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03.04.2017

Tisch gedeckt: Serafin setzt bei BHS-Übernahmeangebot auf Gleiss Lutz

Der Porzellanhersteller BHS Tabletop hat neue Mehrheitseigner. Eine Tochter der Serafin-Firmengruppe hat einen Aktienkaufvertrag mit den bisherigen Mehrheitsaktionären geschlossen. Als nächstes wird sie den restlichen Aktionären im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 14,20 Euro pro Wertpapier bieten. Die Kartellbehörden müssen dem Deal zustimmen.

Jan Balssen

Jan Balssen

BHS, die hinter den Geschirr-Marken Bauscher, Tafelstern und Schönwald steht, produziert ihre Porzellan-Kollektionen vor allem für die Gastronomie und Hotelbetriebe. Rund 1.150 Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig.

Die bisherigen Mehrheitsgesellschafter waren der Rückversicherer Munich Re, die Deutsche Bank sowie die Gesellschaft Proheq, die Hotel – und Restaurant-Ausstattungen liefert. Die neue Eigentümerin Serafin erwirbt schon mit dem aktuellen Aktienpaket 86,05 Prozent des Grundkapitals und ebenso viele Stimmrechte bei BHS top. Der Ankauf erfolgt über die BHS Verwaltungs Aktiengesellschaft, ein neues Akquisitionsvehikel der Münchner Beteiligungsgesellschaft. Serafin wurde 2010 gegründet und gehört der Unternehmerfamilie Haindl. Zuletzt erzielte sie mit ihren Beteiligungen und knapp 3.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 500 Millionen Euro.

Christian Cascante

Christian Cascante

Berater Serafin
Gleiss Lutz: Dr. Jan Balssen (München), Dr. Christian Cascante (Stuttgart; beide Gesellschaftsrecht/M&A; beide Federführung), Dr. Stefan Mayer (Steuerrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Nico Holtkamp, Dr. Michael Ilter, Dr. Markus Martin, Dr. Jan Stenger, Sava Kasaliyski (alle Gesellschaftsrecht/M&A; alle Stuttgart)
Haver & Mailänder (Stuttgart): Prof. Dr. Ulrich Schnelle (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Serafin; München): Mario Herrmann (Leiter Recht), Annabell Grupp (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt

Wolfgang Grobecker

Wolfgang Grobecker

Berater Munich Re, Deutsche Bank und WMF
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Wolfgang Grobecker (Corporate); Associates: Dr. Tobias Hueck, Philipp Opitz (beide Corporate)
Inhouse Recht (Munich Re; München): Michael Gorol (Senior Consultant) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (WMF; München): Dr. Stephan Pauser – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Inhouse-Abteilung von Serafin unter der Leitung von Herrmann stemmt in der Regel das M&A-Geschäft allein und klärt auch steuerliche Fragen im Transaktionsprozess. Für den Bieterwettbewerb um die BHS-Anteile und ihre erste öffentliche Übernahme zog sie jedoch die erfahrenen Aktienrechtler von Gleiss hinzu. Die Kanzlei arbeitete hier mit einem standortübergreifenden Team, koordiniert von Corporate-Praxisgruppenleiter Cascante und dem Co-Leiter der Private-Equity-Gruppe Balssen. Balssen hatte auch den Mandatskontakt eingebracht.

Pöllath-Partner Grobecker konnte die verkaufenden Großaktionäre, die eine gemeinsame  Mandatierung unter den Federführung der Münchner Rück vornehmen wollten, im Pitch überzeugen. Der Aktienrechtler, der auch die Douglas-Gründerfamilie Kreke regelmäßig berät, ist – so wie auch Kanzleipartnerin Dr. Eva Nase – regelmäßig im Umfeld von gesellschaftsrechtlichen Umwandlungen, öffentlichen Übernahmen und nachfolgenden Squeeze-outs tätig. (Sonja Behrens)

 

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