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28.04.2017

Trotz Hedgefonds-Attacke: Noerr-Mandantin Aurelius verkauft Secop nach Japan

Während mehrere Angriffe von Leerverkäufern das Münchner Beteiliungshaus Aurelius auf Trab halten, ist nun eine beachtliche Transaktion gelungen: Für 185 Millionen Euro in bar verkauft Aurelius die Tochterfirma Secop an die japanische Nidec-Gruppe – und erzielt damit den höchsten Beteiligungserlös der gut zehnjährigen Firmengeschichte. Der Verkaufspreis für den Kompressorenhersteller liegt  laut Pressemitteilung etwa elfmal höher als der Preis, den Aurelius beim Einstieg bezahlt hatte.

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Michael Burian

Der börsennotierte Münchner Finanzinvestor und sein Management sind seit einem Monat im Visier von Hedgefonds rund um das Research-Haus Gotham City. Doch der Verkauf der Tochterfirma Secop wurde schon seit vergangenen Sommer vorbereitet, und es gab mehrere Interessenten für den Anbieter spezieller Kühlkompressoren. Aurelius hatte 2010 von der dänischen Danfoss-Gruppe deren defizitären Geschäftsbereich Haushaltkompressoren übernommen. Ende 2013 kam der Kauf des österreichischen Kompressoren-Herstellers ACC Austria hinzu. Derart gestärkt und mittlerweile als Hightech-Spezialanbieter positioniert, beschäftigt die Firmengruppe Secop mittlerweile rund 2.100 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr 350 Millionen Euro Umsatz.

Die Kartellbehörden müssen der mehrteiligen Transaktion noch zustimmen. Nidec kündigte an, diese mit einer Kreditfinanzierung zu decken. Die 1973 gegründete Firmengruppe, die selbst eine große Bandbreite an Präzisionsmotoren für elektronische Geräte herstellt und im ersten Segment der Börse von Tokio notiert ist, wird weiterhin von ihrem Gründer Shigenobu Nagamori geführt. Dieser kündigte 2015 an, den Umsatz von umgerechnet knapp knapp 7 Milliarden Euro zu verzehnfachen, vor allem durch Zukäufe. In Deutschland hat Nidec bereits 2007 einige Motorenbauwerke des französischen Valeo-Konzerns erworben und 2015 den Thüringer Automobilzulieferer Dr. Eugen Schmidt (GPM).

Berater Nidec
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Michael Burian (Federführung), Dr. Martin Lembke, Dr. Hans-Georg Schulze (Berlin; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Thomas Winzer (Arbeitsrecht), Dr. Philipp Naab (Immobilienrecht; beide Frankfurt), Dr. Christiane Freytag (Öffentliches Recht/Umweltrecht), Dr. Alexander Molle (IP/IT; Berlin), Dr. Matthias Sonntag (Patentstreitigkeiten; Düsseldorf), Dr. Birgit Colbus (Kartellrecht; Frankfurt), Dr. Johann Wagner (Streuerrecht; Hamburg); Associates: Anselm Christiansen (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Tobias Abend, Henrike Korthoff (beide Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Claudia-Maria Wirth (Immobilienrecht; Frankfurt), Matthias Schilde (IP/IT; Berlin); Dr. Benedikt Burger (Patentstreitigkeiten; Düsseldorf), Nikolos Tsagareli, Domingo de Prada (beide Bank- und Finanzrecht; Frankfurt), Sergej Bräuer (Kartellrecht; Frankfurt), Nico Fuchs (Steuerrecht; Hamburg)
Wolf Theiss (Wien): Hartwig Kienast (Federführung; Corporate/M&A), Gabriele Etzl (Immobilienrecht), Walter Pöschl (Arbeitsrecht), Dr. Günter Bauer (Kartellrecht), Wolfram Schachinger (Regulatory); Associates: Lukas Pinegger (Gesellschaftsrecht), Julia Morscher (Arbeitsrecht), Vilma-Reeta Kivilahti (Banking & Finance), Sandra Spitzer (Regulatory), Nina Lenhard (Kartellrecht), Katarina Bielikova (Banking & Finance), Peter Heriban, Josef Vircik (beide Corporate; alle drei Bratislava)
Fangda (Schanghai): Helen Fan – aus dem Markt bekannt 
EY (Frankfurt) : Rolf Schönbrodt – aus dem Markt bekannt 

