier nachgelesen werden.

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