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18.09.2017

Kundenbindung: Investoren übernehmen mit Fried Frank Mobilfunk-Dienstleister

Der Zahlungsdienstleister ICP hat eine weitere Sparte verkauft: Er veräußerte die ICP Transaction Solution samt internationaler Töchter an ein Konsortium aus sechs Private Equity-Investoren. Zu diesen gehören unter anderem Paarl Equity, Operando Partners und die Kapitalgesellschaft Lautica.

Christian Kleeberg

Christian Kleeberg

Die jetzt veräußerte ICP-Firma, die auch Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Polen und Tschechien hat, betreut beispielsweise Prepaid-Produkte und Kundenbindungsmaßnahmen im Mobilfunkgeschäft. Diese sogenannten Loyalty-Management-Maßnahmen im Umfeld von Bezahlterminals kommen an rund 70.000 Verkaufsstellen zum Einsatz.

Die Beteiligungshäuser im Käuferkonsortium sind noch wenig bekannt. Dabei ist Paarl Equity bereits seit 2005 am Markt und auf mittelständische Firmen fokussiert. Ihre Beteiligung am Kaffeebar-Betreiber Coffee Fellows beispielsweise veräußerte sie 2014 erfolgreich an das Wiesbadener Unternehmen LS travel retail.

Lautica wurde 2011 von dem früheren IBM-Mitarbeiter Rainer Lauterbach im hessischen Bad Vilbel aufgesetzt. Er hat als Geschäftsführer des Family Office der Harald Quandt Holding schon Direktbeteiligungen an Technologieunternehmen betreut. 

Die Kölner Kapitalverwaltungsgesellschaft Operando Partners hingegen ist erst im August dieses Jahres gegründet worden. Hinter ihr steht unter anderem Christian Kühn, der früher beim Hamburger Private-Equity-Haus DMB Deutsche Mittelstandbeteiligungen tätig war.

Im vergangenen Jahr hatte die ICP-Gruppe bereits ihren Netzbetreiber für kartenbasierten elektronischen Zahlungsverkehr an Concardis verkauft.

Berater Investoren
Fried Frank (Frankfurt): Dr. Christian Kleeberg (Private Equity/M&A; Federführung); Steffen Schellschmidt (Finanzierung), Tobias Caspary (Kartellrecht), Katrin Gänsler (Steuern); Associates: Dr. Peter Breschendorf, Anjela Keiluweit, Dr. Jan Petersen, Dr. Philip Rosak, Thorsten Stücklin  (alle Corporate), Max Küttner (Kartellrecht)
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Dr. Alexander Goertz – aus dem Markt bekannt
Schnittker Möllmann (Berlin): Dr. Helder Schnittker (Steuerrecht; Federführung), Jens Kretzschmann; Associate: Dr. Julian Albrecht (Hamburg; beide Regulierung)

Michael Cziesla

Michael Cziesla

Berater ICP-Gruppe
McDermott Will & Emery (Frankfurt): Dr. Michael Cziesla (Corporate/Private Equity; Federführung), Dr. Oliver Hahnelt (Corporate), Markus Hill (Steuerrecht), Dr. Paul de Beauregard (Arbeitsrecht), Dr. Wolfgang von Frentz (Gewerbliche Rechtsschutz; beide München), Norman Wasse (Corporate/Private Equity; auch Federführung), Nina Siewert (Steuerrecht); Associates: Grégoire Andrieux (Paris), Tobias Riemenschneider, Anna Steudner (alle Corporate)

Hintergrund:  Fried Frank hatte Paarl Equity bereits beraten, als sich das Frankfurter Beteiligungshaus 2015 von seiner Portfoliogesellschaft d.velop trennte. Der hier federführende Partner Kleeberg, ehemals Partner bei Linklaters und Taylor Wessing, war im vergangenen Jahr zur US-Kanzlei Fried Frank gewechselt. Das Team hat neben der M&A-Beratung auch Finanzierungs- und Kartellrechtsfragen abgedeckt. Während Partnerin Gänsler die Steuerklauseln prüfte, kümmerte sich die junge Einheit Schnittker Möllmann sowohl um die Steuerstrukturierung der Investorengruppe und des Investments als auch um aufsichtsrechtliche Fragen. Der Kontakt kam über Operando-Mitbegründer Kühn, den das Team schon beriet, als es noch unter dem Dach von Flick Gocke und der Mandant bei der Hamburger DMB tätig war. Flick Gocke wurde hier dem Vernehmen nach für gesellschaftsrechtliche Fragen hinzugezogen.

McDermott-Partner Cziesla wiederum berät die ICP und ihren Hauptgesellschafter seit rund zehn Jahren. Die Federführung teilte er sich hier mit Counsel Wasse, mit dem er Anfang des Jahres von King Wood & Mallesons gekommen war. Von dort kam auch Partner Hill, der die Tax-Aspekte des Verkaufs mit vorbereitete. Zusammen hatten sie im vergangenen Jahr auch den Concardis-Deal flankiert.

Das Käufervehikel wurde nach JUVE-Kenntnissen notariell von Dr. Annette Bödeker beurkundet. Die Aktien- und Konzernrechtlerin, die früher bei Linklaters und Orrick tätig war, wurde 2012 Corporate-Chefin bei Kaye Scholer (inzwischen Arnold & Porter Kaye Scholer). (Sonja Behrens)

 

 

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