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26.07.2017

Chile und Namibia: Oppenhoff, PwC Legal und SNP begleiten Solarprojekte

In Chile und Namibia sind Solarprojekte auf dem Vormarsch. Der Projektentwickler Austrian Solar hat gerade das chilenische Solarparkprojekt Huatacondo an ein Konsortium um den japanischen Handelskonzern Soijitz verkauft. Und das deutsche Unternehmen Suntrace hat für einen Zementhersteller in Namibia ein eigenes, privatfinanziertes Solarkraftwerk entwickelt.

Alf Baars

Alf Baars

Nachdem Austrian Solar 2016 mit dem ‚El Pelicano Park‘ ihr erstes Photovoltaikprojekt in Chile veräußert hatte, fand sie nun auch für den ‚Huatacondo Solar Park‘ einen Käufer. Der 98-MW-Photovoltaikpark hat laut Presseberichten einen Wert von 198 Millionen US-Dollar. Zu dem Käuferkonsortium um Soijitz gehören die japanische Shikoku Electric Power sowie der französische Baukonzern Eiffage. Die Errichtung des Solarparks wird unterstützt von japanischen Finanzinstituten und einer chilenischen Bank.

Auch in Namibia setzt die Industrie zunehmend auf Eigenverbrauchsanlagen, so auch Ohorongo Zement. Das Unternehmen wurde 2007 in Namibia von der Ulmer Firma Schwenk Zement gegründet und gilt als bislang größte deutsche Direktinvestition.

Zusammen mit der deutschen Projektentwicklerin Suntrace hat Ohorongo Zement für die Lokalversorgung gesorgt und lässt dafür von einem deutschen Anlagenbauer ein 5-MW-Solarkraftwerk errichten. Parallel holt Suntrace über Direktbeteiligungen Investoren an Bord.

Deal in Chile

Michael Burg

Michael Burg

Berater Austrian Solar
Oppenhoff (Köln): Alf Baars (Gesellschaftsrecht/M&A), Peter Etzbach, Christof Gaudig (beide Versicherungsrecht); Associate: Edder Cifuentes (Chilenisches Recht)
PricewaterhouseCoopers Legal (Köln): Dr. Michael Burg (Federführung), Maren Beneke (beide Corporate)
DLA Piper (New York): Andrianne Payson, Nickie Chenie, Stewart Diana (Federführung des US-Teams), Bradford McCormick (alle Finanzierung)
Bofill Mir & Álvarez Jana (Santiago de Chile): Octavio Bofill, Guillermo de la Jara

Deal in Namibia

Berater Suntrace
SNP Schlawien (Freiburg): Dr. Matthias Schwara (Federführung)
Cliffe Dekker Hofmeyr (Johannesburg): Emma Dempster (Director Projects and Infrastructure )

Matthias Schwara

Matthias Schwara

Hintergrund: SNP Schlawien hat seit 2010 ein Büro in Freiburg. Partner Schwara, der bei dem Namibia-Projekt die Fäden in der Hand hielt, kam 2013 dazu. Als früherer Syndikus von Steag hatte er jahrelang internationale Energieprojekte mit lokalen Sozietäten betreut. So stellte er den Kontakt zur südafrikanischen Großkanzlei Cliffe Dekker her, die zuvor schon den Privatisierungsprozess in Namibias Energiesektor begleitet hatte.

Über Schwara kam auch der Kontakt zum Suntrace-CEO Boris Westphal, denn der Gründer von Suntrace war früher Finanzdirektor bei Steag. Schwara unterstützte ihn bei der Gestaltung und Verhandlung der Stromlieferverträge und zum Grundstückspachtvertrag, bis hin zum  Betriebs- und Wartungsvertrag. Aktuell widmet sich das SNP-Team auch den rechtlichen Fragen zum internationalen Investorenprozess und zur Finanzierung. Ohorongo Cement wurde in den Verhandlungen von der namibischen Kanzlei Koep Partners unterstützt.

Beim Verkauf der chilenischen Projektgesellschaft war stand PwC Legal-Partner Burg an der Seite von Austrian Solar. Er hatte im letzten Herbst auch den Verkauf des El Pelicano Parks unterstützt, damals allerdings noch unter der Flagge von DLA. Burg wechselte Anfang des Jahres zum Rechtsarm der Prüfgesellschaft und war hier auch für die Strukturierung der Beteiligung und Finanzierungsaspekte zuständig.

Edder Cifuentes

Edder Cifuentes

Die Vorbereitungsarbeiten wurden zudem vom Lateinamerika-Desk von Oppenhoff flankiert, der sich um die Verträge zur Errichtung, den Betrieb und die laufende Instandsetzung kümmerte. Das Mandat kam über einen Kontakt zwischen Burg und Oppenhoff-Partner Baars zustande, der sich mit seinem Team dann in einem Pitch bei Austrian Solar durchsetzen konnte. Ein Jahr zuvor war Oppenhoffs Lateinamerika-Praxis um den in Chile zugelassenen Anwalt Cifuentes erweitert worden, der die Abstimmungen hier maßgeblich betreute. Inzwischen umfasst der Lateinamerika-Desk der Kanzlei insgesamt fünf Juristen. Für regulatorische Fragen vor Ort zogen die Kölner die chilenische Kanzlei Bofill Mir hinzu, rechtliche Finanzierungsfragen zur Transaktion hingegen betreute DLA in den USA.

Das Käuferkonsortium in Chile setzte dagegen auf ein Tandem aus Gibson Dunn & Crutcher (New York) und Carey (Santiago). Eiffage vertraute dem Vernehmen nach ihrer Rechtsabteilung in Paris und im spanischen Albacete. Für Spezialfragen griff auch sie mit Molina Rios auf eine Sozietät in Santiago zurück. Die Banken wiederum hatten die chilenische Sozietät Barros & Errázuriz sowie ein internationales Team von White & Case mandatiert. (Sonja Behrens)

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