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06.03.2017

Opel-Verkauf: Mit Hengeler-, Bredin Prat- und Cleary-Hilfe entsteht europäischer Autoriese

Der Opel-Verkauf an den französischen Autokonzern PSA ist perfekt und soll den Unternehmen Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro bescheren. Das hat die PSA-Konzernleitung heute mitgeteilt. Die Übernahme der defizitären General Motors-Töchter Opel und Vauxhall wird PSA 1,3 Milliarden Euro kosten, außerdem kaufen PSA und die Bank BNP Paribas für eine knappe Milliarde das europäische Finanzierungsgeschäft von General Motors.

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Christian Schwandtner

PSA begleicht den Kaufpreis teils in bar, teils über Optionsscheine, womit die Amerikaner Anteile an dem Peugeot-Hersteller erhalten. PSA-Chef Carlos Tavares sieht mit der Übernahme Einsparungspotenzial von rund 1,7 Milliarden Euro über eine Zusammenlegung von Produktionsteilen, gemeinsame Fahrzeugplattformen und Rabatte beim Einkauf. Eine wichtige Rolle bei der Transaktion spielen die Pensionen von 50.000 ehemaligen Opel-Mitarbeitern.

Die deutsche Traditionsmarke Opel gehörte seit 1929 zu General Motors, derzeit beschäftigt der Autobauer in Europa rund 38.000 Mitarbeiter. Die Hälfte davon arbeitet in Deutschland, vor allem in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Wie es für sie nach 2018 – bis dahin gilt die Jobgarantie – weitergeht, ist noch nicht klar. 2009 stand ihre Zukunft schon einmal auf Messers Schneide, damals wollte sich GM nach zehn verlustreichen Jahren bereits von Opel verabschieden, entschied sich aber letztlich dagegen. Drastische Folge war jedoch die Schließung des Opel-Werks in Bochum.

Mit je gut 14 Prozent sind die französische Regierung, die Familie Peugeot sowie der chinesische Dongfeng-Konzern an PSA beteiligt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen mit weltweit 184.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 54,7 Milliarden Euro. Nach der Opel-Übernahme entsteht nach Volkswagen der zweitgrößte Autobauer in Europa.

Berater PSA
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Christian Schwandtner (Federführung), Dr. Maximilian Schiessl, Dr. Matthias Hentzen (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht/Pensionen), Dr. Dirk Bliesener (Bank- und Bankaufsichtsrecht), Dr. Martin Klein (Steuern; alle Frankfurt), Prof. Dr. Dirk Uwer (Regulierung), Patrick Wilkening (IP); Associates: Dr. Gerrit Forst, Maximilian Schauf, Dr. Ute König (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Peter Wehner (Arbeitsrecht/Pensionen), Jan Steffen, Dr. Alexander von Jeinsen (beide Bank- und Bankaufsichtsrecht), Marius Marx, Dr. Steffen Hörner (beide Steuern; alle Frankfurt), Dr. Deniz Tschammler (Regulierung), Dr. Maximilian Wosgien (IP), Conrad Ruppel (Gesellschaftsrecht/M&A; Frankfurt), Vicky Treibmann (Arbeitsrecht), Dr. Martin Tasma (Gesellschaftsrecht; Berlin)
Bredin Prat (Paris): Benjamin Kanovitch, Kate Romain (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Yves Rutschmann (Steuern) und Olivier Saba (Bank- und Bankaufsichtsrecht)
Linklaters (Paris): Anne Wachsmann, Thomas Elkins (beide Kartellrecht)
Bär & Karrer (Zürich): Peter Hsu, Tiffany Ender, Gabriel Kasper (alle M&A/Bank- und Versicherungsrecht), Susanne Schreiber, Ruth Bloch-Riemer, Cyrill Diefenbacher, (alle Steuerrecht, Pensionen), Laura Widmer (Arbeitsrecht), Mani Reinert, Barbara Wälchli (Kartellrecht) – für Schweizer Recht
PricewaterhouseCoopers (Paris) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Paris): Olivier Bourges, Mark Rollinger – aus dem Markt bekannt

