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19.07.2017

Berliner Herzstück: Norges kauft mit Freshfields Axel-Springer-Zentrale

Wenige Wochen nach der Grundsteinlegung hat Axel Springer seine neue Berliner Zentrale verkauft. Für 425 Millionen Euro übernahm der norwegische Fonds Norges den Neubau über einen Forward-Deal. Die angrenzende Axel-Springer-Passage übernahmen Blackstone und Quincap Investment Partners. Mit insgesamt 755 Millionen Euro zählt der Deal schon jetzt zu den größten Bürotransaktionen des Jahres.

Niko Schultz-Süchting

Niko Schultz-Süchting

Der Neubau soll 2019 fertig gestellt sein, Axel Springer wird alleinige Mieterin. Die Immobilie umfasst eine Fläche von rund 52.000 Quadratmetern und wurde als lichtdurchfluteter Bau in Kubusform von dem niederländischen Architekten Rem Koolhaas entworfen. Künftig sollen hier bis zu 3.500 Menschen arbeiten, unter anderem die gesamte Redaktion von WeltN24 und Mitarbeiter der digitalen Angebote. Die angrenzende Passage zählt 46.000 Quadratmeter Büro- und 7.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche und beherbergt unter anderem die Zeitungen Die Welt und Welt am Sonntag.

Im derzeit aufgeheizten deutschen Immobilienmarkt sind mit den Axel-Springer-Objekten zwei Sahnestücke verkauft worden. Weil Investoren händeringend nach großvolumigen Anlagen suchen, sichern sie sich diese immer häufiger über Forward-Deals, also bereits vor der Fertigstellung der entsprechenden Immobilien.

Berlin ist bei Investoren aktuell besonders beliebt. Im April verkaufte die Wiener UBM die noch im Bau befindliche Zentrale des Onlinehändlers Zalando an den südkoreanischen Vermögensverwalter Capstone Asset Management. Zum Verkauf steht auch das Sony Center am Potsdamer Platz, für das ein Kaufpreis von 1,1 Milliarden Euro erwartet wird. Medienberichten zufolge hat Oxford Properties, der Immobilienarm eines kanadischen Pensionsfonds, die größten Chancen auf den Zuschlag. Weitere Teilnehmer des Bieterprozesses sollen Blackstone, Wheelock Properties, Kuwait Investment Authority und RFR sein. Der südkoreanische Pensionsfonds NPS hatte den Gebäudekomplex 2010 für 572 Millionen Euro erworben.

Berater Norges
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Niko Schultz-Süchting (Federführung; Immobilienrecht), Dr. Alexander Schwahn (Steuerrecht); Associates: Dr. Stefan Frick, Dr. Mareike Schmidt, Anne Harder (Frankfurt; alle Immobilien), Dr. David Stadermann (Öffentliches Recht)

Berater Blackstone und Quincap
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Fabian Böhm (Federführung; Immobilienrecht), Thorsten Sauerhering (Steuerrecht), Dr. Mathias Elspaß (Energierecht), Marc Besen (Kartellrecht; beide Düsseldorf), Dr. Dominik Engl (Steuerrecht), Dr. Dimitri Slobodenjuk (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Manuel Lomb  (Real Estate; Immobilienrecht), Markus Kallenbach (Steuern), Zaid Mansour (Energierecht), Miriam Kammer (Kartellrecht; beide Düsseldorf)

Berater Axel Springer
Hengeler Mueller (Frankfurt): Thomas Müller (Federführung), John Flüh (Berlin; beide Immobilienrecht), Dr. Jan Bonhage (Öffentliches Recht; beide Berlin); Associates: Lars Voigt, Loretta Lang, Mandana Bahrampour (Berlin; alle Immobilienrecht), Erasmus Hoffmann, Maren Klinsing (beide Öffentliches Recht; beide Berlin)
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Konrad Wartenberg (General Counsel), Dr. Florian von Götz

Hintergrund: Norges setzte mit Freshfields auf eine vertraute Beraterin. Die Kanzlei beriet den Staatsfonds bereits bei mehreren Ankäufen in Deutschland. So kaufte Norges 2014 etwa Teile der sogenannten Lenbach Gärten in München. Hinter Chinese Walls ist ein Team um Freshfields-Partner Dr. Johannes Conradi auch für Axel Springer tätig: Es berät das Verlagshaus bei der Planung und Errichtung seines neuen Berliner Campus. Conradi beriet die Mandantin auch beim Verkauf des Axel-Springer-Areals in Hamburg an ein Joint Venture aus Momeni und Black Horse Investments.

Die Mandatsbeziehung zwischen Blackstone und Clifford Chance ist ebenfalls gefestigt. Partner Böhm begleitete den Investor etwa im vergangenen Jahr beim Kauf des Berliner Bürogebäudes ,An den Treptowers 3′, dem derzeitigen Sitz der Allianz Versicherungen. Aufseiten der Verkäuferin Deutsche Office stand hier Freshfields-Partner Schultz-Süchting. Blackstone setzt bei Immobiliendeals aber auch regelmäßig auf Hengeler-Partner Müller, so etwa bei den milliardenschweren Ankäufen des sogenannten ,Hansteen‘-Portfolios und von Office First.

Bei den aktuellen Transaktionen stand Müller aber auf der Seite von Axel Springer. Die Kanzlei pflegt eine langjährige Mandatsbeziehung zu dem Verlagshaus. Ins konkrete Mandat kam sie über einen Pitch.

Aus dem Markt bekannt ist, dass der Verkauf der Axel-Springer-Passage von Notar Dr. Hinrich Thieme von Hogan Lovells beurkundet wurde, beim Neubau war es Dr. Klaus Minuth von Clifford Chance. (Christin Stender)

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