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17.11.2017

Nach Bieterverfahren: Patrizia übernimmt mit Freshfields IVG-Tochter Triuva

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Triuva ist verkauft. In einem Bieterverfahren veräußerte die IVG Immobilien ihre Frankfurter Tochterfirma an den Augsburger Immobilienverwalter Patrizia. Rund 200 Millionen Euro soll die Beteiligung gekostet haben. Laut Zeitungsberichten waren zuletzt auch die Büroimmobiliengesellschaft DIC Asset und der Investmentmanager Hamburg Trust noch im Rennen. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) war schon vorher ausgeschieden.

Wessel Heukamp

Wessel Heukamp

Die Bonner Immobiliengesellschaft IVG Immobilien hielt nach dem Verkauf ihrer Tochter Office First im November 2016 nur noch zwei operative Einheiten: den ostfriesischen Energielogistikdienstleister Storag Etzel sowie die Fondstochter Triuva, die nun zum Verkauf stand.

Triuva verwaltet eine Fondsvermögen von rund 9,7 Milliarden Euro, das sich überwiegend aus strukturierten Immobilienprodukten für institutionelle Investoren zusammensetzt.

Unter den rund 40 Fonds ist auch der sogenannte IVG Kavernenfonds, der 2008 mit einem Eigenkapital von 910 Millionen Euro aufgelegt wurde und an dem sich IVG seinerzeit als Co-Investor beteiligt hatte. Dieser Immobilienspezialfonds investierte in Untergrundspeicher, die die IVG als früheres Staatsunternehmen für die Erdöl- und Gasversorgung der deutschen Bevölkerung im Salzstock von Etzel angelegt hatte. Wegen der dichteren Besiedlung dort und des wachsenden Kavernenfelds gab es immer wieder Diskussionen, ob noch die nötigen Sicherheitsabstände zwischen den angrenzenden Wohngebieten und dem Kavernenfeld des Betreibers Storag gewährleistet sind. 

Der Immobilienverwalter Patrizia ist derzeit einer der eifrigsten Käufer im Markt. Mit dem Zukauf von Triuva addiert sich das vom ihm verwaltete Vermögen auf rund 30 Milliarden Euro. Im Oktober hatte das SDax-Unternehmen bereits den dänischen Dachfondsanbieter Sparinvest Property Investors übernommen.

Berater Patrizia 
Freshfields Bruckhaus Deringer (München): Dr. Wessel Heukamp (Federführung), Dr. Thomas Emde (Frankfurt; beide Corporate/M&A), Dr. Christian Ruoff (Steuerrecht; Hamburg), Dr. Wolf Spieth (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. René Döring (Arbeitsrecht; Frankfurt) Dr. Frank Röhling (Kartellrecht; Berlin); Associates: Dr. Olga Gurman, Elizabeth Reiner-Oberholzer, Dr. Bettina Stepanek, Maximilian Liegl (alle München), Dr. David Jansen (Frankfurt; alle Corporate/M&A;), Dr. Ayk Meretzki (Steuerrecht; Hamburg), Dr. Friedrich Gebert (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Philipp Knoll (Arbeitsrecht; Frankfurt), Christoph Hinrichsen (Kartellrecht; Berlin)
Ernst & Young (München): Jürgen Bauderer, Christian Mundel (beide Steuern)

Berater IVG Immobilien
CMS Hasche Sigle (Düsseldorf): Dr. Jürgen Frodermann (Federführung), Dr. Sebastian Becker (beide Corporate), Thomas Gerdel (Steuern), Dr. Tillmann Kempf (Investmentsteuerrecht), Daniel Kamke (Restrukturierung/Insolvenz), Thomas Glaesmann (Arbeitsrecht), Dr. Fritz von Hammerstein, Dr. Christiane Kappes (beide Öffentliches Recht; beide Hamburg), Dr. Daniel Voigt, Axel Dippmann (Berlin; beide Bank- und Finanzrecht); Dr. Sebastian Orthmann (Immobilienrecht; Hamburg), Kai Neuhaus (Kartellrecht; Brüssel),  Dr. Christoph von Eiff (Corporate), Marcus Fischer (Steuern), Maximilian Hacker (Restrukturierung/Insolvenz), Andrea München (Bankaufsichtsrecht), Sebastian Schwack (Bank- und Finanzrecht), Julius Hirtz (Steuerrecht), Philipp Schönnenbeck (Immobilienrecht); Associates: Christopher Freiherr von Lilien-Waldau, Dr. Roman Sprenger, Dr. Reimund Marc von der Höh, Arthur Baron, Nela Vasova (alle Corporate), Dr. Martin Friedberg (Steuern), Julia Hellberg (Restrukturierung/Insolvenz), Amelie Schäfer, Dr. David Kruchen, Judith Cremer (alle Arbeitsrecht), Sebastian Belz (Öffentliches Recht; Hamburg), Dr. Florian Leclerc (Bank- und Finanzrecht), Florian Seelheim (Immobilienrecht; Hamburg)
Ernst & Young (Eschborn): Jan Kiesel, Torsten Lauterborn (beide Steuern) 
WTS Group (Köln): Thomas Dennisen, Stephan Franzen (beide Steuern)
Inhouse Recht (Bonn): Dr. Volker Hahn (General Counsel)

Berater Triuva
Inhouse Recht (Frankfurt): Olena Tokman (General Counsel)

Jürgen Frodermann

Jürgen Frodermann

Hintergrund:  Laut IVG-Pressemitteilung erfolgte die Vertragsunterzeichnung „nach kurzen, aber intensiven Verhandlungen“. Dass der Verkauf noch in diesem Jahr abgewickelt wurde, könnte laut Immobilienzeitung auch daran liegen, dass sich die IVG über einen Share-Deal noch die Befreiung von der Grunderwerbssteuer sichern wollte.

Freshfields-Partner Heukamp hatte vor einem Jahr noch federführend für die IVG zum Verkauf ihrer Tochter Office First an Blackstone beraten. Diesmal wurden sein Team und er nach einem Pitch von Patrizia beauftragt. Patrizia legt sich im Transaktionsgeschäft nicht auf eine Kanzlei fest. So haben zuletzt auch Allen & Overy, Clifford Chance und HauckSchuchardt die Immobilienfirma bei Transaktionen beraten.

CMS mit Lead-Partner Frodermann prüfte seit Anfang des Jahres für die IVG, welche Unternehmensteile nach Office First noch verkauft werden könnten und sollte mögliche Verkäufe strukturieren. Als sich dadurch der Triuva-Verkauf abzeichnete, bekam CMS auch das Transaktionsmandat. Als Haus- und Hof-Berater von Triuva ist seit Jahren King & Spalding bekannt. Ihr Kanzleipartner Mario Leißner berät auch Patrizia regelmäßig zu aufsichtsrechtlichen und strategischen Fragen.

Wegen des Kavernenfonds spielten sowohl bei CMS als auch bei Freshfields die unter anderem auf Bergrecht spezialisierten Öffentlichrechtler eine besondere Rolle. So prüften mit Freshfields-Partner Spieth und CMS-Partner von Hammerstein zwei der führenden Bergrechtler Deutschlands die Risiken der Anlagen und die damit einhergehenden potenziellen Ansprüche.

Notariell beglaubigt wurden die Verträge vom Düsseldorfer Notariat Dr. Wilhelm Droste und Dr. Henryk Haibt. (Sonja Behrens, Christiane Schiffer)

 

 

 

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