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06.07.2017

Squeeze-out: Öffentliche Hand übernimmt Bremer Straßenbahn mit Ahlers & Vogel

Die Bremer Verkehrsgesellschaft (BVG) will die Bremer Straßenbahn Aktiengesellschaft (BSAG) vollständig übernehmen. Rund 95 Prozent gehören ihr schon, nun soll auf der Hauptversammlung der BSAG am 30. August über das Angebot der landeseigenen BVG entschieden werden.

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Jochen Böning

Die BVG bietet den verbleibenden Aktionären eine Barabfindung von 135 Euro je Aktie an. Das Angebot liegt insgesamt leicht über dem Unternehmenswert. Die Stadt Bremen würde durch die Transaktion eines ihrer wenigen börsennotierten Unternehmen verlieren. Grund für den Squeeze-out zum jetzigen Zeitpunkt ist, dass danach die BSAG Aufträge direkt vergeben kann. In Bremen stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Anschaffungen im öffentlichen Personennahverkehr an.

Berater BSAG
Ahlers & Vogel (Bremen): Dr. Jochen Böning; Associate: Moritz Nägeler
Inhouse Recht (Bremen): Marion Fuß (Leiterin Recht)

Hintergrund: Ahlers & Vogel berät die BSAG schon seit Langem und sicherte sich nun eines der seltenen aktienrechtlichen Mandate der Hansestadt. Die anstehende Hauptversammlung wird die Kanzlei voraussichtlich ebenfalls begleiten. Die BVG ließ sich, soweit bekannt, nicht extern rechtlich beraten. Aufgrund enger, auch personeller Verbindungen zwischen beiden Unternehmen bestand hierzu offenbar keine Notwendigkeit. Die BVG griff jedoch für die Bewertung auf die Bremer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Fides zurück, die oft eng mit der Bremer Kanzlei Nölle & Stoevesandt  kooperiert. .

Der gerichtlich bestellte Prüfer kam nicht aus der Hansestadt. Das Mandat hat Dr. Torsten Kohl. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist Partner bei Flick Gocke Schaumburg in Bonn. (Astrid Jatzkowski)

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