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26.09.2016

Zukäufe und Kapitalerhöhung: DBAG hält Kanzleien auf Trab

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat sich für weitere Zukäufe aufgestellt: Im Juli schloss sie den DBAG Fund VII mit Kapitalzusagen von einer Milliarde Euro. Im September folgte eine Kapitalerhöhung. Dazwischen gab es weitere Anteilskäufe: Die DBAG investierte in den Schiffsausrüster R&M, den Maschinenbauer Frimo und das Medizintechnik-Unternehmen Polytech. Die Kartellbehörden müssen den Transaktionen zustimmen. 

Heiko Gotsche

Heiko Gotsche

Verkäuferin von R&M International ist die Nord Holding. Käufer sind das Management, das künftig 67 Prozent hält, sowie ein Mitglied des Beirats und die DBAG. Die R&M-Gruppe hat sich auf den Innenausbau von Schiffen und maritimen Einrichtungen spezialisiert. 2015 erzielte das Hamburger Unternehmen mit rund 550 Mitarbeitern 120 Millionen Euro Umsatz.

Die Nord Holding, die seit 2007 beteiligt ist, hatte R&M aus dem Bilfinger-Konzern übernommen und unter anderem den Aufbau einer Produktionsstätte in China ermöglicht. Die Hannoveraner Beteiligungsgesellschaft ist fokussiert auf Expansionsfinanzierungen und Unternehmensnachfolgen im gehobenen Mittelstand. Hinter ihr stehen norddeutsche Sparkassen, Versicherungen, Versorgungswerke und auch die Norddeutsche Landesbank (NordLB).

Zuvor hatte sich die DBAG bereits mehrheitlich an dem westfälischen Werkzeughersteller Frimo beteiligt, der rund 1.400 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen mit internationalen Standorten erzielte zuletzt einen Umsatz von 207 Millionen Euro.

Die jüngste Portfolio-Erweiterung der DBAG soll eine Beteiligung an dem Medizintechnik-Unternehmen Polytech Health & Aesthetics sein, das Silikonimplantate herstellt. Im Rahmen eines Management-Buy-outs erwirbt die DBAG dort nur rund 18 Prozent, der DBAG Fund VI hingegen etwa 76 Prozent, während die restlichen Anteile an Polytech für das Management reserviert sind.

Den neuen milliardenschweren Fund VII hatte die DBAG im Juli geschlossen. Ihre Kapitalerhöhung, die rund 10 Prozent des eingetragenen Grundkapitals entspricht, folgte im September. Mit etwa 1,3 Millionen neuen Aktienpapieren, die bei institutionellen Investoren platziert wurden, erzielte die Beteiligungsgesellschaft etwa 38,6 Millionen Euro. Die Baader Bank fungierte dabei als Sole Bookrunner.

R&M-International-Transaktion:

Berater DBAG 
Baker & McKenzie (Düsseldorf): Dr. Ingo Strauss, Dr. Heiko Gotsche (beide Federführung), Gerald Schumann (München), Dr. Holger Ellers (Berlin; alle Corporate/M&A), Dr. Hagen Köckeritz (Arbeitsrecht), Dr. Dr. Norbert Mueckl (Steuerrecht), Dr. Benjamin Koch (IP-Recht; München); Associates: Holger Engelkamp (Berlin), Dr. Christoph Dachner (München; beide Corporate), Dr. Verena Böhm, Dr. Lena Kern (beide Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Daniel Bork (Real Estate), Martina Bannasch (IP-Recht; München)
Inhouse Recht: Florian Döring (Leiter Recht und Steuern)

Falco Schickerling

Falco Schickerling

Berater Management 
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Hamburg): Dr. Peter Christian Schmidt (Corporate/M&A; Federführung), Dr. Volker Voth (Dienstvertrags-/Arbeitsrecht)

Berater Nord Holding
Kapp Ebeling & Partner (Hannover): Dr. Falco Schickerling (Handels- /Gesellschaftsrecht)

Hintergrund: Schickerling berät die Nord Holding seit rund vier Jahren vor allem in Verkaufsverhandlungen. Bevor er 2012 als Partner zu der örtlichen Kanzlei Kapp Ebeling & Partner wechselte, leitete er den Hannoveraner Standort von KPMG Law.

DBAG-Chefjurist Döring arbeitet mit mehreren Kanzleien regelmäßig zusammen. Für die R&M-Beteiligung hatte er zum zweiten Mal Baker mandatiert, die ihn im letzten Jahr schon bei einem Investment in der Schweiz unterstützt hatte. Das Düsseldorfer Duo Strauss und Gotsche bezog nicht nur mehrere deutsche Standorte ein, sondern auch Büros in Luxemburg, China, Hongkong, Singapur und den USA sowie Partnerkanzleien in Norwegen und Finnland.

Christoph Brenner

Christoph Brenner

King & Wood Mallesons, die mit Partner Tilmann Siebert für alle DBAG-Trannsaktionen die kartellrechtlichen Annmeldungen übernimmt, hatte den Einstieg bei Polytech für die DBAG rechtlich begleitet. Die Federführung lag bei dem erfahrenen Münchner Corporate-Partner Dr. Christoph Brenner, der schon für die Equity-Gesellschaft tätig war, als die Kanzlei in Deutschland noch SJ Berwin hieß. Flick Gocke Schaumburg und die Steuerkanzlei Taxgate kümmerten sich um fachspezifische Fragen zur Transaktion, während McDermott Will & Emery sowie Fuhrmann Wallenfels die Polytech-Gesellschafter beim Verkauf unterstützten.

Als die DBAG bei Frimo an Bord ging, standen ihr die beiden Allen & Overy-Partner Dr. Michael Bernhardt und Dr. Matthias Horn zur Seite, die in den vergangenen zwei Jahren einige Transaktionen der Beteiligungsgesellschaft flankiert haben. Bei der Managementbeteiligung und der Rückbeteiligung der geschäftsführenden Gesellschafter setzte die DBAG auf Linklaters. Die Gesellschafter hingegen vertrauten auf die Corporate-Berater von Noerr, Dr. Thorsten Reinhard und Dr. Andrea Zwarg waren hier in der Federführung.

Patricia Volhard

Patricia Volhard

Bei der Kapitalerhöhung stand der DBAG ein Allen & Overy-Team um Dr. Knut Sauer zur Seite, dem Co-Leiter der Eigenkapitalmarktpraxis. Die Baader Bank wurde von Hogan Lovells beraten. 

Zur Strukturierung des neuen Luxemburger DBAG Fund VII wurde P+P Pöllath + Partners mandatiert. Mit dem versierten Frankfurter Partner Dr. Andreas Rodin hatte die DBAG auch schon frühere Fonds aufgelegt, zuletzt 2012 den 700-Millionen-schweren DBAG Fund VI. Rodin wurde hier nun unterstützt von Patricia Volhard, die sich ebenfalls auf Fondsstrukturierungen sowie aufsichtsrechtsrechtliche Themen fokussiert hat. (Sonja Behrens)

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