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22.06.2017

Stahlkonzern: Schmolz + Bickenbach senkt Schuldenlast mit Hengeler und Baker

Der Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach hat seine Schulden neu strukturiert. Eine High-Yield-Anleihe des Unternehmens über 200 Millionen Euro wurde vollständig gezeichnet und löst eine laufende Schuldscheinverschreibung ab. Im Zuge dessen konnte das Unternehmen auch sein Darlehensvolumen von 450 Millionen auf 375 Millionen Euro senken. Begleitet wurden die Finanzierungstransaktionen von einem internationalen Bankenkonsortium.

Daniela Böning

Daniela Böning

Die Schuldverschreibung über 200 Millionen Euro wurde durch die Tochterfirma Schmolz + Bickenbach Luxembourg Finance begeben. Abnehmer der Wertpapiere mit einem Kupon über 5,625 Prozent und einer Laufzeit bis 2022 waren institutionelle Investoren. Damit löst das Stahlunternehmen eine vorrangig besicherte Anleihe aus dem Jahr 2012 ab, die einen Zinssatz von 9,875 Prozent hatte. Mit den Einnahmen aus dem neuen Bond konnte auch der bestehende Konsortialkredit reduziert werden. Den syndizierten Kreditrahmen stellen BNP Paribas, Commerzbank, der Schweizer Arm der Credit Suisse, UBS Switzerland sowie die UniCredit. Für die Platzierung der Anleihen spannten die Credit Suisse Europe und BNP Paribas ihre Kapazitäten zusammen.

Schmolz + Bickenbach hat ihr Deutschlandgeschäft im vergangenen Jahr massiv restrukturiert. Das in der Schweiz börsennotierte Unternehmen mit zuletzt 2,3 Milliarden Euro Umsatz beschäftigt etwa 8.900 Mitarbeiter weltweit.

Berater Schmolz + Bickenbach
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Hendrik Haag (Kapitalmarktrecht), Dr. Daniela Böning, Dr. Nikolaus Vieten (beide Finanzierung); Associates: Jochen Schnepper (Kapitalmarktrecht), Dr. Miriam Peter, Andreas Lischka (beide Finanzierung)
Baker & McKenzie (Zürich): Dr. Matthias Courvoisier − aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Luzern): Johann Philippi (Group General Counsel), Dr. David Henry (‎Head Corporate Legal) − aus dem Markt bekannt

Frank Laudenklos

Frank Laudenklos

Berater Banken
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Frank Laudenklos (Federführung), Simone Bono (London), Fabrice Grillo (Paris), David Almroth (New York; alle Bank- und Finanzrecht), Dr. Christoph Gleske (Kapitalmarktrecht), Dr. Martin Schiessl, Claude Stansbury, Reed Carey (beide New York; alle Steuern); Associates: Andreas Ruthemeyer, Dr. Simon Reitz, Kristina Ostertag, Gordon Houseman, Mario Maier, Shana Mirhosseini (alle drei London), Sarah Cannici (Paris), Kyle Lakin, Elizabeth Thorne (beide New York; alle Bank- und Finanzrecht), Dr. Roland Schmidtbleicher, Dr. Kai Werner (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Claus-Peter Knöller (Steuerrecht)

Hintergrund: Hengeler Mueller berät den Stahlproduzenten seit Langem in Finanzierungsfragen. Während der erfahrene Kapitalmarktrechtler Haag hier primär für die Hochzinsanleihe zuständig war, koordinierte Partnerin Böning diese Emission mit der Restrukturierung der Darlehensverbindlichkeiten. Für die rechtlichen Abstimmungen zum Konsortialkredit zeichnet sie zusammen mit Finanzierungspartner Vieten verantwortlich.

Auch das Züricher Büro von Baker ist schon seit vielen Jahren für Schmolz + Bickenbach tätig. Der Stahlhersteller gehört wie die Industrieunternehmen Sulzer und Oerlikon zum Firmenkonglomerat des Investors Viktor Vekselberg und seiner Renova Holding.

Freshfields, die an der Seite der Kreditgeber und Underwriter stand, wurde wiederholt von den Banken mandatiert, wenn es um Schmolz + Bickenbach ging. Das Team unter der Federführung von Laudenklos unterstützte in den vergangenen Monaten auch die Banken, die die Kreditfinanzierung für den Industriekonzern SGL Carbon und für die Mediengruppe DuMont gewährten.

Bei Schmolz + Bickenbach amtiert seit Jahresbeginn Johann Philippi als Head of Compliance und Group General Counsel. Er folgte auf Juliane Drerup-Hero, die die Leitung der neu aufgestellten Konzernrechtsabteilung Anfang 2016 übernommen hatte. Philippi, der früher auch für Kühne + Nagel tätig war, kam vom Brauereikonzern SAB Miller. Für Finanzierungsfragen ist intern zudem Burkhard Wagner zuständig, der Vice President Corporate Finance. Das Züricher Büro von Ernst & Young wurde jüngst auf der Generalversammlung des Stahlverarbeiters als Revisorin für ein weiteres Jahr bestätigt. (Sonja Behrens)