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22.03.2017

Gegensteuern: E.on holt sich mit Linklaters und Latham Geld am Kapitalmarkt

Der Energiekonzern E.on hat im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens Aktien im Wert von 1,35 Milliarden Euro ausgegeben. Die damit einhergehende Kapitalerhöhung beläuft sich auf zehn Prozent. Mit dem Geld will der Konzern einen Teil seines Beitrags für den staatlichen Atomfonds finanzieren und seine Eigenkapitaldecke stärken.

Peter Waltz

Peter Waltz

Die rund 200 Millionen neuen Aktien gingen ausnahmslos an institutionelle Investoren. Ein Konsortium unter der Führung von Bank of America Merill Lynch und Citigroup begleitete die Transaktion. Neben der Kapitalerhöhung standen im Vorfeld auch die Begebung einer Hybridanleihe sowie die Emission von Wandelanleihen im Raum. 

Für das vergangene Geschäftsjahr musste das Unternehmen einen Rekordverlust von 16 Milliarden Euro verzeichnen. Dafür waren vor allem Abschreibungen auf die frühere Kraftwerkstochter Uniper verantwortlich, an der E.on noch immer mit 47 Prozent beteiligt ist. Die Eigenkapitalquote war bis Ende des Geschäftsjahres von 17 Prozent im Vorjahr auf 2 Prozent abgeschmolzen. Um seine Schulden von über 26 Milliarden Euro zu senken, will der Konzern unter anderem die restliche Uniper-Beteiligung verkaufen, welche einem Wert von rund 2,4 Milliarden Euro entspricht.

Berater E.on
Linklaters (Frankfurt): Peter Waltz, Dr. Marco Carbonare (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Ralph Wollburg, Staffan Illert (beide Corporate; beide Düsseldorf); Associates: Alexander Schlee (Kapitalmarktrecht), Dr. Claudia Schneider (Corporate; Düsseldorf)
Inhouse Recht (Essen): Dr. Dermot Fleischmann (Head of Corporate & Finance Law), Dr. Cora Hartan, Dr. Niklas Rahlmeyer (beide Legal Counsel, Corporate & Finance Law)

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Berater Banken
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler (Federführung), David Boles (London); Associates: David Rath, Rachel McCaslin (London; alle Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Linklaters beriet zuletzt den Börsengang von Uniper im Herbst 2016 und begleitete E.on bei der gesamten Abspaltung des konventionellen Stromerzeugungsgeschäfts. Die Sozietät ist bei derartigen Mandaten erfahren, so kam sie auch bei der Abspaltung der Material-Science-Sparte von Bayer zum Einsatz, die in den Börsengang von Covestro mündete.

Latham-Partner Seiler gehört bei Eigenkapitalmarkttransaktionen, insbesondere auf Bankenseite, zu den bekanntesten Beratern hierzulande. Auch beim Uniper-IPO setzen die Banken auf ihn und sein Team, allerdings war er damals noch Partner bei Allen & Overy. (Claudia Otto)

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