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08.08.2017

Erweiterung: Rödl begleitet Handelsblatt bei Erwerb von Euroforum

Die Verlagsgruppe Handelsblatt hat 81 Prozent am Seminaranbieter Euroforum erworben. Die restlichen 19 Prozent verbleiben beim Verkäufer, dem Londoner Wissenschaftsverlag Informa. Für Euroforum arbeiten rund 140 Mitarbeiter, der Unternehmenswert liegt bei rund 15 Millionen Euro.

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Alexander Kutsch

Das Handelsblatt und Euroforum kooperieren schon seit einigen Jahren, rund 40 Prozent des Umsatzes von Euroforum beruht auf Veranstaltungen der Verlagsgruppe. Durch die Übernahme will das Handelsblatt, das sich Anfang 2018 in Handelsblatt Media Group umbenennen wird, seine Abhängigkeit von Druckerzeugnissen verringern. Vor allem das Streaming von journalistischen Inhalten soll als neues Geschäftsfeld entwickelt werden. Generiert werden sollen diese Live-Inhalte über Podiumsdiskussionen, Streitgespräche, Debatten und Interviews. Auch an der zur Handelsblatt-Gruppe gehörenden Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalismus soll „Live-Journalismus“ als neuer Ausbildungszweig unterrichtet werden.

Bereits jetzt vermarktet das Handelsblatt, das im Januar in ein neues Hauptquartier in der Düsseldorfer Innenstadt umzieht,  jährlich rund 200 Veranstaltungen mit etwa 30.000 Teilnehmern in verschiedenen Branchen. Durch die Übernahme von Euroforum kommen  rund 250 Veranstaltungen mit über 12.000 Teilnehmern im deutschsprachigen Raum wie auch in China und den USA hinzu, vor allem in den Branchen Automobil, Energie, Finanzen, Industrie und IT. Bis Ende Oktober soll die Transaktion über die Bühne gehen. Zuvor muss aber das Bundeskartellamt noch zustimmen.

Berater Handelsblatt
Rödl (Stuttgart): Peter Künkele (Federführung; M&A), Dr. Alexander Kutsch, Andreas Wahl (beide Steuern); Associate: Christoph Hinz (M&A)
Walter Sigle (Stuttgart): Thomas Graf Strachwitz, Dr. Carina Rau (beide Vertragsgestaltung)

Berater Informa
Dentons (Berlin): Dr. Peter Mayer
Ernst & Young: Steuerrecht  – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Rödl agiert für die Verlagsgruppe Handelsblatt als Wirtschaftsprüferin und begleitet das Unternehmen seit geraumer Zeit auch steuerlich. Bei der jetzigen Transaktion beriet die WP-Einheit neben den Steuerthemen auch betriebswirtschafltich zu M&A-Fragen. Die rechtliche Beratung wiederum übernahm die Kanzlei um Walter Sigle. Die Sozietät des früheren CMS Hasche Sigle Namenspartners verfügt traditionell über beste Kontakte in die Verlagsbranche, so beispielsweise zum Familienkonzern Holtzbrinck. (Till Mansmann)

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