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16.01.2017

Mit Karte bezahlt: Concardis mit Weil Gotshal und Hogan Lovells an US-Investoren verkauft

Die Private-Equity-Fonds Advent International und Bain Capital haben den Zahlungsdienstleister Concardis gekauft. Unter dessen bisherigen Gesellschaftern waren die Deutsche Bank, Commerzbank, Unicredit AG, DZ Bank und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge könnten die Verkäufer einen Preis von rund 700 Millionen Euro erzielen.

Stephan Grauke

Stephan Grauke

Concardis sorgt für bargeldlose Zahlungsprozesse mit Visa- und Mastercard-Kreditkarten. Das Unternehmen stellt die Bezahlterminals bei den Einzelhändlern auf und ging ursprünglich aus der Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) hervor. Rund 41 Milliarden Euro an Transaktionsumsatz wickelte das Unternehmen mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt im letzten Jahr ab. Für die Übernahme von Concardis interessierten sich laut Presseberichten unter anderem auch die Beteiligungsgesellschaften CVC, Nordic Capital und Bridgepoint.

Advent und Bain erwarben Concardis über ein gemeinsames Akquisitionsvehikel. Die Transaktion bedarf der Zustimmung von Aufsichtsbehörden, darunter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Deutschen Bundesbank.

Berater Advent International und Bain Capital
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Prof. Dr. Gerhard Schmidt, Dr. Christian Tappeiner, Stephan Grauke, Marco Compagnoni (London; alle Federführung), Dr. Uwe Hartmann, Dr. Barbara Jagersberger (München), Tom Richards (London; alle Corporate), Tobias Geerling (Steuern; München); Associates: Dr. Ansgar Wimber, Konrad von Buchwaldt, Kathrin Weber, Moritz Spranzel, Dr. Konstantin Hoppe, Manuel-Peter Fringer (beide München), Lewis Blakey, Mae Morter (beide London; alle Corporate), Dr. Wolfgang Süss (Finanzierung; München)
Inhouse Recht (Advent; Boston): James Westra (General Counsel, Chief Legal Officer) – aus dem Markt bekannt

Tim Brandi

Tim Brandi

Berater verkaufende Gesellschafter
Hogan Lovells
: Dr. Tim Brandi (Gesellschaftsrecht/M&A; Frankfurt), Dr. Michael Leistikow (Bankaufsichtsrecht), Dr. Heiko Gemmel (Steuerrecht), Dr. Martin Sura (Kartellrecht; alle Düsseldorf), Dr. Falk Schöning (Kartellrecht/Exportkontrolle; Brüssel), Aleksandar Dukic (International Trade & Investment; Washington); Associates: Philipp Weber (Gesellschaftsrecht/M&A; Frankfurt), Anne-Svenja de Kiff (Steuerrecht), Sebastian Faust (Kartellrecht; beide Düsseldorf), Christopher Lock (Brüssel), Adam (Washington; beide International Trade & Investment)
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Dr. Claudia Degoutrie, Christian Gerlach – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Commerzbank; Frankfurt): Tobias Nebel – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (DZ Bank; Frankfurt): Christian Schaberger – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Deutscher Sparkassen- und Giroverband; Berlin): Jörg Beilke – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Landesbank Berlin; Berlin) Dr. Sebastian Pries – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Targobank; Düsseldorf): Andreas Boening – aus dem Markt bekannt

Berater Concardis
Graf von Westphalen (Frankfurt): Dr Markus Rasner (Federführung), Till Liebau (beide M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Werner Schnappauf (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin), Anja Dombrowsky (Arbeitsrecht), Dr. Carsten Bittner (Hamburg), Christian Kusulis (beide Kartellrecht), Dr. Raimond Emde (Commercial), Gerd Schwendinger (International Trade; beide Hamburg); Associates: Dr. Daniel Valdini (Commercial; Hamburg)
Eisenberger Herzog (Wien): Dr. Dieter Thalhammer, Judith Feldner (beide Kartellrecht)
Foley & Lardner (Washington): Greg Husisian (Handelsrecht)
EY (Frankfurt): Prof. Dr. Stefan Köhler (Steuerberater) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Eschborn): Luca Zanotti – aus dem Markt bekannt

Berater Concardis Management
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus, Dr. Tim Kaufhold (beide M&A/Private Equity) – aus dem Markt bekannt

Berater Bridgepoint
White & Case (Frankfurt): Prof. Dr. Roger Kiem (Corporate/M&A), Dr. Hendrik Röhricht (Private Equity), Dr. Andreas Wieland (Financial Regulatory) – aus dem Markt bekannt

Berater CVC
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Heiner Braun, Dr. Ludwig Leyendecker (München; beide M&A) – aus dem Markt bekannt
White & Case (London): Justin Wagstaff (Bankenfinanzierung) – aus dem Markt bekannt

Berater Nordic Capital
White & Case (Frankfurt): Stefan Koch (Private Equity) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die verkaufenden Gesellschafter wurden von der Deutschen Bank und der Commerzbank koordiniert. Nach Marktinformationen konnte sich Hogan Lovells-Partner Brandi mit seinem Team in einem schriftlichen Pitch für das Mandat durchsetzen. An der Seite der Deutschen Bank, der Commerzbank, des DSGV sowie der Unicredit war Hogan Lovells erstmals in einer M&A-Transaktion zu sehen. Für die DZ Bank hatte die Kanzlei beispielsweise schon zu Lovells-Zeiten gearbeitet als es um die Übernahme der Norisbank ging. Zum aktuellen Transaktionsteam gehörte auch der Senior Associate Philipp Weber, der schon M&A- und FinTech-Expertise mitbrachte, als er im letzten Sommer von der Commerzbank zu Hogan Lovells wechselte.

Concardis selbst ließ sich von einem Graf von Westphalen-Team beraten, welches das Unternehmen in einem Pitch ausgewählt hatte. Die Federführung lag beim Frankfurter Partner Rasner, der 2015 von GSK Stockmann + Kollegen kam. Den Kontakt zum Bezahldiensteleister wiederum hatte der Berliner Partner Schnappauf hergestellt.

White & Case war im Auktionsprozess mit mehreren Teams im Einsatz, an der Seite von drei Bietern. Die US-Investoren, die schließlich zum Zug kamen, wurden von den Großbanken Morgan Stanley, Goldman Sachs, HSBC und der deutsch-Schweizer Corporate-Finance-Boutique Corestar Partners unterstützt und setzten in der rechtlichen Beratung auf ein deutsch-britisches Team von Weil Gotshal. Mit der US-Kanzlei verbindet Advent-General Counsel Westra eine gemeinsame Vergangenheit, er war dort bis 2011 als Partner tätig.

Bain und Advent, die auch schon Zahlungsdienstleister Worldpay im Portfolio haben, mandatierten die US-Kanzlei auch im vergangenen Jahr für die Übernahme der italienischen Bank ICBPI sowie für das Dual-Track-Verfahren, das dem IPO von Worldpay in London vorgelagert war. Hierzulande wurde das Team um Corporate-Partner Schmidt schon 2007 beauftragt, als Advent eine Sparte vom US-Chemiekonzern Celanese erwarb. Den aktuellen Zukauf beurkundete nach JUVE-Informationen der ehemalige Baker & McKenzie-Partner Dr. Alexander Haines aus der Frankfurter Kanzlei Faust Gerber. (Sonja Behrens)

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