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06.09.2017

Mitfahrgelegenheit: Baker-Mandantin Daimler will Großstadtverkehr revolutionieren

Daimler geht einen weiteren Schritt in Richtung Mobilität der Zukunft und hat dafür ein Joint Venture mit dem amerikanischen Fahrdienstvermittler Via gegründet. Noch in diesem Jahr will das Gemeinschaftsprojekt einen Mitfahrservice in europäischen Großstädten anbieten. Daimler bringt Fahrzeuge und Kapital in das Joint Venture ein.

Peter Wand

Peter Wand

Der Shuttleservice von Via funktioniert wie eine Mischung aus Taxi und Bus. Über eine App werden Fahrgäste mit gleichem oder ähnlichem Ziel einem Shuttle zugewiesen. Ein Algorithmus berechnet einen Treffpunkt, an dem man zusteigen kann. Das macht den Service deutlich günstiger als eine Direktfahrt. ‚On-Demand-Ride-Sharing‘ wird von Via bereits in Chicago, New York und Washington angeboten. Nun wollen Daimler und Via gemeinsam den europäischen Markt erobern. Das neue Unternehmen, dessen Name noch geheim ist, wird seinen Sitz in Amsterdam haben und seinen ersten Service in London anbieten.

Um nicht wie Konkurrent Uber die europäischen Regulierer im Voraus zu verschrecken, betonen Via und Daimler, wie sehr sie auf Kooperationen mit dem örtlichen ÖPNV setzen wollen. So könnte der Via-Service gemeinsam mit den öffentlichen Verkehrsunternehmen beispielsweise Gebiete und Tageszeiten abdecken, die sonst unrentabel sind.

Der europäische Via-Dienst wird mit speziellen elektrisch angetriebenen Mercedes-Vans unterwegs sein, in die Via-Software eingebaut ist. Langfristig sollen sie auch autonom fahren können. Wie groß der Daimler-Anteil an dem Joint Venture ist, wurde nicht bekannt. Mercedes-Vans investiert 50 Millionen US-Dollar, außerdem wird Mercedes-Vans-Vorstand Volker Mornhinweg einen Platz im Vorstand von Via übernehmen.

Die Autokonzerne arbeiten derzeit alle fieberhaft an neuen Mobilitätsstrategien und suchen dafür passende Partner. So hat auch VW kürzlich über ihre Tochter Moia einen Spezialisten für das sogenannte Ride-Pooling gekauft. Sie übernahm den finnischen IT-Entwickler Split Finland. 

Berater Daimler
Baker & McKenzie: Dr. Peter Wand (Frankfurt), Jannan Crozier (London; beide Federführung), Beatriz Pessoa de Araujo (London; alle Corporate), Dr. Dr. Norbert Mückl (München), Dr. Christian Port (Frankfurt), James Smith (London), Wibren Veldhuizen (Amsterdam; alle Steuern), Michael Hart (IP; London); Associates: James Heller (Federführung; Corporate), Tom Roth (beide London), Harald van Dobbenburgh (Amsterdam; beide Steuern), Louise Hodnett (London), Koen Bos (Amsterdam; beide Corporate), Julia Dickenson, Alex Morgan (beide IP); Eve-Christie Vermynck, Nicola Young, Miriam Fine (alle IT; alle London)
Inhouse Recht (Stuttgart): Dr. Uwe Schwald, Stefanie Föhl

Robert Wethmar

Robert Wethmar

Berater Via
Fried Frank Harris Shriver & Jacobson (New York): Mark Lucas (Corporate), Steven Scheinfeld (Corporate), Nathaniel Asker (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Taylor Wessing (Hamburg): Robert Wethmar (Federführung), Jeroen Louwers (Corporate), Eline Mul (M&A, beide Eindhoven); Associate: Frauke Uhlenbroock (M&A)

Hintergrund: Baker gehört zu der Handvoll Kanzleien, mit denen Daimler regelmäßig international zusammenarbeitet. Dazu gehören beispielsweise Venture-Capital-Themen und die Beratung von einigen Car2Go-Projekten, der gemeinsamen Carsharing-Firma von Daimler und Autovermieter Europcar. Im vergangenen Jahr hatte unter Federführung des Amsterdamer Baker-Büros ein internationales Team Daimler beim milliardenschweren Kauf der Car-Leasing-Firma Athlon beraten. Beim Joint Venture mit Via hat neben den federführenden Corporate-Partnern Wand und Crozier auch der Londoner Senior Associate Heller im Leitungsteam mitgewirkt.

Taylor Wessing kam über die Vermittlung ihres Büros im Silicon Valley ins Mandat bei Via. (Christiane Schiffer)

Wir haben den Artikel am 08.09.2017 ergänzt.

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