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Oliver Schröder

Berater General Motors
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton: Jean-Marie Ambrosi (Paris), Christopher Austin (New York; beide Federführung), Pierre-Yves Chabert (Paris), Dr. Oliver Schröder, Dr. Michael Ulmer (beide Frankfurt), Laurent Ruzette (Brüssel; alle Corporate), Amelie Champsaur (Paris), Bob Penn (London), Dr. Thomas Kopp (Frankfurt; alle Regulierung), Meyer Fedida (New York), Anne-Sophie Coustel (Paris), Dr. Daniel Weyde (Frankfurt; alle Steuerrecht), Robbert Snelders (Brüssel), Mark Nelson (Washington; beide Kartellrecht), Carlo Meert (Brüssel; Corporate), Dr. Michael Brems (Arbeitsrecht; Köln), Manuel Metzner (Frankfurt), David Toube (London; beide Regulierung), Dr. Peter Polke (Corporate), Jens Hafemann (Steuerrecht); Associates: Mirko von Bieberstein, Silke Jurczyga (beide Corporate/M&A; alle Frankfurt)
Homburger (Zürich): Daniel Hasler (Federführung; Corporate/M&A), Balz Gross (Arbeitsrecht), Stefan Oesterhelt (Steuerrecht), Ueli Huber (Arbeitsrecht); Associates: Marc Hanslin (Corporate/M&A), Sergio Bortolani (Arbeitsrecht), Richard Stäuber (Wettbewerbsrecht/Regulierung), Ralf Imstepf (Steuerrecht), Edouard Faillot (Arbeitsrecht) – zum Schweizer Recht
Inhouse Recht (Detroit): Craig Glidden (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater BNP Paribas
Linklaters (Paris): Alain Garnier (Corporate)

Berater IG Metall
Apitzsch Schmidt Klebe (Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Cleary verfügt seit mehreren Jahren über gute Kontakte zu GM-General Counsel Glidden. Das große internationale Team betreute das Mandat im wesentlichen aus New York, Paris, Frankfurt, Köln und Brüssel und war umfassend rechtlich für den Detroiter Autobauer im Einsatz. Die Federführung innerhalb des deutschen Teams lag bei dem Frankfurter Corporate-Partner Schröder. Neben der Strukturierung der Übernahme waren vor allem steuerliche und markenrechtliche Aspekte prägend, außerdem erforderte die Beratung zu den Pensionsverbindlichkeiten eine große Aufmerksamkeit. Dieser Part wird auf Verkäuferseite von Cleary-Counsel Brems verantwortet, der sich auch um die arbeits- und mitbestimmungsrechtlichen Fragen kümmerte, PSA ließ diese Themen von Hengeler-Partner Hoefs betreuen. Die Deutschen haben seit vergangenem November eng mit ihrem französischen Partner Bredin Prat zusammengearbeitet.

Die Beratung zu den Vauxhall-Renten und zum Kartellrecht übernahm dem Vernehmen nach ein Linklaters-Team.

Durch die Pensionspläne gewann auch die steuerliche Komponente an zusätzlicher Komplexität. Bei der Steuerstrukturierung hielten Hengeler-Partner Klein und Bredin Prat-Partner Rutschmann für PSA und die Cleary-Steuerrechtler Weyde, Fedida und Coustel für GM die Fäden in der Hand. Für PSA hat ein französisches Team von PricewaterhouseCoopers die Tax-Due-Diligence durchgeführt.

Beim Verkauf der Opel-Bank an ein Joint Venture aus PSA und BNP Paribas spielten wiederum regulatorische Aspekte eine große Rolle. Cleary wickelt diese mit einem internationalen Team für die jeweiligen Jurisdiktionen ab, das in Deutschland von Kopp geleitet wird.

Über die klassischen arbeitsrechtlichen Aspekte ist noch wenig bekannt. Häufig wird Opel von Baker & McKenzie-Partner Dr. Burkard Goepfert flankiert, die Arbeitnehmervertreter haben dem Vernehmen nach die bekannte Frankfurter Boutique Apitzsch zu Rate gezogen. (Christiane Schiffer)

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