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13.01.2017

Rüstung: Airbus-Joint-Venture geht mit Hengeler und Clifford an Thyssenkrupp

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus trennt sich von seinen Anteilen an Atlas Elektonik aus Bremen. Der Hersteller von maritimer Militärtechnik ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und Thyssenkrupp. Indem Airbus seine 49-Prozent-Beteiligung an den Partner verkauft, wird der Essener Stahlkonzern alleiniger Eigentümer.

Georg Seyfarth

Georg Seyfarth

Atlas produziert Elektroniksysteme für die Seefahrt, die vorwiegend von der Marine genutzt werden. Seit vielen Jahren arbeiten die Bremer mit der Thyssenkrupp-Tochter Marine Systems zusammen, die in Kiel U-Boote und Militärschiffe fertigt. Airbus hatte schon vor längerer Zeit angekündigt, sich von Teilen seiner Rüstungssparte zu trennen und sich auf  ‚fliegende Produkten‘ zu konzentrieren. Im vergangenen Jahr hatte der Luft- und Raumfahrtkonzern bereits sein Geschäft mit Verteidigungselektronik an den Finanzinvestor KKR verkauft.

Atlas Elektronik machte 2015 rund 400 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt weltweit 2.100 Mitarbeiter, 1.400 davon in Bremen. Zuletzt machte das Unternehmen Schlagzeilen wegen eines Compliance-Falls: Die Bremer Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu undurchsichtigen Geldflüssen an türkische Amtsträger aufgenommen. Ein ähnliches Verfahren lief bereits zu Geschäften in Griechenland.

Berater Thyssenkrupp
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Georg Seyfarth (Corporate/M&A); Associate: Dr. Adrian Cavin (beide Corporate/M&A), Dr. Steffen Hörner (Steuerrecht; Frankfurt)
Inhouse Recht (Essen): Dr. Martin Schlag (General Counsel/Head of Corporate Advice), Peter Freitag (Senior Legal Counsel)

Dr. Nicole Englisch

Dr. Nicole Englisch

Berater Airbus
Clifford Chance (München): Dr. Nicole Englisch (Federführung, Corporate), Dr. Heiner Hugger (Compliance; Frankfurt), Marc Besen (Kartellrecht; Brüssel/Düsseldorf), Gwendolyn Müller (Corporate); Associates: Dr. David Pasewaldt (Compliance; Frankfurt), Caroline Slusarek (Kartellrecht; Düsseldorf)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Hengeler gehört wie Linklaters und Freshfields Bruckhaus Deringer zum Kreis der Großkanzleien, mit denen Thyssenkrupp bei Transaktionen regelmäßig zusammenarbeitet. Bei Hengeler sind die Ansprechpartner meist Managing Partner Seyfarth und Dr. Maximilian Schiessl, ebenfalls aus dem Düsseldorfer Büro. Bei Linklaters läuft der Kontakt seit Jahren über Dr. Ralph Wollburg. Freshfields, die hier dem Vernehmen nach im Hintergrund zu einzelnen Fragen konsultiert wurde, hatte Thyssenkrupp in der Vergangenheit vor allem in umfangreichen Kartellverfahren vertreten.

Auch Clifford Chance gilt als regelmäßige Beraterin von Airbus, die bis 2013 als EADS firmierte. Englisch hat den Konzern regelmäßig bei Transaktionen begleitet, zum Beispiel als die EADS-Tochter Cassidian bei Carl Zeiss Optronics einstieg und als Cassidian ein Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall gründete.

Atlas hat sich infolge der Korruptionsvorwürfe offenbar inzwischen daran gemacht, seine Compliance-Strukturen zu überarbeiten. Teil dessen ist ein neuer Rechts- und Complianceleiter, der seine Position im Juli 2016 angetreten hat: Dr. Rainer Runte, der davor viele Jahre bei Fresenius Medical Care tätig war. (Christiane Schiffer)

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