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02.05.2017

Green Bond im Milliarden-Paket: Kirkland und White Case begleiten Senvion-Refinanzierung

Der Hamburger Windanlagenhersteller Senvion hat sich refinanziert. Das insgesamt 1,35 Milliarden schwere Maßnahmenpaket setzt sich zusammen aus einem High-Yield-Bond, einem revolvierenden Kredit und einer Bankgarantie. Das Bankenkonsortium steht unter der Führung der Deutschen Bank und J.P. Morgan.

Wolfgang Nardi

Wolfgang Nardi

Senvion, die 2015 vom Investor Centerbridge übernommen worden waren, hatten zur Kapitalbeschaffung einen High-Yield-Bond emittiert, dieser wird nun im Zuge der aktuellen Refinanzierung durch Anleihe-Papiere im Volumen von 400 Millionen Euro abgelöst. Damit sollen nachhaltige Umwelt- und Klimaprojekte finanziert werden. Dieser sogenannte Green Bond ist nach New Yorker Recht aufgesetzt und läuft mit einem Zinssatz von 3,875 Prozent bis 2022.

Zudem sicherte sich das Unternehmen, das für seine Großprojekte häufig in Vorleistung gehen muss, nach JUVE-Informationen eine Garantiekreditlinie über 825 Millionen Euro. Abgerundet wird das Paket durch eine flexibel abrufbare Kreditfinanzierung über 125 Millionen Euro, für die Garantien in unterschiedlichsten Währungen hinterlegt wurden.

Seit März 2016 ist Senvion zudem im Prime Standard an der Frankfurter Börse notiert und eröffnete sich auf diesem Wege den Zugang zu weiterem Kapital. Senvion, die etwa 4.500 Mitarbeitern weltweit beschäftigt und Windkraftanlagen für On- und Offshore herstellt, erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von 2,21 Milliarden Euro.

Berater Senvion
Kirkland & Ellis: Wolfgang Nardi (München), Stephan Lucas (London; beide Federführung Kreditfinanzierung), Christine Kaniak (Kreditfinanzierung), Bill Burke, Tim Volkheimer (beide Federführung zur Bondstruktur; beide London), Dr. Anna Schwander (München; Kapitalmarktrecht); Associates: Dr. Alexander Längsfeld, Dr. Katharina Hohmann (beide Kreditfinanzierung), Isabel Ruttloff (Bond/Kapitalmarktrecht) − aus dem Markt bekannt
Oppenhoff: Jérôme Friedrich (Finanzrecht; Frankfurt),  Rolf Koerfer (Gesellschaftsrecht; Köln)
Ernst & Young (Hamburg): Dirk Machner − aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Hamburg): Livia Musso − aus dem Markt bekannt

Rebecca Emory

Rebecca Emory

Berater Banken
White & Case (Frankfurt): Rebecca Emory (Kapitalmarktrecht), Vanessa Schürmann (Banking, beide Federführung), Gernot Wagner (Kapitalmarktrecht), Dr. Bodo Bender (Steuerrecht), Thomas Burmeister (Energy/Regulatory; Düsseldorf), Karl-Jörg Xylander, Dr. Constantin Lauterwein (beide White Collar; beide Berlin), Florian Ziegler (Banking);  Associates: Robert Zehbe, Marissa Florio, Michael Byrd, Mansha Malhotra (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Martin Wilhelm, Eva Maryskova (beide Banking)
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Matthias Kühn − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Kirkland hat gute Beziehungen zum Senvion-Eigentümer Centerbridge und wurde vermutlich auf deren Empfehlung hin von Senvion beauftragt. Die Federführung in Deutschland übernahm Nardi, der das Kreditpaket gemeinsam mit seinen UK-Kollegen schnürte. Schwander, die im vergangenen Jahr mit Achim Herfs von Hengeler Mueller kam, deckte deutsche Aspekte der Bond-Struktur ab. Die Federführung dazu lag bei den in London ansässigen Partnern mit US-Qualifikation.

Das White & Case-Team war zum dritten Mal in Folge mit Senvion befasst, nachdem es schon die Akquisitionsfinanzierung für Centerbridge und die IPO-Vorbereitung auf Seiten der Banken begleitet hatte. Für die jetzige Refinanzierung banden die Partnerinnen Schürmann und Emory Büros in den USA, in Großbritannien, Frankreich und der Türkei ein. Das Team um Wagner wurde in diesem Frühjahr schon von zahlreichen Bankenkonsortien in Anspruch genommen – unter anderem zu den Anleiheemissionen der Hapag Llyod und der Schweizer Gategroup sowie zur Refinanzierung der international aufgestellten Pfleiderer Gruppe.

Oppenhof kam in ihr Beratungsmandat über die langjärhigen Kontakte des Gesellschaftersrechtlers Koerfer. (Sonja Behrens)

Der Artikel wurde am 12.September 2017 ergänzt

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