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04.09.2017

Bezahlsysteme: Cardtech geht ganz an Weil Gotshal-Mandantin Concardis

Der Eschborner Zahlungsdienstleister Concardis hat seine Kölner Tochter Cardtech vollständig übernommen. Verkäufer des 30-prozentigen Anteilspakets waren Geschäftsführer Dr. Dietrich Gottwald und Gesellschafter Werner Zimmermann.

Stephan Grauke

Stephan Grauke

Cardtech wurde 1990 gegründet und stellt Zahlungsterminals bei Einzelhändlern, Dienstleistern und in der Hotellerie auf. Schon seit 2009 ist Concardis mit einem Minderheitsanteil an Bord, der 2015 auf 70 Prozent aufgestockt wurde. Nach der jetzigen kompletten Übernahme soll Cardtech weiterhin als eigenständige Gesellschaft geführt werden.

Zusammen wollen die Unternehmen eine Plattform für E-Payment, also Zahlungsprozesse aufbauen, die weder Bargeld noch Zahlkarten benötigen. Dafür hat Concardis jüngst auch die Tochterfirma ICP Cash Processing auf sich verschmolzen, die als Netzbetreiber in Zahlungsprozessen fungiert.

Hinter Concardis stehen seit Jahresbeginn die beiden Private-Equity-Häuser Advent International und Bain Capital. Seither hat Concardis bereits den Rechnungskaufspezialisten Ratepay von der Hamburger Otto-Group erworben. 

Das Geschäft mit den Terminals

Der süddeutsche Wettbewerber Wirecard ist derweil schon international unterwegs. Nach dem Markteintritt in den USA im vergangenen Jahr kaufte Wirecard zuletzt das asiatisch-pazifische Kartenakzeptanz-Kundenportfolio der Citigroup.

Doch auch Börsenbetreiber drängen in die digitalen Zahlungsgeschäfte: So erwarb jüngst die Schweizer Six Payment Services den Geschäftsbereich Girocard-Netzbetrieb von der Deutschen Postbank-Tochter VÖB-ZVD Processing.

Frank Wardenbach

Frank Wardenbach

Berater Concardis
Weil Gotshal & Manges (Frankfurt): Stephan Grauke; Associates: Dr. Ansgar Wimber, Alexander Pfefferler (München; alle Corporate)
Inhouse Recht (Eschborn): Luca Zanotti (Leiter Recht)

Berater Cardtech-Mitgesellschafter
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Köln): Dr. Frank Wardenbach (Federführung), Dr. Oliver Böttcher (beide M&A, Corporate)

Hintergrund: Weil Gotshal hatte Advent und Bain schon bei der Übernahme von Concardis unterstützt. Der Ankauf war seinerzeit sehr komplex, da sich der Zahlungsdienstleister zuvor im Besitz von mehreren deutschen Bankengruppen befand. Für den Ankauf von Ratepay hatten die Private-Equity-Investoren Hengeler Mueller mandatiert.

Die Anteilsverkäufer vertrauten auf den Kölner Heuking-Partner Wardenbach, der bereits 2008 die Cardtech-Eigner beim Verkauf der Anteile an Concardis betreut hatte. Wardenbach berät Cardtech seither gesellschaftsrechtlich, bei Transaktionen und auch im Aufsichtsrecht. Den Geschäftsführer Gottwald hatte er einst über Namenspartner Dr. Hans-Jochem Lüer kennengelernt.

Wirecard setzt regelmäßig auf Osborne Clarke: Ein Team um den Kölner Partner Dr. Björn Hürten koordinierte auch den Ankauf des Kreditkartenakzeptanzgeschäfts der Citigroup. Für die Financial und Tax Due Diligence mandatiert das Unternehmen in der Regel Baker Tilly. Das Closing der umfangreichen Transaktion soll in mehreren Schritten bis Juni 2018 erfolgen.

Den Zukauf von Six begleitete ein Team von CMS Hasche Sigle für die Schweizer Börsentochter. Die Federführung teilten sich Dr. Marcel Hagemann, Dr. Hendrik Hirsch und Dr. Holger Pattberg. Die Verkäufer, zu denen neben der VÖB-ZVD Processing auch die Deutsche Post und die Deutsche Bank gehörten, mandatierten ein Team von Linklaters um die Partner Wolf Sturm, Oliver Rosenberg und Daniel Pauly. (Sonja Behrens)

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