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27.11.2017

Raffinierte Finanzierung: Consus steigt mit White & Case und RKH bei Immobilienentwickler CG ein

Der Immobilieninvestor Consus hat die Hälfte des Projektentwicklers CG übernommen und gleichzeitig umfangreiche Geschäfte am Kapitalmarkt eingeleitet. Im ersten Schritt deckte Consus den CG-Anteilskauf über eine Kapitalerhöhung ab, nun folgt die Platzierung einer neuartigen Debut-Anleihe über 200 Millionen Euro, die an der Frankfurter Börse gehandelt werden soll.

Kristian Heiser

Kristian Heiser

Um sich an CG zu beteiligen, übernahm Consus zunächst 50 Prozent der Anteile von dem Investmentvehikel eines österreichischen Unternehmers, Aggregate. Als Gegenwert hat Consus ihr Sachkapital um insgesamt 743 Millionen Euro erhöht, indem neue Aktien im Wert von rund 593 Millionen Euro ausgegeben und eine Unternehmensanleihe von insgesamt 150 Millionen Euro zugunsten von Aggregate begeben wurde. Damit liegt die Unternehmensbewertung von CG bei rund 1,5 Milliarden Euro.

In einem zweiten Schritt platzierte Consus eine Debut-Anleihe in Höhe von 200 Millionen Euro, die mit vier Prozent jährlich verzinst ist und mit einer Stückelung von 100.000 Euro an institutionelle Anleger ausgegeben wird. Damit will Consus nicht nur weitere Anteile an CG kaufen, sondern unter anderem auch den Kauf weiterer Gewerbeimmobilien finanzieren. Die Anleihe ist ähnlich strukturiert wie eine Wandelschuldverschreibung, wird aber rechtlich nicht als solche eingestuft – sie bietet also mehr Freiheiten. Bedeutet konkret: Anleihegläubiger haben die Möglichkeit zur Abgabe eines Angebots, um an einer Sachkapitalerhöhung von Consus teilzunehmen. Nimmt Consus das Angebot an, liefert sie Aktien entsprechend des vorgegebenen Wandlungsmechanismus. Im Fall der Ablehnung zahlt die Gesellschaft einen Ausgleich in bar aus, wie es bei synthetischen Wandelschuldverschreibungen üblich ist.

JPMorgan, die UBS Investment Bank und Hauck & Aufhäuser führen das Bankenkonsortium für die Bond-Emission an.

CG-Transaktion

Karsten Wöckener

Karsten Wöckener

Berater Consus
Raschke von Knobelsdorff Heiser (Hamburg): Dr. Kristian Heiser (Federführung, Corporate/M&A, Immobilienrecht), Dr. Thorsten Raschke, Maximilian Neeb (beide Corporate/M&A)
CMS Hasche Sigle: Dr. Christoph von Eiff (Corporate/M&A)

Berater Berater Aggregate
Norton Rose Fulbright (Frankfurt): Dr. Frank Regelin (Kapitalmarktrecht)

Bond-Emission

Berater Consus
White & Case (Frankfurt): Karsten Wöckener (Federführung), Gernot Wagner (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Bodo Bender (Steuerrecht), Thilo Diehl (Kapitalmarktrecht), Dr. Robert Weber (Corporate); Associates Dr. Cristina Freudenberger, Dr. Peter Becker, Philipp Kronenbitter (alle Kapitalmarktrecht)

Berater Bankenkonsortium
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler (Federführung), Dr. Rüdiger Malaun; Associate: Lukas Greilich (alle Kapitalmarktrecht)

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Hintergrund: Raschke von Knobelsdorff Heiser kam nach einer Empfehlung erstmals in ein Mandat für Consus. Das Team um Namenspartner Heiser hat zunächst zur Hauptversammlung beraten, auf der die Kapitalmaßnahmen beschlossen wurden. Weiter umfasste der Auftrag kapitalmarktrechtliche Fragen beim CG-Kauf und die Ausarbeitung der Anleihe und der Sachkapitalerhöhung. CMS beriet nach Marktinformationen im Vorfeld zu Vertragsfragen.

White & Case und Latham berieten zum zweiten großen Teil der Kapitalmarktmaßnahmen von Consus. Das White & Case-Team um Lead-Partner Woeckener sorgte auf Emittentenseite für die rechtliche Struktur des neuartigen Bonds, der im Börsenumfeld viel Beachtung findet. Oliver Seiler hatte auf Latham-Seite die Federführung bei der Bankenberatung. (Christiane Schiffer)

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