Artikel drucken
02.10.2017

Kapitalmaßnahme: Hapag-Lloyd setzt erneut auf White & Case

Hapag-Lloyd will ihre lang angekündigte Kapitalerhöhung umsetzen. 30 Euro kosten die neuen Aktien, die rückwirkend ab Jahresbeginn gewinnberechtigt sind. Mit dem erwarteten Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 352 Millionen Euro will die Hamburger Reederei nach dem Zusammenschluss mit der Wettbewerberin United Arab Shipping Company (UASC) weiter ihre Schulden abbauen.

Rebecca Emory

Rebecca Emory

Die Kapitalerhöhung war im Zuge des Zusammenschlusses der beiden Containerreedereien vereinbart worden. Auf der Hauptversammlung Ende Mai hatten die Aktionäre die Eigenkapitalmaßnahme offiziell bewilligt.

Die CSAV Germany Container Holding, die Kühne Maritime des Spediteurs Klaus-Michael Kühne, die Qatar Holding Germany und der Investmentfonds des Königreichs Saudi-Arabien haben sie als Hauptgesellschafter durch eine sogenannte Backstop-Verpflichtung finanziell abgesichert. Dem Vernehmen nach sollen Goldman Sachs, die Deutsche Bank und Berenberg die Kapitalerhöhung begleiten, die auch beim Börsengang der Reederei als Konsortialbanken fungierten.

Die Ausgabe von rund 11,7 Millionen neuen Stückaktien soll diese Woche beginnen. Der entsprechende Wertpapierprospekt wurde der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Prüfung vorgelegt.

Berater Hapag-Llyod
White & Case (Frankfurt): Rebecca Emory (Federführung), Gernot Wagner, Dr. Lutz Krämer, Karsten Wöckener (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Bodo Bender (Steuern); Associates: Dr. Michael Steiner, Marissa Florio, Mike Byrd (alle Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Hamburg): Thomas Mansfeld (General Counsel), Hannah Paukens, Henning Wiese

Berater Public Investment Fund of Saudi Arabia 
Clifford Chance (Frankfurt): Frederik Mühl; Associate: Dr. Jochen Buckel (beide Gesellschaftsrecht/M&A) − aus dem Markt bekannt.

Berater Banken
Linklaters (Frankfurt): Dr. Marco Carbonare (Federführung; Corporate/M&A), Peter Waltz (Kapitalmarktrecht), Ulli Janssen; Associates: Carsten Rauch (beide Corporate/M&A), Charles Eypper (US-Recht), Dr. Alexander Schlee (Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Während Hapag-Llyod in gesellschaftsrechtlichen Fragen auf das Hamburger Team von Freshfields Bruckhaus Deringer zurückgreift, setzt die Reederei bei kapitalmarktrechtlichen Mandaten inzwischen regelmäßig auf White & Case. Die Kanzlei hatte beim Börsengang 2015 die Banken unterstützt und betreute allein in diesem Jahr schon drei High-Yield-Bonds der Hamburger. Die Fäden hält dabei Kapitalmarktspezialisitin Emory zusammen, die Anfang des Jahres in die Partnerschaft aufgestiegen ist. Unterstützt wurde die jüngste Transaktion von den Portfoliomanagern Vivian Kniehase und Melanie Müller.

White & Case ist Hapag-Llyod auch schon auf anderem Wege begegnet: Der Transaktionsanwalt Prof. Dr. Roger Kiem hatte die UASC und ihre Altgesellschafter aus Nahost im Zuge der Fusion beraten.

Linklaters, die seit deren Einstieg der chilenischen Aktionärin CSAV zur Seite steht, hatte Hapag-Llyod’s Banken bereits bei den High-Yield-Anleihenplatzierungen beraten. Die Partner Carbonare und Waltz gehörten in diesem Jahr auch zu dem Team, das die milliardenschwere Kapitalerhöhung beim Energiekonzern E.on betreute.

Soweit bekannt, unterstützte Clifford wiederum den saudischen Investmentfonds bereits in den Fusionsverhandlungen und nun auch im Hinblick auf die Kapitalerhöhung. (Sonja Behrens)