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03.05.2017

Verbrauchsdaten erfasst: Kalorimeta schnappt sich Qundis mithilfe von Boutiquen

Der Erfurter Messgerätespezialist Qundis gehört nun dem Hamburger Wettbewerber Kalorimeta. Verkäufer war der britische Private-Equity-Investor HgCapital, der das Unternehmen  2012 erworben hatte. Der Wert der Transaktion lag bei 400 Millionen Euro.

Sven Schubert

Sven Schubert

Qundis beschäftigt mehr als 250 Angestellte und entstand 2008 aus der Fusion der Siemens-Tochter Qvedis mit der Kundo SystemTechnik. Das Unternehmen ist laut Marktinformation der fünftgrößte Anbieter der klimaintelligenten Steuerung von Immobilien. Die Produkte von Qundis ergänzen das Angebot von Kalorimeta, die ebenfalls digitale und selbstlernende Analyse- und Abrechnungssysteme für den Immobiliensektor anbietet. Soweit bekannt, gab es auch andere Bieter für Qundis, darunter Nordic Capital.

Der Hamburger Energiedienstleister Kalorimeta gehört zur Kalo-Gruppe. Jene beschäftigt bundesweit mehr als 1.200 MItarbeiter, die sich beispielsweise um Verbrauchskostenabrechnungen und Rauchmeldersysteme kümmern. Der Ankauf von Qundis erfolgt über die KFQ Beteiligungsgesellschaft, HgCapital bleibt mit einer Minderheitenbeteiligung an Bord.

Berater Kalorimeta
Corvel (Hamburg): Dr. Sven Schubert (Federführung), Dr. Felix Brammer (beide Corporate), Dr. Dirk Brockmeier (Finanzierung); Associate: Thomas Sievers (Corporate)
Schramm Meyer Kuhnke (Hamburg): Dr. Nils Schramm, Frederik Martell (Arbeitsrecht)
Truon (Hamburg): Dr. Dirk Büllesfeld (Öffentliches Recht)
Blomstein (Berlin): Dr. Anna Huttenlauch (Kartellrecht)
PricewaterhouseCoopers (Hamburg): Alke Fiebig, Johann Missal, Frieder Lauterbach, Christoph Besch, Henrik Wrede

Oliver Felsenstein

Oliver Felsenstein

Berater HgCapital
Latham & Watkins (Frankfurt): Oliver Felsenstein (Federführung), Dr. Leif Schrader (beide Private Equity), Stefan Süß (Steuerrecht; München), Daniel Ehret (Bank- und Finanzrecht), Dr. Christian Engelhardt (IP/IT), Panu Siemer (Immobilienrecht; beide Hamburg), Dr. Norma Studt (Arbeitsrecht; Hamburg); Associates: Dr. Jan Feigen (Hamburg), Dr. Maximilian Platzer, Sylvia Semkowicz (alle Corporate/M&A), Dr. Christine Watzinger (Steuerrecht; München), Laura Wimmer (Bank- und Finanzrecht), Dr. Max Hauser (Kartellrecht), Dr. Inga Hildebrand (Arbeitsrecht; Hamburg), Juliane Hack (Kapitalmarktrecht), Dr. Christoph Vaske (Private Equity)
EY (Hamburg): Michael Kunz, Denis Ahluwalia, Catrin Schmieding (alle Steuern)

Berater Nordic Capital
White & Case (Frankfurt): Dr. Stefan Koch; Associate: Tomislav Vrabec (Corporate /M&A) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Alle auf Käuferseite beratenden Boutiquen haben ehemalige Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer in ihren Reihen, die sich aus der gemeinsamen Zeit bei der Großkanzlei kennen. Die Mandatierung der federführenden Sozietät Corvel erfolgte über eine Empfehlung eines anderen Hamburger Unternehmens. Das örtliche Büro von PricewaterhouseCoopers wurde zudem für die Tax Due Diligence und steuerliche Vertragsverhandlung beigezogen. Für die Strukturierungsfragen waren Besch und Wrede zuständig.

Die Beziehungen zwischen Latham-Partner Felsenstein und HgCapital reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück. So beriet er sie auch Ende letzten Jahres, als sich HgCapital an dem Softwareanbieter STP beteiligte. Teil seines Teams hier war PE-Experte Schrader, der ihm von Clifford Chance zu Latham gefolgt war und dort Anfang März dieses Jahres zum Partner ernannt wurde. Laut Pressemitteilung von HgCapital flankierten neben Latham und EY auch Rothschild und Deloitte die Transaktion. Während Deloitte nach JUVE-Informationen vor allem als Financial Adivsor für die Verkäufer tätig war und die Vendor Due Diligence erstellte, führte EY mit den steuerlichen Beratern potenzieller Käufer die Sondierungsgespräche. Zudem half EY bei der Strukturierung und vertraglichen Fixierung des Verkaufs. (Aled Griffiths)

Der Artikel wurde am 21.Mai 2017 ergänzt

 

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