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22.11.2017

Borussia Dortmund: Kliemt und Syndizi verhandeln Chefscout-Wechsel zu Arsenal

Bei Spielern ist es seit langem üblich, bei Trainern kommt es in Mode: Dass Fußballvereine aber auch für Talentscouts hohe Ablösesummen zahlen, ist eine neue Entwicklung im Profigeschäft. Jüngstes Beispiel: Sven Mislintat, Fußball-Direktor beim Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB), wechselt zu Arsenal London. Dort erwartet ihn Medienberichten zufolge ein Jahresgehalt von rund 1,8 Millionen Euro.

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Markus Bohnau

Mislintat war seit rund zehn Jahren beim BVB, unter anderem als Chefscout unter dem ehemaligen Trainer Thomas Tuchel. Nach der Trennung von Tuchel wurde Mislintat zum Direktor Fußball befördert. Unter seine Ägide fällt beispielsweise die Verpflichtung des Franzosen Ousmane Dembélé, der 2016 für etwa 15 Millionen Euro Ablösesumme zum BVB kam und zu Saisonbeginn 2017/2018 für insgesamt etwa 150 Millionen Euro zum FC Barcelona wechselte. Mislintat hatte eigentlich noch einen Vertrag beim BVB bis 2021. Nachfolger Mislintats bei Borussia Dortmund wird Markus Pilawa.

Der Wechsel zeigt einen möglichen neuen Trend im Profifußball auf: Nachdem es zuletzt bereits in Mode kam, für Trainer hohe Ablösesummen zu zahlen, interessiert sich der Markt nun auch zunehmend für die Experten hinter den Trainerteams. So wechselte beispielsweise im Sommer der Kaderplaner des FC Bayern München, Michael Reschke, zum VfB Stuttgart; auch Fitnesstrainer oder Ernährungsberater stehen zunehmend auf der Liste der großen Proficlubs.

Berater Arsenal London
Inhouse (London): Svenja Geissmar (General Counsel) – aus dem Markt bekannt
Kliemt & Vollstädt
(Düsseldorf): Dr. Markus Bohnau, Jan Ricken
Lewis Silkin (London): Michael Burd – aus dem Markt bekannt

Berater Borussia Dortmund
Inhouse
(Dortmund): Dr. Robin Steden (Leiter Recht)

Hintergrund: Kliemt kam über das arbeitsrechtliche Netzwerk Ius Laboris ins Mandat. Die britische Kanzlei Lewis Silkin ist dort wie Kliemt Mitglied und holte Bohnau und Ricken ins Boot, weil der Vertrag nach deutschem Recht geschlossen werden sollte. Die Arsenal-Inhouse-Counsel Geissmar ist gebürtige Deutsche, wurde aber in England zur Juristin ausgebildet. Seit rund acht Jahren ist sie bei dem englischen Erstligisten. Zuvor war sie unter anderem bei dem Fernsehsender MTV tätig. Lewis Silkin-Partner Burd ist soweit bekannt regelmäßig für Arsenal London tätig.

Borussia Dortmund ist bekannt dafür, Vertragsangelegenheiten ohne externe Hilfe zu verhandeln. So brachte Chefjurist Steden beispielsweise auch die Vertragsverlängerung von Marco Reuss in trockene Tücher.

Ob Sven Mislintat sich anwaltlich beraten ließ, ist nicht bekannt. (Catrin Behlau)

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