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07.12.2016

Conwert-Übernahme durch Vonovia: Latham und Wolf Theiss beraten zur Finanzierung

Die französische Großbank Société Générale unterstützt das Übernahmeangebot des deutschen Immobilienkonzerns Vonovia für den österreichischen Konkurrenten Conwert mit einer Rückfalllinie. Das Kreditvolumen beläuft sich auf gut 1,28 Milliarden Euro.

Alexandra Hagelüken

Alexandra Hagelüken

Vonovia hatte im September ein Übernahmeangebot für Conwert veröffentlicht und Conwert darin mit 2,9 Milliarden Euro bewertet. Im November legte der Konzern aus dem Ruhrgebiet die Angebotsunterlagen vor, die Annahmefrist läuft bis 19. Dezember. Vonovia zielt darauf ab, sich eine Aktienmehrheit an dem österreichischen Unternehmen zu sichern: mindestens 50 Prozent plus einen Anteilschein.

Dazu machte der Konzern aus dem Ruhrgebiet nach österreichischem Übernahmerecht ein Umtausch- und ein Barangebot. Das Umtauschangebot von 74 Vonovia-Aktien für 149 Anteilscheine an Conwert entspricht einem Gegenwert von 17,58 Euro pro Conwert-Aktie. Das parallele Barangebot lautet auf 16,16 Euro pro Anteilschein. Das deutsche Immobilienunternehmen Adler Real Estate diente Vonovia bereits im September seinen gesamten direkt und indirekt gehaltenen Anteil von gut 27,5 Prozent an dem österreichischen Immobilienkonzern an.

Keinen Einfluss auf das laufende Vonovia-Angebot hat offenbar der Bescheid der österreichischen Übernahmekommission vom November (GZ: 2016/1/2-317). Die Übernahmekommission stellt darin fest, dass Adler zusammen mit Petrus Advisers und Cevdet Caner im Herbst 2015 ihrerseits ein Pflichtangebot für Conwert hätten vorlegen müssen. Denn als ‚gemeinsam vorgehende Rechtsträger‘ hätten sie am 29. September 2015 mit einem Stimmrechtsanteil von 31,36% eine kontrollierende Beteiligung erlangt. Adler prüft derzeit Rechtsmittel gegen den Bescheid.

Der Immobilienbestand der Conwert verteilt sich zu 76 Prozent auf Deutschland und zu gut 22 Prozent auf Österreich. Zentrale regionale Märkte in Deutschland sind Nordrhein-Westfalen, Leipzig, Dresden und der Großraum Berlin. Insgesamt hält Conwert knapp 27.500 Immobilien im Wert von rund 2,7 Milliarden Euro und erzielte 2015 einen Umsatz von 506 Millionen Euro.

Mario Hüther

Mario Hüther

Vonovia bezifferte den Wert seines Immobilienportfolios zuletzt auf 23,8 Milliarden Euro, es umfasst rund 340.000 Einheiten. Die fünf wertmäßig größten Bestände mit zusammengerechnet knapp acht Milliarden Euro führt Vonovia in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg und Dortmund.

Berater Société Générale
Latham & Watkins (Frankfurt): Alexandra Hagelüken; Associate: Rafal Szala (beide Bank-/Finanzrecht, Corporate/M&A)
Wolf Theiss (Wien): Dr. Markus Heidinger, Leopold Höher; Associate: Matthias Schimka (alle Bank-/Finanzrecht, Corporate/M&A)

Berater Vonovia
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Mario Hüther (Frankfurt), Dr. Stefan Pachinger (Wien); Associates: Christina Zapf (Frankfurt), Sarah Cannici (München; alle Bank-/Finanzrecht)
Inhouse Recht (Bochum): Dr. Fabian Heß (Leiter Recht), Bernd Gremm, Daniel Löhken, Daniela Renner

Hintergrund: Das Mandat der Société Générale erhielt die Latham & Watkins-Partnerin Alexandra Hagelüken auf Empfehlung von Vonovia. Latham zog Wolf Theiss mit Partner Markus Heidinger für die bedeutenden, österreichrechtlichen Teile der Übernahmefinanzierung hinzu.

Bei dem milliardenschweren Übernahmeangebot für Conwert beraten Teams von Freshfields, Herbert Smith Freehils sowie Steuerberater von Ernst & Young das Immobilienunternehmen Vonovia gemeinsam. In der dortigen Rechtsabteilung ist Daniel Löhken für die Finanzierungsfragen zuständig, im Beraterstab kümmern sich die Bank- und Finanzrechtler von Freshfields um diese Seite der Transaktion. Freshfields war für den Konzern bereits bei der im Frühjahr 2016 gescheiterten Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen tätig. Das damalige Mandat kam aus dem Zusammenschluss von Deutscher Annington und Gagfah heraus zustande, der die heutige Vonovia begründete. (Raphael Arnold)

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