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02.10.2017

Prestigeobjekt: Sony Center geht mit Greenberg Traurig und Freshfields an Oxford und Madison

Die Immobilientochter des kanadischen Pensionsfonds Omers, Oxford Properties, und die New Yorker Investmentgesellschaft Madison International Realty sind die neuen Besitzer des Berliner Sony Centers. Der südkoreanische Pensionsfonds National Pension Service of Korea (NPS) verkaufte den Gebäudekomplex am Potsdamer Platz für 1,1 Milliarden Euro. 2010 hatten die Koreaner mit 572 Millionen Euro nur knapp die Hälfte für das Sony Center bezahlt.

Christian Schede

Christian Schede

Mit Oxford und Madison haben zwei eingespielte Joint-Venture-Partner das Berliner Prestigeobjekt übernommen. Gemeinsam investierten sie bereits in Top-Immobilien am Paternoster Square in London, beim Sony Center allerdings tritt Oxford als Hauptinvestor auf.

Der Gebäudekomplex besteht aus acht Objekten, darunter der mehr als 100 Meter hohe Deutsche-Bahn-Turm. Die Immobilien zählen zusammen rund 112.000 Quadratmeter Nutzfläche, die neben der Deutschen Bahn unter anderem von Facebook, Sanofi, Sony und dem Land Berlin genutzt werden. Der prestigeträchtige Komplex war im Jahr 2000 eröffnet und 2008 erstmals verkauft worden: Damals erwarb ein Investorenkonsortium aus Morgan Stanley Real Estate Funds (MSREF), CorpusSireo und The John Buck Company das Sony Center, verkaufte es aber nur zwei Jahre später weiter an NPS. Grund für den raschen Eigentümerwechsel war die weltweite Finanzkrise, die Morgan Stanley ins Schlingern gebracht hatte.

Der Verkauf des Sony Centers gehört zu den größten Immobiliendeals des Jahres. Am Bieterprozess um das Prestigeobjekt sollen auch Blackstone, Wheelock Properties, Kuwait Investment Authority und RFR beteilgt gewesen sein.

Im aufgeheizten Immobilienmarkt ist Berlin als Investitionsstandort besonders beliebt. Für Oxford ist es die erste Investition in der Hauptstadt. Im Sommer hatte sich bereits der norwegische Fonds Norges für 425 Millionen Euro die Berliner Axel-Springer-Zentrale in einem Forward-Deal gesichert, während Blackstone und Quincap Investment Partners die angrenzende Axel-Springer-Passage übernahmen. Im April verkaufte die Wiener UBM die noch im Bau befindliche Zentrale des Onlinehändlers Zalando an den südkoreanischen Vermögensverwalter Capstone Asset Management.

Stefan Lebek

Stefan Lebek

Berater Oxford Properties und Madison International Realty
Greenberg Traurig (Berlin): Dr. Christian Schede, Wencke Bäsler, Dr. Florian Rösch (alle Immobilienrecht), Dr. Josef Hofschroer, Paul Westhoff (Amsterdam; beide Corporate/M&A), Claudia Hard, Dr. Anika Mitzkait, Dr. Kati Beckmann (alle Finanzierung), Dr. Christoph Enaux (Kartellrecht), Dr. Martin Hamer (Öffentliches Recht); Associates: Silke Köhler, Martin Dobias, Dr. Johannes Steinfort, Alexandra Parascho, Tina Rechenbach, Max Hortmann, Dr. Alexander Karrenstein, Adrian Helfenstein (alle Immobilienrecht), Dr. Sara Berendsen, Natalie Hsiao, Marco Stempin, Jeroen den Dunnen (Amsterdam; alle Corporate/M&A), Julian Rindler, Dr. Bodo Wawrzyniak (beide Finanzierung), Dr. Lucas Wüsthof (Kartellrecht), Kathrin Peiffer (Öffentliches Recht), Dorothee von Einem (Arbeitsrecht)

Berater Oxford Properties
EY (München): Christian Mundel, Jürgen Bauderer (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Madison International Realty
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Timo Elsner (Immobilienrecht), Martin Schiessl (Steuern), Frank Laudenklos, Max Lang (beide Finanzierung); Associates: Tim Behrens, Moritz Heidbuechel (beide Immobilienrecht), André Happel, Leonard Kirscht (beide Steuern), Sebastien Seele (Finanzierung)

Berater NPS
P+P Pöllath + Partners (Berlin): Dr. Stefan Lebek, Dr. Matthias Durst, Timo Winkelmann, Raphael Söhlke; Associates: Sebastian Pasch, Lisa Viehweber, Amelie Strieder, Bruno Davids (alle Immobilienrecht)
PricewaterhouseCoopers (Berlin): Dr. Michael Müller (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Hauptinvestor Oxford, der auf Käuferseite auch die Verhandlungen führte, setzte mit dem Team um Schede auf vertraute Berater, die Mandatsbeziehung besteht bereits seit mehreren Jahren. So beriet das Team die Kanadier auch beim Verkauf der Jade Wohnungsbaugesellschaft Wilhelmshaven und beim Verkauf großer regionaler Wohnungsportfolien. Aber nicht nur die Mandantin, auch das Verkaufsobjekt ist dem Team bereits vertraut: Als das Sony Center 2008 erstmals den Besitzer wechselte, standen Schede und Bäsler an der Seite von Sony – damals allerdings noch als Anwälte von Freshfields.

Die Mandatsbeziehung zwischen Madison und Freshfields-Partner Elsner ist ebenfalls eingespielt. Die Kanzlei begleitete den amerikanischen Investor bereits beim Verkauf des Frankfurter Hochhauses Trianon sowie beim Kauf des sogenannten Christie-Portfolios.

Auf Verkäuferseite kam Pöllath über ihre langjährige gute Beziehung zu Hines, der bislang für das Assetmanagement des Sony Centers verantwortlich war, in das Mandat. Beim Kauf des Gebäudekomplexes 2010 hatte NPS sich noch von Görg beraten lassen.

Laut Marktinformationen beurkundete die Transaktion der Berliner Notar Christian Steinke von Gleiss Lutz. (Christin Stender)