Artikel drucken
14.11.2017

Verhandlungen: Kliemt und Nerlinger beraten zum Arbeitsplatzabbau bei Ledvance

Schreckensnachricht für die Mitarbeiter des Glühlampenherstellers Ledvance: Bis spätestens Ende 2021 werden insgesamt 1.300 Arbeitsplätze abgebaut, damit ist mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland betroffen. Die Werke in Berlin und Augsburg sollen schon bis Ende des kommenden Jahres geschlossen werden.

Burkard Göpfert

Burkard Göpfert

Von den Werksschließungen sind insgesamt 900 Ledvance-Angestellte betroffen. Auch in Wipperfürth, Eichstätt und Garching wird es tiefe Einschnitte geben.

Das Ledvance-Management begründete den Arbeitsplatzabbau mit der rapide sinkenden Nachfrage für traditionelle Leuchtmittel, also klassische Glühbirnen, Energiesparlampen und Halogenstrahler. Diese werden zunehmend von billiger produzierten und weniger reglementierten LEDs verdrängt. Die Auslastung der vier Ledvance-Produktionsstätten liege bei nur 20 bis 40 Prozent, so das Unternehmen. Deshalb sollen nur die Werke in Eichstätt und Wipperfürth erhalten bleiben. Aber auch dort sind insgesamt 300 Mitarbeiter vom Wegfall ihrer Arbeitsplätze betroffen, 250 sollen es in Eichstätt sein. 100 Angestellte sind es zusätzlich in der Verwaltung in Garching.

Rund 2.400 der weltweit insgesamt 8.800 Ledvance-Mitarbeiter sind derzeit in Deutschland beschäftigt. Die Geschäftsführung von Ledvance will nun mit den Arbeitnehmern sprechen, um „gemeinsam mit ihnen konstruktive und verantwortungsvolle Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu finden“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Ledvance gehörte bis Mitte des vergangenen Jahres zu Osram, der die verlustmachende Leuchtmittelsparte erst ausgliederte und schließlich an ein chinesisches Konsortium für rund 500 Millionen Euro verkaufte. Zum Konsortium gehören neben dem Investor IDG Capital das chinesische Lichtunternehmen MLS und der Finanzinvestor Yiwu. 2016 lag der Umsatz bei rund 1,9 Milliarden Euro. Ledvance hat die Markenrechte am Namen Osram mit gekauft und darf ihn deshalb weiter verwenden.

Berater Ledvance
Kliemt (München): Dr. Burkard Göpfert (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Arbeitnehmer
Alexander Nerlinger (Augsburg; Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Arbeitsrechtler Göpfert hat Osram schon einmal 2014 bei einem umfangreichen Arbeitsplatzabbau beraten. Es war damals sein erstes Mandat für den Beleuchtungshersteller. Göpfert ist erst vor zwei Wochen zu Kliemt gewechselt, nachdem er zuvor vier Jahre bei Baker & McKenzie gearbeitet hatte. Mit seinem Wechsel nahm er auch die arbeitsrechtliche Beratung für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin mit, die parallel läuft.

Der Augsburger Arbeitsrechtler Nerlinger ist als regelmäßiger Berater der Arbeitnehmerseite auch bei Osram bekannt. Er stand Göpfert auch 2014 bei den Verhandlungen gegenüber.

Als Ledvance ausgegliedert und verkauft wurde, war die Kölner Kanzlei Seitz für den Carve-out und die arbeitsrechtlichen Fragen beim Verkauf von Osram beauftragt. (Christiane Schiffer)