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28.08.2017

Grußkarten angekommen: Nedac Sorbo erwirbt Horn mit Anchor

Die niederländische Nedac Sorbo-Gruppe hat den insolventen Grußkartenhersteller Albert Horn erworben. Dieser befand sich seit Februar in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Wiesbaden hat der übertragenden Sanierung und dem Verkauf der Vermögenswerte Horns an den Branchenpartner bereits zugestimmt.

Lars Hinkel

Lars Hinkel

Kurz vor seinem 70-jährigen Firmenjubiläum musste der Grußkartenhersteller Albert Horn im Frühjahr das Schutzschirmverfahren beantragen. Das hessische Unternehmen beschäftige zum damaligen Zeitpunkt rund 480 Mitarbeiter und hatte Vertriebswege zu mehr als 5.000 Geschäften in Deutschland aufgebaut, die es mit Karten und Geschenkpapieren belieferte. In einem Dual-Track-Verfahren wurde einerseits eine mögliche Refinanzierung vorbereitet, andererseits ein Verkauf.

Die neue Eignerin Nedac, die ihren Hauptsitz unweit von Arnheim hat, ist selbst im Grußkartengeschäft aktiv. Zudem liefert sie auch andere Artikel aus dem Nonfood-Bereich, wie beispielsweise Haushaltswaren und Körperpflegeprodukte. Gemessen an der Mitarbeiteranzahl ist die Nedac-Gruppe etwa gleich groß wie Albert Horn.

Berater Nedac Sorbo
Anchor (Düsseldorf): Lars Hinkel (Insolvenzrecht/Insolvenzarbeitsrecht), Dr. Christof Schiller (Corporate/M&A; Mannheim); Associate: Larissa Bechthold  (Arbeitsrecht)

Jan Groß

Jan Groß

Berater Albert Horn (Eigenverwaltung)
Falkensteg (Frankfurt): Tillmann Peeters, Sebastian Wilde (beide Restrukturierung)
Ebner Stolz Mönning Bachem (Köln): Jan Groß (M&A), Marcus Losch (Finanzierung), Stefan Hansen (alle Restrukturierung)

Sachwalter
Brinkmann & Partner (München): Dr. Markus Plathner, Associate: Alexander Eggen

Hintergrund: Der federführende Partner Hinkel hatte im vergangenen Jahr für die Insolvenzkanzlei Anchor den Düsseldorfer Standort eröffnet. Ins Mandat kam das Anchor-Team über eine Empfehlung.

Schon als das Amtsgericht im Frühjahr das Schutzschirmverfahren für Albert Horn genehmigte, zog der Restrukturierungsexperte und Falkensteg-Mitbegründer Peeters in die Geschäftsführung ein, als Sachwalter amtierte Brinkmann-Partner Plathner.

Ebner Stolz war früh an Bord, um kaufmännisch und rechtlich für die Eigenverwaltung tätig zu werden. Die Verkaufsverhandlungen führte dem Vernehmen nach Jan Groß, der Anfang des Jahres zum Partner ernannt worden war.

Corporate-Finance-Experte Henning Graw von IMAP, der Anfang des Jahres aus dem Geschäftsbereich Distressed M&A von Rödl & Partner gewechselt war, unterstützte den Verkaufsprozess zusammen mit Analyst Simon Borst. (Sonja Behrens)

 

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