Christian Pleister

Christian Pleister

Berater Aurelius
Inhouse Recht (Grünwald): Dr. Frank Forster, Dr. Stephan Werner, Dr. Christoph Keller, Dr. Fabian Camek  – aus dem Markt bekannt 
Inhouse Steuern (Grünwald): Dr. Marco Dietel, Christian Steigerwald  – aus dem Markt bekannt 
Noerr 
(Berlin): Prof. Dr. Christian Pleister (Federführung; Private Equity), Martin Nigl, Dr. Sabine Klett (beide München), Dr. Till Kosche (Frankfurt; alle Corporate/M&A), Dr. Gerald Reger (München), Dr. Julian Schulze De la Cruz (Frankfurt; beide Capital Markets), Martin Tupek (Corporate/M&A; Bratislava); Associates: Dr. Laurenz Tholen, Alison Heinze, Dr. Anna Olbrys-Sobieszuk, Kenny Koa (alle Private Equity, Dr. Georg Langheld, Anne-Kristin Schiller, Jasmin Wagner (alle Capital Markets; München)
Haver & Mailänder (Stuttgart): Prof. Dr. Ulrich Schnelle (Kartellrecht)
Jia Yuan (Peiking): Yaxin Song, Qian Zhou- für Recht der Volksrepublik China  – aus dem Markt bekannt 
Richards Layton & Finger (Wilmington, Delaware): Samuel Nolan, Michael Allen (US-Recht) – aus dem Markt bekannt 

Gerald Reger

Gerald Reger

Hintergrund: Noerr kam 2015 bei dem  bayrischen Turnaround-Investor erstmalig zum Zug, als es galt, die Firmengruppe für weiteres Wachstum aufzustellen. Seitdem firmiert dieser Teil der Firmengruppe als Aurelius Equity Opportunities und die Gruppe als Kommanditgesellschaft auf Aktien. Für den Verkauf von Secop kamen Kapitalmarktrechtler de la Cruz und Gesellschaftsrechtler Reger zum Einsatz. Reger hatte bei der SE-Umwandlung beraten und begleitet die Hauptversammlungen der Aurelius-Gruppe regelmäßig. In die aktuelle Transaktion war auch Pleister eingebunden. Unter seiner Federführung koordinierte Noerr auf Verkäuferseite international die Kanzleien, die für Assets der Secop-Gruppe eingeschaltet worden waren, und entlastete so das versierte Aurelius-Inhouse-Team. Dieses kann einen Großteil seiner Investment – und Transaktionsgeschäfte selbst abdecken. Die intensive Börsenkommunikation angesichts der Short-Seller-Attacken hält üblicherweise auch die Juristen auf Trab.

Gleiss und Nidec begegneten sich 2007, als Gleiss-Mandantin Valeo deutsche Asstes an die Japaner verkaufte und die arbeitsrechtliche Praxis von Gleiss anschließend regelmäßig zum Einsatz kam. Zum anderen baute Partner Burian während seiner mehrjährigen Arbeit in Japan direkte Kontakte zu dem schnell wachsenden Technologieunternehmen auf und unterstützte so schon frühere Ankaufsprojekte.

Burian wurde in der aktuellen Transaktion maßgeblich von Counsel Lembke unterstützt, mit dem er schon einige japanbezogene Deals gestemmt hat, sowie von den beiden Transaktionsanwälten Schulze (Berlin) und Christiansen (Stuttgart). Während EY für die Tax Due Dilligence einbezogen wurde, übernahm Nidec die steuerliche Strukturierung dem Vernehmen nach mit Inhouse-Experten.

Während der Thüringer Automobilzulieferer GPM beim Verkauf 2014 an die Nidec Corporation von einem Team um den Rödl-Steuerrechtler Michael Wiehl beraten wurde, hatte Nidec damals White  & Case mandatiert. Das dortige Team stand unter der Federführung von Tobias Heinrich, der ebenfalls seit Jahren enge Kontakte in den asiatischen Markt hält. (Sonja Behrens)

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