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15.11.2016

Personalabbau: Baker berät General Electric bei Werksschließungen in Deutschland

Der Mischkonzern General Electric baut Tausende von Stellen in Europa ab. In Deutschland stehen über 1.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, davon fast alle im Mannheimer Werk, zudem soll das Werk in Bexdorf mit 170 Mitarbeitern geschlossen werden. Gespräche mit möglichen Investoren erwiesen sich bisher als Sackgasse. Auch eine kürzlich einberufene Einigungsstelle war nicht erfolgreich. 

Burkard Göpfert

Burkard Göpfert

Medienberichten zufolge war die Einigungsstelle angerufen worden, da sich der Betriebsrat unzureichend über die Zukunftspläne von General Electric informiert fühlte. Zuvor hatte die Arbeitgeberseite die Gespräche im Gesamtwirtschaftsausschuss einseitig beendet.

Dabei drängt die Zeit: So hat General Electric Geld für Interessenausgleich und Sozialplan bereitgestellt, doch die Konzernmutter in den USA will das Angebot zurückziehen, wenn es bis Ende November keine Einigung gibt. Dies würde bedeuten, dass die deutschen Konzerngesellschaften Interessenausgleich und Sozialplan allein finanzieren müssten. Dennoch gibt es keine Anzeichen auf eine schnelle Einigung.

General Electric war zudem auf der Suche nach einem Investor, doch auch dabei sind bisher keine Erfolge in Sicht. Zuletzt hatte sich ein Investor, vertreten von der Schweizer Unternehmensberatung Rasenberger Toschek (RT Swiss), für eine Übernahme der Werke Mannheim und Bexdorf ins Spiel gebracht. GE hält davon aber wenig. Dem Unternehmen zufolge lasse der Investor einen klaren Geschäftsplan vermissen und könne keine transparenten Beschäftigungsgarantien für die Mitarbeiter vorweisen. Das kann GE selbst freilich auch nicht, deshalb dringt die IG Metall auf weitere Verhandlungen mit den Schweizern. 

General Electric führt Veränderungen im Energiemarkt als Hauptgrund für den massiven Stellenabbau an. So soll die Turbinenfertigung im Mannheimer Werk komplett geschlossen werden, weil die Stromproduktion mit Gasturbinen insgesamt zurückgehe. In Bexbach werden Turbinenschaufeln gefertigt. 

Berater General Electric
Baker & McKenzie (München): Dr. Burkard Göpfert
Inhouse Recht (Frankfurt): Erwin Lebon (Director Human Resources), Thomas Brunn (Integration Manager) – aus dem Markt bekannt

Berater Arbeitnehmervertretung
Apitzsch Schmidt Klebe (Frankfurt): Thomas Klebe
Stather Dr. Helmke Döther Hausmann Evisen Boger (Heidelberg): Wolfgang Stather
IG Metall (Mannheim): Klaus Stein, Reinhold Götz – aus dem Markt bekannt

Einigungsstellenvorsitzender: Lothar Jordan, früherer Vizepräsident des Arbeitsgerichts Mannheim

Hintergrund: Zwischen Baker & McKenzie und General Electric bestehen schon seit Jahren Kontakte – 2009 schaffte es die US-Kanzlei auf das Panel für Arbeitsrecht. Baker-Partner Göpfert verfügt über langjährige Erfahrung bei großen Personalabbaumaßnahmen in der Industrie. Unter anderem beriet er bereits Alstom – die Vorbesitzer des Mannheimer GE-Werks – bei größeren Abbaumaßnahmen. Die renommierte Heidelberger Arbeitsrechtskanzlei Stather beriet die Arbeitnehmervertretung ebenfalls bereits zu den Zeiten, als das Werk noch zu Alstom gehörte. Die Frankfurter Betriebsratskanzlei Apitzsch ist sehr renommiert insbesondere in der Beratung zu großen Restrukturierungsmaßnahmen. (Catrin Behlau)

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